Schlechte Arbeitsbedingungen im Kreis Gütersloh

„Wie arbeitest du, Schlampe?“ Ex-Mitarbeiterin über ihren Alltag bei Tönnies

Eine neue RTL-Reportage befasst sich unter anderem mit den Arbeitsbedingungen beim Schlachtbetrieb Tönnies im Kreis Gütersloh. Die Aussagen einer ehemaligen Mitarbeiterin sind erschreckend.

  • Eine RTL-Reportage befasst sich aktuell mit den Arbeitsbedingungen bei Tönnies.
  • Eine ehemalige Mitarbeiterin hat nichts Gutes über den Schlachtbetrieb aus dem Kreis Gütersloh zu sagen.
  • Sogar von Gewalt und Beleidigungen ist die Rede.

Rheda-Wiedenbrück/Kreis Gütersloh – Der Schlachtbetrieb Tönnies steht in letzter Zeit unter besonders scharfer Beobachtung. Auch RTL hat sich der Thematik angenommen und eine Reportage über den Fleisch-Riesen aus OWL gedreht. Darin geht es vor allem um die Arbeitsbedingungen bei Tönnies und dessen Subunternehmern.

Dabei kommen erschreckende Zustände ans Licht. Unter anderem werden Arbeitsverträge und Lohnabrechnungen gezeigt, die ungerechtfertigte Abzüge aufweisen. Die Arbeiter berichten von Stundenlöhnen zwischen 4 Euro und 5,20 Euro. Doch besonders aufwühlend sind die Aussagen einer ehemaligen Tönnies-Mitarbeiterin, die unter anderem von Beleidigungen und Gewalt am Arbeitsplatz spricht

FirmaTönnies Holding
ZentraleRheda-Wiedenbrück
Mitarbeiterzahl9007 (2018)
RechtsformApS & Co. KG
Gründung1971
TochterunternehmenZur-Mühlen-Gruppe (unter anderem)

Ex-Tönnies-Mitarbeiterin: Tränen vor der Kamera

Besonders brisant sind die Aussagen, die eine ehemalige Arbeiterin für ein Subunternehmen von Tönnies im Kreis Gütersloh macht. Katya Antonowa war ein Jahr lang dort beschäftigt. Während ihres Interviews beginnt die Frau zu weinen. Sie berichtet von hohem Druck bei der Arbeit, keine Fehler machen zu dürfen. Kommt es dennoch zu Fehlern während der Schicht, müsste man mit Beleidigungen rechnen. Unter anderem mit Aussagen wie „wie arbeitest du, Schlampe?

Atnonowa berichtet auch von Gewalt, die sie beobachtet habe. Einer ihrer Kollegen sei erst angeschrien und dann vom Vorarbeiter mit der Faust in den Rücken geschlagen worden. Sie sagt: „Ich will, dass die Leute aufhören zu glauben, dass Tönnies gut ist.“ Als Clemens Tönnies im Kreis Gütersloh von RTL konfrontiert wird, reagiert dieser unkooperativ.

Aktuell wird überprüft, ob Clemens Tönnies‘ Villa im Kreis Gütersloh Ziel eines Brandanschlags werden sollte. Entsprechende Utensilien wurden nahe dem Haus gefunden. Mittlerweile steht der Schlachtbetrieb vor einem neuen Problem: Amazon will Tönnies die Mitarbeiter streitig machen.

RTL konfrontiert Clemens Tönnies – der holt die Polizei

Der Unternehmenschef Clemens Tönnies schien von der Arbeit der RTL-Reporter nicht begeistert zu sein. Bei dem Versuch, ihm in Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh) mit den Vorwürfen zu konfrontieren, reagiert er gereizt und ruft die Polizei. Später liegt gegen die Reporter eine Anzeige vor. Das Unternehmen selbst wollte zu den Vorwürfen ebenfalls keine Stellungnahme abgeben und ließ sich durch einen Anwalt vertreten.

Äußert sich nicht zu Arbeitsbedingungen in seinem Betrieb: Clemens Tönnies.

Mittlerweile hat Tönnies auf die vielfache Kritik, die unter anderem aus der Politik kam, reagiert. Wie wa.de berichtet, will Tönnies zum 1. September 1000 Werksangestellte direkt in Rheda-Wiedenbrück anstellen. In den vergangenen Tagen war der Fleisch-Riese aus dem Kreis Gütersloh immer wieder in die Kritik geraten. Unter anderem wurde von Experten bei Tönnies ein „Superspreader“ des Coronavirus entdeckt. Außerdem gab das Unternehmen jüngst zu, dass Tönnies Teile seiner Ware in einem von Ratten verseuchten Kühlhaus in Dissen (Niedersachsen) gelagert hatte.

Am Dienstag (28. Juli) kam es in der Region Ostwestfalen-Lippe zu einem folgenschweren Unglück: In Harsewinkel starb ein 18-jähriger Motorradfahrer aus Gütersloh bei einem Unfall, nachdem er gegen einen Zahn geprallt war und schwere Kopfverletzungen erlitten hatte. Im Kreisgebiet kam es kürzlich zu einem weiteren Einsatz: In Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh prügelten in einem Park zwei Unbekannte auf einen schlafenden Mann ein. Das Opfer musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei sucht Nach Zeugen für den Vorfall.

Rubriklistenbild: © Tönnies/dpa

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