NRW-Innenminister fassungslos 

Missbrauch in Lügde: "Polizeiskandal" - Über 150 Datenträger verschwunden

+
Daten mit einem Speichervolumen von 14 Terabyte wurden in Lüdge beschlagnahmt.  

Reul fassungslos: Bei den Untersuchungen zum mehrfachen Kindesmissbrauch in Lügde sind jede Menge Beweise verschwunden.

+++ Lügde: Kindesmissbrauch auf Campingplatz Eichwald +++ 

Update: 22 Februar. Aus den Räumlichkeiten der Polizisten sind mindestens 155 Datenträger verschwunden. Vermutlich wurden sie gestohlen. Die Beweise zum Missbrauchsfall in Lügde befanden sich offenbar in einem Büro, zu dem jeder Zugang hatte. Nun hat der NRW-Innenminister Herbert Reul ein Ermittler-Team aufgestellt, um die CDs und DVDs wieder zu finden. 

Auch das Landeskriminalamt (LKA) NRW befasst sich nun mit den Vorkommnissen. In einer Pressemitteilung äußerte sich jetzt auch die Polizei Lippe. Man habe ein großes Interesse an einer vollständigen und rückhaltlosen Aufklärung des Sachverhalts. Das ist mit Blick auf die betroffenen Familien in Lügde auch unbedingt erforderlich. Notwendige Konsequenzen werden nach Vorliegen der Berichte zu ziehen sein.

Polizeiskandal nach Missbrauch in Lügde: Beweise spurlos verschwunden 

Update: 21. Februar. NRW-Innenminister Herbert Reul spricht von einem Polizeiskandal. Bei den Untersuchungen zum Kindesmissbrauch in Lügde ist offenbar wichtiges Beweismaterial abhanden gekommen. Einige Datenträger mit kinderpornografischem Material seien aus den Büros der Beamten spurlos verschwunden, berichtet RTL-West. 

Demnach wird seit Wochen ein Koffer mit rund 155 CDs und DVDs vermisst. Reul hat inzwischen Sonderermittler nach Detmold geschickt, um den Fall aufzuklären. Bei den Missbrauchsfällen in Lügde gab es mindestens 31 Opfer. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Zahl noch steigen könnte.  

Lügde: Wichtige Akte nachträglich geändert 

Update: 19. Februar. Im Fall Lügde hat der Leiter des Jugendamts Hameln-Pyrmont offenbar nachträglich eine Akte "geglättet". Er soll einen fehlenden Vermerk ergänzt haben. Am Dienstagnachmittag informierte der Landrat Tjark Bartels auf einer Pressekonferenz über diesen Vorgang. 

Es soll sich dabei um die Akte des Pflegekindes gehandelt haben. Der Jugendamts-Leiter soll einen fehlenden Vermerk in den Unterlagen des Hauptverdächtigen nachträglich erzeugt, zurückdatiert und in eine Akte einsortiert haben, heißt es. Zwischen dem 56-Jährigen aus Lügde und einem Mitarbeiter des Betreuungsdienstes hatte es zuvor offensichtlich Streitigkeiten gegeben. Der Angestellte kündigte. 

Der Kreis musste sich also um eine neue Betreuungskraft umsehen. Acht Wochen lang gab es offenbar kein Besuch des Jugendamtes auf dem Campingplatz in Lügde. Weil das "wohl blöd" ausgesehen hätte, habe der Leiter des Jugendamtes die Akte "geglättet", so Bartels.

Lesen Sie auch: In Willebadessen gab es einen Polizeieinsatz wegen des Verdachts auf Kindesmisshandlung. Der Fall soll aber nicht in Verbindung mit den Mssbrauchsfällen in Lügde stehen. 

Lügde: Gab es weitere Täter? 

Update: 15 Februar. Der Kreis der Verdächtigen im Fall des massenhaften Missbrauchs von Kindern in Lügde hat sich erweitert. Eine Person steht in dringendem Tatverdacht der Strafvereitelung. Die Person soll Daten zum Vorteil der Hauptverdächtigen manipuliert haben. Sie sitzt jedoch noch nicht in Untersuchungshaft. Ein Verfahren wurde eingeleitet, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags. Zwei weitere Personen werden der Beihilfe verdächtigt. Hier ist jedoch nicht von Mittäterschaft die Rede.

