Diesel-Abgasskandal

Bittere Niederlage für Audi: Kläger aus Gütersloh triumphiert über Autokonzern

Diesel-Abgasskandal: Ein Audi-Besitzer aus Gütersloh erhält Schadensersatz. Der Kläger bekam vom Oberlandesgericht Hamm sein Recht zugesprochen.

  • Der Automobilhersteller Audi muss Schadensersatz zahlen.
  • Ein Kunde aus Gütersloh hatte gegen den Konzern geklagt.
  • Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm hat nun das Urteil verkündet.

Hamm/Gütersloh/NRW – Eine bittere Niederlage musste der Automobilhersteller Audi am heutigen Donnerstag (3. September) einstecken. Vor dem Oberlandesgericht (OLG) Hamm hatte ein Kunde aus Gütersloh (NRW) geklagt. Wegen des Diesel-Abgasskandals bei VW hätte ihn der Konzern schwer getäuscht. Der Kläger forderte Schadensersatz. Die Richter am OLG gaben dem Audi-Besitzer schließlich recht.

AutokonzernAudi
Anzahl der Mitarbeiter90.640
FirmenzentraleIngolstadt
Umsatz59,25 Milliarden Euro (2018)
GründerAugust Horch

Urteil im Diesel-Abgasskandal: Audi-Besitzer aus Gütersloh klagt mit Erfolg – Autokonzern muss zahlen

Der Besitzer eines Audi A1 erhält einen Teil des Kaufpreises zurück, wenn er das Auto zurückgibt. In einem Gerichtsverfahren zum Diesel-Abgasskandal bekam der Mann aus Gütersloh sein Recht zugesprochen. Die Audi AG und die Volkswagen AG werden nun zur Kasse gebeten. Vom kompletten Geldbetrag wird allerdings eine sogenannte Nutzungsentschädigung abgezogen, da der Kläger den Wagen genutzt hat.

Mit einer „Schummel-Software“ haben VW und Audi ihre Kunden hinters Licht geführt. Die Klage eines Käufers aus Gütersloh hatte nun Erfolg.

Für 16.385 Euro hatte der Mann den Audi A1 im Februar 2014 in einem Autohaus in Gütersloh, wo kürzlich Polizisten bei einer Befragung angegriffen wurden, erworben. Wenn er zu diesem Zeitpunkt von der Manipulation der Abgaswerte gewusst hätte, von der auch der Dieselmotor in seinem Fahrzeug betroffen war, wäre es nie zu dem Abschluss des Kaufvertrages gekommen. Als der Skandal publik wurde, musste der Kläger im März 2017 ein Software-Update durchführen lassen. Andernfalls wäre sein Wagen stillgelegt worden.

Diesel-Abgasskandal: Audi und VW haben Kläger aus Gütersloh geschädigt

Vor einiger Zeit hatte bereits das Landgericht in Bielefeld VW und Audi zur Rückzahlung des Kaufpreises unter Abzug einer Nutzungsentschädigung verurteilt. Die Richter begründeten das Urteil darin, dass der klagende Kunde aus Gütersloh im Hinblick auf den Motor vonseiten VWs und in Bezug auf das gekaufte Fahrzeug durch Audi geschädigt worden sei. Der Zivilsenat am OLG Hamm sah das offenbar genauso. Die beiden Autobauer hätten zum Nachteil des Käufers eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung begangen, hieß es in einer Pressemitteilung.

Nachdem die Manipulation an Motoren von VW im Dieselskandal aufgeflogen war, haben viele Käufer das Recht auf Schadensersatz - jedoch ist das nicht garantiert, wie tz.de* berichtete. Im Abgasskandal bei Audi könnten laut einem Gerichtsgutachten neben Diesel-Motoren auch Benziner von Manipulationen betroffen sein, hieß es zudem in einem Artikel von echo24.de*. (*tz.de und echo24.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes)

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