Kreis Gütersloh

Brandanschlag auf Tönnies-Villa: Mutmaßliche Extremisten festgenommen

Im August wurde nahe der Einfahrt zur Tönnies-Villa in Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh) ein Brandsatz entdeckt. Nun gab es in dem Fall zwei Festnahmen.

Gütersloh/Rheda-Wiedenbrück – Clemens Tönnies und sein Schlachtbetrieb im westfälischen Rheda-Wiedenbrück sind in diesem Jahr immer wieder in die Schlagzeilen geraten: Nicht nur, dass die Tönnies-Schlachtfabrik für einen massiven Corona-Ausbruch verantwortlich war, der im Kreis Gütersloh einen lokalen Lockdown nach sich zog. Im Zuge des Skandals wurden auch undurchsichtige Beschäftigungsstrukturen und schlechte Arbeitsbedingungen der Angestellten aufgedeckt.

FleischkonzernTönnies
Zentrale Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh
Mitarbeiterzahl9007 (2018)
Gründung1971

Kreis Gütersloh: Stimmung gegen Tönnies eskaliert

Politiker, Anwohner und Tierschützer – in diesem Jahr wandte sich gefühlt ganz Deutschland gegen Tönnies und seinen Geschäftsführer. Die Wut gipfelte dann schließlich in einem geplanten Brandanschlag, der auf die Villa von Clemens Tönnies in Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh) verübt werden sollte.

Zunächst wurden auf der Privatzufahrt zur Tönnies-Villa im Kreis Gütersloh Behälter mit Chemikalien, Fackeln und Feuerzeuge entdeckt. Anschließend kam ein Bekennerschreiben ans Licht, in welchem sich mehrere radikale Organisationen, unter anderem die Gruppe „Revolutionäre Aktionszellen“ als verantwortlich für den geplanten Anschlag bezeichneten. Durchgeführt wurde dieser jedoch nicht.

Gütersloh: Festnashmen im Fall Tönnies

Nun gab die Staatsanwaltschaft Stuttgart bekannt, dass in dem Fall des Brandanschlags gegen Tönnies im Kreis Gütersloh zwei Verdächtige festgenommen wurden. Dabei soll es sich um eine 39-jährige Frau und einen 38-jährigen Mann handeln, die mutmaßlich dem linksextremen Spektrum zuzuordnen sind. Die beiden werden ebenfalls verdächtigt, im August einen Brandanschlag auf die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg verübt zu haben.

Zusätzlich sollen die festgenommen Personen Drohbriefe an mehrere Politiker und Behörden verfasst haben, in denen sie mit Gewalt drohten, sollten ihre politischen Forderungen nicht umgesetzt werden. Den Briefen wurden, um die Forderungen zu untermauern, Platzpatronen, Streichhölzer, Grillanzünder oder auch Messer beigelegt. Ob die beiden tatsächlich auch für den geplanten Brandanschlag auf die Tönnies-Villa im Kreis Gütersloh verantwortlich sind, werden die weiteren Ermittlungen klären.

Die Zentrale von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh).

Auch ohne Tönnies steigen die Corona-Zahlen im Kreis weiter rasant an: In einem LWL-Klinikum in Gütersloh haben sich mehrere Patienten und Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa/picture alliance

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