Missbrauch in Lügde: Untersuchungen gegen Polizei und Jugendämter eingestellt?

Update: 14. Februar. In einem Ausschuss des NRW-Landtags stehen die Missbrauchsfälle in Lügde am Donnerstag erneut auf der Agenda. Mehrere Medien berichteten, dass die Generalstaatsanwaltschaft Hamm die Ermittlungen gegen Polizeibeamte und Jugendamts-Mitarbeiter einstellen wolle. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) solle ein solches Schreiben vorliegen, hieß es. Laut Generalstaatsanwaltschaft entspricht dies aber nicht der Realität. Man warte noch auf Unterlagen aus Detmold, berichtet Radio Gütersloh. 

Nachdem die ersten Hinweise zum Kindesmissbrauch auf dem Campingplatz Eichwald in Lügde eingegangen waren, sollen sich zwei Beamte nicht an die Abläufe gehalten haben. Weder die Kriminalpolizei noch die Staatsanwaltschaft wurde nach Kenntnisnahme des ersten Verdachts informiert. Außerdem hinterließen die Polizisten aus Blomberg keine Aktennotiz. Einer der Männer befindet sich inzwischen in Rente.      

Lügde: Urteil nach Haftprüfung – Mann bleibt in Haft

Update: 12. Februar. Am Dienstagvormittag gab es einen Haftprüfungstermin. Einer der insgesamt drei mutmaßlichen Täter spekulierte darauf, nach den Missbrauchsfällen in Lügde wieder auf freien Fuß zu kommen. Aber der Mann wurde enttäuscht. Die Richter entschieden, dass der Handwerker aus Stade in Untersuchungshaft bleibt. Er hatte zuvor einige Taten eingeräumt.  

Der Verdächtige soll 2010 und 2011 den Missbrauch in Lügde über einem Online-Chat verfolgt haben. Dabei gab er den Kinderschändern immer wieder Anweisungen, wie sie die Mädchen und Jungen vergewaltigen sollten. Sein Anwalt gab an, dass sein Mandant niemanden zu den Übergriffen angestiftet habe. Die Täter hätten diese schlimmen Taten von sich aus getan, so der Jurist. Deshalb habe er einen Antrag gestellt, den Haftbefehl aufzuheben. 

Die Zahl der Missbrauchsopfer in Lügde ist wieder gestiegen. 

Lügde: Opferzahl steigt auf 31 Kinder 

Update: 11. Februar. Wie die Beamten der Ermittlungskommission "Eichwald" jetzt mitteilten, stieg die Zahl der minderjährigen Opfer auf 31. Polizei und Staatsanwaltschaft befürchten jedoch, dass weitere Kinder auf dem Campingplatz in Lügde sexuell missbraucht worden sind. 

Mindestens 27 Mädchen und vier Jungen befinden sich unter den Opfern. Die Kinder waren zum Tatzeitpunkt zwischen vier und 13 Jahren alt. Bis zum 8. Februar gingen bei den Ermittlern insgesamt 63 neue Hinweise zu den Missbrauchsfällen in Lügde ein. Unter der Telefon 0521/545-4215 sind die Polizisten erreichbar. Um die Geschädigten zu schützen bieten die Behörden Hilfemaßnahmen an. 

Auch die Ermittler, die die über 13.000 pornografischen Dateien auswerten müssen, können psychologische Unterstützung anfordern. Im Fokus der Untersuchungen steht die Sicherung des Beweismaterials. Die Polizei wird in den kommenden Tagen weitere Details zum Kindesmissbrauch in Lügde bekanntgeben. 

Mindestens 29 Kinder in Lügde missbraucht 

Update: 8. Februar. Die Ermittler arbeiten weiter an der Aufklärung des Falls. Das ganze Ausmaß der Vergewaltigungen von Kindern auf einem Campingplatz in Lügde ist noch längst nicht klar. Die Zahl der Opfer ist inzwischen auf mindestens 29 gestiegen. 

