Gütersloh und Warendorf

„Nächstenliebe kennt viele Formen“: Diakonie verteilt medizinische Masken an Bedürftige

Nachdem die Maskenpflicht verschärft wurde, können sich viele Menschen die teureren medizinischen OP- und FFP2-Masken nicht mehr leisten. Dem will die Diakonie Gütersloh nun abhelfen.

Gütersloh – Seit einiger Zeit ist das Tragen einer FFP2-Maske oder zumindest einer OP-Maske in Geschäften, öffentlichen Gebäuden und dem Nahverkehr fest in den Corona-Regeln verankert. Da besonders die FFP2-Masken teurer sind als die herkömmlichen Stoffmasken, standen viele zahlungsschwächere BürgerInnen vor einem großen Problem. Mittlerweile hat das Sozialgericht zwar entschieden, dass Arbeitssuchende Anspruch auf mehrere FFP2-Masken pro Woche haben. Dennoch gibt es noch immer viele Menschen, die nur schwer Zugang zu den geforderten Masken haben.

StadtGütersloh
Einwohner100.861
BundeslandNRW

Gütersloh: Diakonie und Kirchengemeinden verteilen gratis Schutzmasken

Deshalb hat sich die Diakonie Gütersloh dazu entschieden, den Bedürftigen während der Corona-Pandemie* ganz unbürokratisch Masken zur Verfügung zu stellen. Dies resultierte darin, dass Björn Neßler, Vorstand des Diakonie Gütersloh e.V. und Geschäftsführer der Diakonie-Verband Brackwede GmbH, sich kurzerhand auf den Weg machten, um Schutzmasken zu verteilen. Einen Nachweis über einen Anspruch oder die Bedürftigkeit müssen die Menschen nicht vorweisen.

Wir machen das ganz unbürokratisch und vertrauen auf die Solidarität eines jeden Einzelnen

Björn Neßler, Vorstand des Diakonie Gütersloh e.V.

Die Ausgabe der Masken findet in den einzelnen Beratungsstellen der Diakonie statt. Hilfe bekommt Neßler von vielen Kirchengemeinden aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf. Alexander Kellner, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Friedrichsdorf, sprang sofort ein: „Nächstenliebe kennt viele Formen. Und manchmal kommt sie eben in Form einer kostenlosen OP-Maske.“

Verteilen kostenlose Masken: Manuel Massmann von der Diakonie Gütersloh (l.) und Pfarrer Alexander Kellner, Ev. Kirchengemeinde Friedrichsdorf.

Kreis Gütersloh: FFP2-Masken für Kinder besonders gefragt

Auch die Kirchengemeinde Isselhorst macht mit und verteilt die gratis OP- und FFP2-Masken im Familienzentrum „Unterm Regenbogen“. Hier werden vor allem Familien und Kinder mit den Masken versorgt. „Der Bedarf an verordnungskonformen Masken gerade für benachteiligte Kinder und Jugendliche und ihren Familien aus prekären Lebensverhältnissen ist groß“, sagt Benjamin Varnholt, Geschäftsbereichsleiter Beratung in der Diakonie Gütersloh.

Aber auch andere Menschen scheinen das Angebot dankend anzunehmen. Wohnungslose, einkommensschwache Haushalte, Sozialhilfe- und Hartz-IV-Empfänger. Sie alle kommen, um sich Masken zu holen. Ernst-Dietrich Dünhölter von der Diakonie Gütersloh berichtet, dass viele Personen mit sichtbar abgenutzten Masken erscheinen. Und der Erfolg gibt der Aktion recht:  „Innerhalb von anderthalb Stunden habe ich 2500 Masken ausgegeben“, sagt Dünhölter. Finanziert wird die Aktion durch die Diakonie und anhand von Spenden. Insgesamt werden mehr als 115.000 Masken verteilt. Unter anderem gibt es die kostenlosen Masken hier:

  • Kirchengemeinde Friedrichsdorf:
  • Ausgabe im Bereich Avenwedde-Bahnhof und Friedrichsdorf in Kooperation mit den Tafeln, dem Friedrichsdorfer Wochenmarkt und den offenen Kirchen.
  • Kirchengemeinde Isselhorst:
  • Ausgabe in der Grundschule Isselhorst, dem Evangelischen Familienzentrum „Unterm Regenbogen“ und den Kirchen
  • Gemeinwesenarbeit Fröbelstraße:
  • Fröbelstraße 1 in Gütersloh

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Rubriklistenbild: © dpa | Annette Riedl

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