Neustart

Neustart gescheitert? Tönnies muss nach Corona-Ausbruch erneut Mängel beseitigen

Der Schlachtbetrieb Tönnies im Kreis Gütersloh steht nach dem massiven Coronavirus-Ausbruch nun vor dem Neustart. Doch noch immer müssen Mängel beseitigt werden.

  • Die Firma Tönnies im Kreis Gütersloh hat eine vierwöchige Zwangspause hinter sich.
  • Nach dem Coronavirus-Ausbruch fährt Deutschlands größter Schlachtbetrieb seine Produktion in Rheda-Wiedenbrück wieder hoch.
  • Bei einer Sichtung fielen jedoch erneut Mängel auf.

Update: 17. Juli, 7.58 Uhr. Tönnies muss nach besseren. Eine Kommission entschied, dass der Konzern in Rheda-Wiedenbrück noch nicht schlachten darf. Mitarbeiter des Unternehmens haben sich offenbar die ganze Nacht um die Ohren geschlagen, um die Mängel zu beseitigen, berichtete der Nachrichtensender NTV am frühen Freitagmorgen. An Geländern soll es unter anderem Defizite gegeben haben. Eigentlich sollte in der Firma nun auch die Zerteilungen der Schweine beginnen. Doch nun muss erst eine erneute Sichtung der Kommission erfolgen. Vorher soll es keine Freigabe geben.

Zudem hagelte es kürzlich Kritik von Tierschützern: Ein Video solle Tierquälerei bei einem Tönnies-Zulieferer aus dem Kreis Gütersloh belegen. Das Tierschutzbüro veröffentlichte die Aufnahmen, die zum Teil schwer verletzte Schweine zeigen sollen. Jüngst deckte eine RTL-Reportage zusätzlich auf, unter welchen Bedingungen die Mitarbeiter bei Tönnies leiden. Eine Frau brach vor der Kamera in Tränen aus

Kreis Gütersloh (NRW): Tönnies nimm Fleischproduktion in Rheda-Wiedenbrück wieder auf

Erstmeldung: 16. Juli. Der Schlachtbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück steht nach dem massiven Coronavirus-Ausbruch vor dem Neustart. Am heutigen Donnerstag (16. Juli) hat der Fleischkonzern seine Produktion nach rund vier Wochen wieder aufgenommen. Am Morgen wurden bereits die ersten Schweine angeliefert. Die Wiederinbetriebnahme brachte den Landrat des Kreises Gütersloh Sven-Georg Adenauer in die Bredoullie.

StadtRheda-Wiedenbrück
Einwohner364.938
KreisstadtGütersloh
Fläche969,21 km2
Landrat\tSven-Georg Adenauer (CDU)

Coronavirus im Kreis Gütersloh: Tönnies nimmt Betriebe wieder aus – Landrat in der Kritik

Der Tönnies-Neustart im Kreis Gütersloh sorgt derzeit für Diskussionen. Nachdem bereits die erste Tochterfirma des Metzgereibetriebes aus Rheda-Wiedenbrück wieder geöffnet hat, stand nun auch die Wiederinbetriebnahme des Schlachtbetriebs an. Die Entscheidung dazu war offenbar erst wenige Minuten vor der Sondersitzung des Kreisausschusses gefallen. Während des Meetings ploppte dann die Meldung auf den Smartphones der Politiker auf: „Tönnies darf wieder schlachten“.

Als bekannt geworden war, dass Deutschlands größter Schlachtkonzern seinen Betrieb wieder hochfahren wird, hagelte es Kritik. SPD-Mitglieder warfen Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) vor, etwas zu verheimlichen, wie Radio Gütersloh berichtete. Der 60-Jährige räumte einen Fehler ein: Er gab an, dass er diese Meldung zu einem späteren Zeitpunkt bekannt machen wollte. Durch die schnelle Berichterstattung war der Politiker dann jedoch in Erklärungsnot geraten.

Kreis Gütersloh: Nach Neustart – Tönnies wartet auf weitere Genehmigung

Die Wiederinbetriebnahme in der Schlachterei in Rheda-Wiedenbrück erfolgt Schritt für Schritt. Somit wartet Tönnies derzeit auf die Genehmigung des zweiten Produktionsschritts: der Zerteilung der Schweine. Die Behörden im Kreis Gütersloh wollen sich in diesem Arbeitsbereich noch einmal umsehen. Auch ein Gutachter soll zum Einsatz kommen, der die Trennelemente aus Plexiglasscheiben unter die Lupe nehmen werde. Ab dem morgigen Freitag könnte der Probebetrieb dann auch hier wieder beginnen.

Bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh) darf wieder geschlachtet werden (Symbolbild).

Zwischen 20.000 und 25.000 Schweine werden bei Tönnies im Normalbetrieb geschlachtet. Wegen der Corona-Zwangspause waren es natürlich viel weniger. In diesem Zusammenhang sorgte der Konzernchef kürzlich für einen Eklat: Clemens Tönnies will sich, ebenso wie mehrere Sub-Unternehmer, die Lohnkosten für die Zeit der Corona-Quarantäne im Kreis Gütersloh erstatten lassen und sein Vorhaben wird von vielen Güterslohern scharf kritisiert. Zudem gab es kurz darauf Ansteckungen im Kreis: Bei Nobilia in Verl bei Gütersloh wurden neun Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet.

Nun steht dem Betrieb aus dem Kreis Gütersloh der nächste Skandal bevor: Tönnies lagerte offenbar Fleisch in einem von Ratten verseuchten Kühlhaus in Dissen (Kreis Osnabrück).

In Gütersloh kam es erst kürzlich zu einem schlimmen Verkehrsunfall. Dabei kam ein junger Mann (22) ums Leben. Derweil kommt es bei Tönnies im Kreis Gütersloh wieder zu vermehrten Coronavirus-Ausbrüchen. Außerdem haben Experten im Betrieb einen Superspreader entdeckt.

Rubriklistenbild: © dpa / Bernd Thissen

Auch interessant

Kommentare