Seitdem Polizei und Staatsanwaltschaft am vergangen Donnerstag (1. Februar) den Stand ihrer Untersuchungen bekannt gaben, sind rund 50 Hinweise bei den Behörden eingegangen. Etwa ein Drittel sei sehr konkret, so die Beamten. Um weitere mögliche Opfer zu schützen wurden keine weiteren Details genannt. Die Untersuchungen dauern an. 

Auf einem Zeltplatz in Lügde wurden mehrere Kinder sexuell missbraucht (Symbolbild).

Lügde: Mutmaßlicher Haupttäter kassierte monatlich 1.000 Euro vom Staat 

Update: 6. Februar. Bei der Polizei sind einige neue Hinweise zu den Missbrauchsfällen in Lügde eingegangen. Laut den Ermittlern seien einige Angaben sehr konkret. Weitere Details wurden nicht genannt. Stattdessen wurde jetzt bekannt, dass der mutmaßliche Haupttäter monatlich rund 1.000 Euro vom Staat kassiert hatte. Der Mann bekam das Geld für seine Pflegetochter, die er mehrfach sexuell missbrauchte. Im übrigen bekam der Verdächtige Hartz IV. Er sitzt, genau wie zwei weitere Männer in Untersuchungshaft. 

"Grausamer Raub der Kindheit" – Schuldzuweisungen unter den Landräten

Update: 14.43 Uhr. Welche Behörde hat bei dem Missbrauchsskandal in Lügde die meisten Fehler gemacht? Der Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont wies einen Teil der Verantwortung an den Kreis Lippe ab, wo die schweren Taten begangen wurden. Axel Lehmann, Landrat des Kreis Lippe, reagierte jetzt so: "Ich möchte die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abwarten und dann werden wir sehen, wo etwas schief gelaufen ist." Vorverurteilungen würden zum jetzigen Zeitpunkt niemanden etwas nützen.

Lügde: Keine Entschuldigung vom Landrat 

Update: 5. Februar, 11.39 Uhr. Nach den Missbrauchsfällen in Lügde hatte es Kritik an der Arbeit der Jugendämter und der Polizei Lippe gegeben. Jetzt hat sich der Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont zu den Vorwürfen geäußert. Auf einer Pressekonferenz nannte Tjark Bartels die Übergriffe einen "grausamen Raub der Kindheit". Fehler räumte er nicht ein. Aber Er sagte, dass allgemein etwas schief gelaufen sei. 

Der Landrat warnte vor voreiligen Schuldzuweisungen, bevor die Ermittlungen nicht vollständig abgeschlossen seien. Personelle Konsequenzen schloss der SPD-Politiker vorerst aus. Am Personalmangel der Jugendämter wollte er die Übergriffe in Lügde nicht festmachen. Dort wurden über Jahre hinweg mindestens 29 Kinder sexuell missbraucht. Den Opfern sprach Bartels seinen Respekt aus. 

Im Kreishaus Hameln-Pyrmont wird über den Kindesmissbrauch in Lügde gesprochen. 

Nach Übergriffen in Lügde: Landesregierung will besseren Schutz

Update: 16.24 Uhr. Die Landesregierung NRW will Minderjährige vor sexueller Gewalt besser schützen. Nachdem auf einem Zeltplatz in Lügde Kinder jahrelang missbraucht wurden fordert Familienminister Joachim Stamp höhere Strafen für ein derartiges Verbrechen.

"Wir müssen versuchen, dass wir so etwas Ungeheuerliches nicht mehr erleben", sagte Stamp am Montag in Düsseldorf. Zukünftig soll es einen Landesbeauftragten gegen sexuelle Gewalt an Kindern geben. Außerdem wird darüber diskutiert, welche Maßnahmen nötig sind, um Kinder besser zu schützen. Die Ermittlungen der Polizei in Lügde dauern weiter an. 

Familienminister Joachim Stamp fordert, dass der Kindesmissbrauch in Lügde in vollem Umfang aufgeklärt wird. 

Lügde: Neue Infos zum Kindesmissbrauch

Update: 4. Februar, 8.40 Uhr. NRW-Innenminister Herbert Reul ist entsetzt über die schrecklichen Taten in Lügde. Mindestens 29 Kinder wurden dort auf einem Campingplatz sexuell missbraucht. Vermutlich steigen die Opferzahlen noch weiter. Die Polizei Bielefeld ermittelt nun gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Detmold, um den Fall aufzuklären.

