Lockdown 

Mehrere Tönnies-Mitarbeiter abgehauen? Weiterer Corona-Ausbruch befürchtet

In Gütersloh und Beckum (NRW) sind Tönnies-Angestellte nicht in ihren Unterkünften angetroffen worden. Sie könnten das Coronavirus nun weiter verbreiten.

  • Um der Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken, wurde in den Kreisen Gütersloh und Warendorf der Lockdown verhängt. 
  • Nun sind jedoch etwa 20 Tönnies-Arbeiter aus Beckum aus der Quarantäne verschwunden. 
  •  Die Behörden sind alarmiert.

Gütersloh/Beckum – Große Besorgnis herrscht aktuell bei den Menschen in Beckum und Gütersloh. Seit dem Lockdown ist nichts mehr wie vorher. Nun könnte sich die Coronavirus-Situation in NRW noch weiter verschärfen. Etwa 20 Tönnies-Arbeiter sollen die Quarantäne-Regeln missachtet haben und sind offenbar spurlos verschwunden.  

Die Skandal-Aufnahmen bei Deutschlands größten Fleischkonzern werfen weiterhin fragen auf: Die Urheberin des Tönnies-Videos im Kreis Gütersloh wurde gekündigt, doch die Frau wehrt sich nun gegen ihre Entlassung und zieht vor das Arbeitsgericht in Bielefeld.

Stadt

Gütersloh

Bundesland

Nordrhein-Westfalen (NRW)

Fläche

112 km²

Bevölkerung

96.404 (31. Dez. 2010)

Bürgermeister

Henning Schulz (CDU), geboren in Bielefeld

Tönnies-Mitarbeiter aus Unterkunft in Beckum abgehauen? Auch in Gütersloh stehen Wohnungen leer

Nachdem sich bei Deutschlands größten Fleischkonzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück zahlreiche Angestellte mit dem Coronavirus infiziert hatten, musste die NRW-Landesregierung die Reißleine ziehen und handeln. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) verkündete für die Kreise Gütersloh und Warendorf den Lockdown. Die Mitarbeiter des Unternehmens befinden sich seitdem in Quarantäne. Doch in Beckum verschwanden nun etwa 20 Personen und auch im Kreis Gütersloh wurden rund 18 Prozent der Menschen nicht angetroffen, wie der WDR am Freitagmorgen (26. Juni) berichtete

Die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Beckum (NRW) hatte den Sender nach eigenen Angaben darüber informiert. Wo sich die gesuchten Personen im Augenblick aufhalten, weiß niemand. Fest steht, dass sie die Quarantäne-Regeln missachtet haben. Möglicherweise sind einige von ihnen dabei, in ihre Heimatländer zurückzureisen. Die Tönnies-Arbeiter, die von Subunternehmen beschäftigt werden, stammen beispielsweise aus Rumänien. Die Behörden in den Kreisen Warendorf und Gütersloh sind alarmiert und sind nun dabei den Aufenthaltsort der Angestellten zu ermitteln. 

In den Kreisen Gütersloh und Warendorf finden zahlreiche Coronavirus-Tests statt. 

Tönnies-Arbeiter in Gütersloh und Beckum (NRW) nicht auffindbar – weiterer Coronavirus-Ausbruch befürchtet

Das Verschwinden der Menschen könnte dazu führen, dass sich der Erreger SARS-CoV-2 ungehindert und unkontrollierbar ausbreitet. Außerdem gerät der Urlaub für die Menschen immer mehr in Gefahr und Österreich hat für NRW bereits eine Reisewarnung herausgegeben. In den Krisenregionen finden derzeit massenhafte Coronavirus-Tests statt. Auf dem Werksgelände der Firma Tönnies gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) allein bei der zweiten Reihentestung 6.139 Überprüfungen. "Davon waren 1.413 positiv", teilte die Kreisverwaltung Gütersloh (NRW) in einer Pressemitteilung und via Facebook mit. Außerdem sind 45 Personen, die keinen direkten Bezug zu dem Unternehmen haben, an Covid-19 erkrankt. 

Alle Unterkünfte in Beckum und Gütersloh sollen heute noch einmal besucht werden. Auch die Personalien der anwesenden Personen werden genaustens überprüft. Teilweise sollen die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) plötzlich auf andere Menschen in den Unterkünften getroffen sein. Der Landrat des Kreises Warendorf, Olaf Gericke, kritisierte bereits am Montag (22. Juni), dass den Behörden von den Subunternehmern der Fleischbranche zum Teil fehlerhafte und unvollständige Personallisten übergeben worden seien.

Nachdem Coronavirus-Ausbruch in zwei Landkreisen in NRW sorgte nun auch noch ein Promi mit einem umstrittenen TV-Auftritt für Aufregung: Comedian Oliver Pocher hat sich für seine RTL-Show "Pocher - gefährlich ehrlich!" in Gütersloh als Clemens Tönnies ausgegeben und den Fleischkonzern auf die Schippe genommen. 

Am vergangenen Wochenende (27./28. Juni) wurden zwei Personen aus einem Corona-Hotspot beleidigt und bedroht: Eine Mutter und ihre Tochter aus Gütersloh wurden in ihrem Wagen mit GT-Kennzeichen in Münster angefeindet und mussten von der Polizei sicher aus der Stadt gebracht werden.

Anfang Juli gelang einem Expertenteam in Ostwestfalen-Lippe nun bei der Bekämpfung des Erregers SARS-CoV-2 ein Erfolg: In Bielefeld (NRW) haben Forscher der Universität einen neuen Corona-Schnelltest entwickelt, der bereits nach 16 Minuten ein Ergebnis bringen soll.

Rubriklistenbild: © Deeke/Bundeswehr/dpa

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