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Corona-Lockdown: Krisenstabsleiter bricht in Gütersloh (NRW) zusammen

Im Kreis Gütersloh brach Krisenstabsleiter Thomas Kuhlbusch nach der Lockdown-Verkündung zusammen. Zuvor brach das Coronavirus bei Tönnies aus.

  • NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) verhängte für den Kreis Gütersloh und den Kreis Warendorf den Lockdown. 
  • Krisenstabsleiter Thomas Kuhlbusch erlitt nach der Verkündung einen Zusammenbruch. 
  • In der Region sollen sich nun tausende Menschen einem Coronavirus-Test unterziehen.

Gütersloh (NRW) – Schlagartig hat sich das Leben der Menschen in Gütersloh in den vergangenen Tagen verändert. Bis zum 30. Juni verhängte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet einen erneuten Lockdown, nachdem die Zahl der Coronavirus-Infektionen in der Region dramatisch in die Höhe geschossen war. Bei den Erkrankten handelt es sich überwiegend um Mitarbeiter des Fleischkonzerns Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Einen erneuten Fall gab es nun auch beim Geflügelschlachtbetrieb Wiesenhof in Nierdersachsen. 

Stadt

Gütersloh

Bundesland

Nordrhein-Westfalen (NRW)

Fläche

112 km²

Bevölkerung

96.404 (31. Dez. 2010)

Bürgermeister

Henning Schulz (CDU), geboren in Bielefeld

Coronavirus: Lockdown in Gütersloh (NRW) belastet Krisenstab – Zusammenbruch bei Thomas Kuhlbusch

Thomas Kuhlbusch (54) kümmert sich im Kreis seit Monaten um das Krisenmanagement. In Zeiten des Coronavirus muss der 54-Jährige jeden Tag einen kühlen Kopf bewahren. Die aktuelle Lage verlangt ihm und allen anderen Entscheidungsträgern auf der ganzen Welt einiges ab. Nachdem NRW-Ministerpräsident Armin Laschet für den Kreis Gütersloh wegen des Corona Massenausbruchs bei Tönnies nun einen erneuten Lockdown verhängt hat, hielt der Krisenstabsleiter dieser enormen Belastung offenbar nicht mehr stand und brach zusammen. 

Nach mehr als einem Vierteljahr Dauerstress braucht sein Körper nun eine Pause. Die Pressestelle der Kreisverwaltung in teilte gegenüber der NW mit, dass Thomas Kuhlbusch krank sei. Mit dem Coronavirus habe er sich aber nicht infiziert. Ein Nachfolger wurde bereits ernannt. Wegen des Lockdowns in den Kreisen Gütersloh und Warendorf hat auch die Stadt Münster reagiert und die Maskenpflicht ausgeweitet, wie msl24.de* berichtete.  

Gütersloh: Erneuter Lockdown wegen Coronavirus – Vertretung für Krisenstabsleiter Kuhlbusch gefunden 

Da Krisenstabsleiter Thomas Kuhlbusch vorübergehend krankheitsbedingt ausfällt, übernimmt Frank Scheffer, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt, ab sofort sein Aufgabenfeld im Kreis Gütersloh. Es wird jedoch mit einer baldigen Rückkehr des dreifachen Familienvaters gerechnet, denn Bewältigungen von Krisen gehören bekanntermaßen zu seinem Spezialgebiet und dazu zählt das Coronavirus und der Lockdown definitiv. 

Tausende Menschen im Kreis Gütersloh werden, nachdem verhängten Lockdown, auf das Coronavirus getestet. 

Seit 2011 ist der Jurist beim Kreis Gütersloh als Fachbereichsleiter Gesundheit, Ordnung und Recht tätig. Damit ist Thomas Kuhlbusch unter anderem für den Straßenverkehr, das Veterinärwesen und die Lebensmittelüberwachung verantwortlich. Seine berufliche Laufbahn startete er bei der Stadt Hamm in NRW, die wie Magdeburg und Göttingen ebenfalls mit steigenden Coronavirus-Infektionszahlen zu kämpfen haben. 

Coronavirus im Kreis Gütersloh: Urlaub in Gefahr – Landrat mit dringender Bitte 

Nachdem Corona-Massenausbruch bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück, haben sich im Raum Gütersloh aktuell rund 1.228 Personen mit dem Erreger, der die tödliche Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, infiziert. Die Menschen in der Region, die keine Symptome haben, können sich nun auch bei ihrem Hausarzt auf das Virus SARS-CoV-2 untersuchen lassen. Bisher war dies nur in einem Diagnosezentrum möglich. 

Während des Lockdown in Gütersloh rief Landrat Sven-Georg Adenauer alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, Ruhe zu bewahren. Außerdem sollen die Menschen die Schutzmaßnahmen einhalten, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus in der Region zu verhindern. Da die Region Gütersloh zum Risikogebiet erklärt wurde, könnten Bewohner aus der Region nun Probleme beim Sommerurlaub bekommen

Nachdem Coronavirus-Ausbruch in zwei Landkreisen in NRW sorgt nun ein TV-Star mit einer TV-Aktion für Aufregung: Comedian Oliver Pocher hat sich für seine RTL-Show "Pocher - gefährlich ehrlich!" in Gütersloh als Clemens Tönnies ausgegeben und den Fleischkonzern auf die Schippe genommen.

Die Coronavirus-Situation in den Krisengebieten könnte sich nun weiter verschärfen: In Gütersloh und Beckum (NRW) sind mehrere Tönnies-Arbeiter offenbar aus der Quarantäne verschwunden und nun wird eine weitere Ausbreitung des Coronavirus befürchtet.

Am vergangenen Wochenende (27./28. Juni) wurden zwei Personen aus einem Corona-Hotspot beleidigt und bedroht: Eine Mutter und ihre Tochter aus Gütersloh wurden in ihrem Wagen mit GT-Kennzeichen in Münster angefeindet und mussten von der Polizei sicher aus der Stadt gebracht werden.

Die Skandal-Aufnahmen bei Deutschlands größten Fleischkonzern werfen weiterhin fragen auf: Die Urheberin des Tönnies-Videos im Kreis Gütersloh wurde gekündigt, doch die Frau wehrt sich nun gegen ihre Entlassung und zieht vor das Arbeitsgericht in Bielefeld.

Anfang Juli gelang einem Expertenteam in Ostwestfalen-Lippe nun bei der Bekämpfung des Erregers SARS-CoV-2 ein Erfolg: In Bielefeld (NRW) haben Forscher der Universität einen neuen Corona-Schnelltest entwickelt, der bereits nach 16 Minuten ein Ergebnis bringen soll.

*Msl24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © David Inderlied/dpa

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