Inzidenzwert

Zwei weitere Corona-Tote im Kreis Gütersloh – darunter eine junge Frau

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind in Gütersloh noch immer sehr hoch. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg im Kreis zwischenzeitlich auf über 200. Der Wert schwankte zuletzt stark.

Update: 27. November, 14.38 Uhr. Im Kreis Gütersloh gibt es zwei weitere Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. Unter den Verstorbenen befindet sich auch eine junge Frau aus Steinhagen. Sie soll zwischen 20 und 30 Jahre alt gewesen sein, berichtet der Kreis in einer Pressemitteilung. Bei der anderen Person handelt es sich um einen 90-Jährigen aus Halle (Westfalen).

Laut dem RKI gibt es im Kreis Gütersloh aktuell 77 Neuinfektionen. Damit sank die Sieben-Tages-Inzidenz deutlich auf nun mehr 179,8. Damit bleiben der Region strengere Corona-Regel vorerst erspart, die ab der kritischen 200er Marke in Kraft treten würden. Zuletzt gab es beim Inzidenzwert jedoch starke Schwankungen.

Coronavirus im Kreis Gütersloh – Inzidenzwert stieg in der 48 KW auf über 200

Erstmeldung: 27. November, 12.41 Uhr. Bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie nimmt der Inzidenzwert einer Stadt oder eines Kreises eine wichtige Rolle ein. Die Zahl entscheidet darüber, ob regionale Verschärfungen bei den Corona-Regeln angemessen sind oder nicht. Bund und Länder haben entschieden, dass die kritische Grenze, ab der strengere Maßnahmen erlassen werden sollen, bei 200 liegt. Der Kreis Gütersloh hat genau diese Marke nun überschritten.

Kreis Gütersloh
Einwohner364.938
BundeslandNRW

Coronavirus im Kreis Gütersloh: Inzidenzwert unterliegt starken Schwankungen

Am Mittwoch (25. November) wurden 913 Corona-Neuinfektionen gemeldet und der Inzidenzwert lag bei 203. Damit hatte der Kreis Gütersloh, wie schon am Vortag, die kritische Grenze leicht überschritten. Schärfere Corona-Schutzmaßnahmen hätten nun folgen sollen. Doch bereits am Donnerstag (26. November) betrug die Sieben-Tagesinzidenz nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 197,3. Damit lag die Region wieder unterhalb der Risikomarke.

Und genau da liegt aktuell die Schwierigkeit. Die starken Schwankungen beim Inzidenzwert stellen die Behörden vor Probleme und immer wieder taucht die Frage auf: „Lassen sich die Maßnahmen anhand dieser Kennzahl überhaupt kalkulieren?“ Mit diesem Thema muss sich derzeit nicht nur der Kreis Gütersloh befassen. Auch die Stadt Bielefeld hat den Inzidenzwert 200 überschritten und muss über strengere Corona-Regeln beraten.

Coronavirus im Kreis Gütersloh: NRW muss neue Corona-Regeln greifbarer machen

Wenn in einer Region mit 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche mehr als 200 Neuinfektionen gemeldet worden sind, soll beispielsweise die Maskenpflicht ausgeweitet werden. Das haben Bund und Länder am Mittwoch mitgeteilt und den Lockdown in Deutschland auf den Dezember ausgeweitet. Auch an den Schulen gelten dann strengere Maßnahmen. Doch bevor die betroffenen Corona-Risikogebiete, zu denen aktuell auch der Kreis Gütersloh zählt, die neuen Verordnungen umsetzen können, muss das Land NRW noch greifbarere Vorgaben schaffen.

Blickt man im Kreis Gütersloh auf die Entwicklung der Coronavirus-Fallzahlen der vergangenen Tage und insbesondere auf den Inzidenzwert, wird deutlich, dass es wohl einen Korridor der Werte geben muss, um klar zu definieren, wann eine Corona-Maßnahme verschärft beziehungsweise wieder zurückgenommen werden kann, berichtete das Haller Kreisblatt. „Wir müssen abwarten, wie die angekündigten Punkte vom Land NRW konkret geregelt werden“, äußerte sich Kreissprecher Jan Focken gegenüber der Tageszeitung.

Die Ämter warten demzufolge auf weitere Anweisungen von Oben, um diese dann so schnell wie möglich umzusetzen. An der Rollenverteilung habe sich seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie nichts geändert, heißt es in dem Bericht. Die Gesundheits- und Ordnungsämter arbeiten am Limit.

Rubriklistenbild: © Darko Bandic/dpa

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