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Tönnies im Kreis Gütersloh: Angestellte mit Coronavirus infiziert? 

Tönnies-Angestellte bei Gütersloh wurden auf das Coronavirus getestet. Laumann kündigte weitere Schritte an. Clemens Tönnie warnt den Gesundheitsminister.

  • Bei Tönnies werden Hunderte Angestellte auf das Coronavirus getestet. 
  • Auch die Unterkünfte der Fleischmitarbeiter im Kreis Gütersloh werden unter die Lupe genommen
  • Clemens Tönnies warnt davor, die gesamte Fleischindustrie unter Generalverdacht zu stellen. 

Gütersloh/Rheda-Wiedenbrück/NRW – Der Fleischkonzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hat seine Angestellten auf das Coronavirus getestet. Die Testergebnisse der Fleischmitarbeiter waren bislang negativ. Auch die Unterkünfte im Kreis Gütersloh wurden überprüft. Clemens Tönnies, geschäftsführender Gesellschafter bei Deutschlands größtem Schlachtbetrieb warnte nun vor Kritik.  

Coronavirus-Tests bei Tönnies im Kreis Gütersloh negativ

Seit Montag (11. Mai) werden bei der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück die Mitarbeiter auf eine Coronavirus-Infektion untersucht. Über 6.500 Personen werden getestet. Ein erstes Zwischenfazit gab es bereits. Bislang verliefen alle Tests negativ. Wegen eines Vorfalls in einem Schlachtbetrieb in NRW gerieten die Fleischkonzerne jedoch in die Kritik. 

Bei der Firma Westfleisch im Coesfeld im Münsterland wurden über 200 Fleisch-Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet und das Unternehmen musste vorübergehend geschlossen werden. Der Ausbruch sorgte zudem dafür, dass die vereinbarte Obergrenze überschritten wurde, wie msl24.de* berichtete. Daraufhin gerieten auch andere Schlachtbetriebe unter Generalverdacht. Bei Tönnies im Kreis Gütersloh wurde umgehend gehandelt. "Wir sind natürlich zufrieden, aber auch angespannt. Wir sind noch lange nicht durch mit der Pandemie, das wird uns noch Monate beschäftigen und wir sind alle gefordert im Unternehmen", äußerte sich Clemens Tönnies zu den Zahlen. 

Kreis Gütersloh: Clemens Tönnies warnt vor pauschaler Kritik

Der 63-Jährige sprach sich nach den Vorkommnissen gegen einen Generalverdacht gegen die Fleischindustrie in der Coronavirus-Pandemie aus. Zuvor hatte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) angekündigt, die aktuelle Lage nutzen zu wollen, um gegen Missstände in der Branche vorzugehen. 

Tönnies reagierte bei einer Pressekonferenz am Mittwoch (13. Mai) auf den Kommentar des CDU-Politikers. Er teilte mit, dass er Verständnis für die Situation des Gesundheitsministers habe, doch seine Kritik dürfe nicht zur Manie werden. Laumann, so wie alle anderen Politiker in Deutschland und auf der ganzen Welt stehen wegen der anhaltenden Coronavirus-Krise unter Druck. 

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) will die Coronavirus-Pandemie nutzen, um Missstände in der Fleischindustrie aufzudecken. 

Coronavirus im Kreis Gütersloh: Neue Vorschriften für Fleischbetriebe geplant – was bedeutet das für Tönnies?

Die Bundesregierung in Deutschland plant wegen des Coronavirus neue Regeln für die Fleischindustrie. Das kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nun an. Auf das Unternehmen Tönnies im Kreis Gütersloh könnten diese Auswirkungen haben, denn die Firma setzt bei ihrem Geschäftsmodell auf günstige Werkvertragsmitarbeiter. 

Auch aus den Reihen der SPD gab es ähnliche Stimmen. Arbeiterminister Hubertus Heil kündigte an, aufräumen zu wollen. Tönnies wies den Generalverdacht gegen die gesamte Fleischbranche erneut von sich. Angesichts der anhaltenden Coronavirus-Pandemie bleibt die Lage in der Lebensmittelindustrie angespannt. 

Es gibt aber auch positive Meldungen. Im Kreis Gütersloh (NRW) könnten die Schwimmbäder bald trotz des Coronavirus öffnen, jedoch müssen sich die Besucher auf einige Änderungen einstellen. Auch in Bielefeld hält man die Öffnungen der Freibäder für möglich und es gibt sogar schon einen Termin. 

Im Kreis Gütersloh hat das Freibad in Verl unter strengen Corona-Regeln wieder geöffnet aber Besucher müssen mit Einschränkungen rechnen.

Die Corona-Krise hat sich verschärft: Der Kreis Gütersloh hat inzwischen die zweithöchste Coronavirus-Infektionsrate in Deutschland, nachdem sich mehrere Tönnies-Mitarbeiter mit dem Erreger infiziert hatten und die Zahl der Neuinfektionen stark angestiegen war.

Im Kreis Gütersloh spitzt sich die Lage zu: Nachdem bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück 730 Angestellte positiv auf das Coronavirus getestet wurden, stellte die Bundestagsabgeordnete Britta Haßelmann aus Bielefeld Strafanzeige gegen Clemens Tönnies und sein Neffe fordert sogar seinen Rücktritt.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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