"Das ist Behördenversagen an allen Ecken und Kanten", sagte Reul in einem Radiointerview. Inzwischen wurde auch gegen Polizisten Strafanzeige gestellt, berichtete wdr2. Am vergangen Wochenende fand in Lügde ein Gottesdienst statt. Die Menschen beteten für die Missbrauchsopfer.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) äußerte sich nach den Missbrauchsfällen in Lügde tief betroffen. 

Lügde: Schwere Vorwürfe gegen Jugendamt und Polizei 

Update: 1. Februar, 7.40 Uhr. Bereits 2016 sollen die Jugendämter in Detmold und Bad Pyrmont Hinweise auf den sexuellen Missbrauch in Lügde gehabt haben. Auch die Kreispolizei Lippe soll darüber informiert gewesen sein, berichtet wdr2. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen sie. Die Ämter hatten erst gestern sämtliche Anschuldigungen zurückgewiesen. 

Neue Hinweise zu den Missbrauchsfällen in Lügde

Update: 31. Januar, 16.50 Uhr. Das Telefon der Polizei klingelt durchgehend. Die Polizisten haben nach den schweren sexuellen Übergriffen in Lügde jede Menge Hinweise aus der Bevölkerung erhalten. Diesen werde nun nachgegangen. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollen die Beamten dazu aber vorerst keine Angaben machen. 

Möglicherweise soll es auch ein weiteres Opfer geben, berichtet Radio Lippe. Bislang sprachen die Beamten von insgesamt 23 Betroffenen. Es wird befürchtetet, dass sich diese Zahl noch erhöhen wird. Hinweise zum Kindesmissbrauch in Lügde werden weiterhin unter 05231/609 30 56 entgegengenommen. 

Lügde: Jugendamt äußert sich zum Kindesmissbrauch 

Update: 31. Januar, 15.31 Uhr. Das Jugendamt hat dem mutmaßlichen Haupttäter ein Pflegekind anvertraut, obwohl er in einem schäbigen Wohnwagen auf einem Campingplatz lebte. Nachdem die sexuellen Übergriffe in Lügde an die Öffentlichkeit geraten sind, wird nun auch gegen die Behörden ermittelt. Das Amt reagierte nun auf die Anschuldigungen.  

Mehrere Medien berichteten, dass die Mutter des Mädchens gegenüber dem Jugendamt den Wunsch geäußert haben soll, dass das Kind bei dem 56-Jährigen unterkommt. Für die Verantwortlichen sei dann die gute Beziehung zwischen Pflegevater und Pflegekind ausschlaggebend gewesen. Nach einer amtlichen Prüfung bekam er schließlich vor zwei Jahren das Sorgerecht. Ein Wohnwagen sei zwar nicht optimal gewesen, räumte das Amt ein. Allerdings habe das Mädchen dort einen eigenen, sauberen Bereich gehabt. Hinweise auf einen Kindesmissbrauch habe es nicht gegeben. 

Mindestens 31 Kinder sollen auf einem Zeltplatz in Lügde missbraucht worden sein. 

Lügde: Verdächtiger sagt bei der Polizei aus  

Update: 31. Januar, 12.51. Einer der mutmaßlichen Täter hat bei der Polizei ein Teilgeständnis abgelegt, berichtet der NDR. Der Mann aus Stade gab zu, den Kindesmissbrauch in Lügde über das Internet verfolgt zu haben. Laut den Ermittlern habe der 48-Jährige aber auch aktiv ins Geschehen eingegriffen, indem er zwei Männern sagte, wie sie ihre Opfer missbrauchen sollten. 

Nach Kindesmissbrauch in Lügde – "Politik muss handeln"

Update: 31. Januar, 10.05 Uhr. Die Menschen sind immer noch tief erschüttert von den Taten. Am Mittwoch veröffentlichten Polizei und Staatsanwaltschaft Einzelheiten zum 23-fachen Kindesmissbrauch in Lügde. Jetzt äußern sich Politiker. 

Johannes-Wilhelm Rörig ist Beauftragter der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. Er fordert die Landesregierung NRW auf, die Vorfälle genau aufzuklären. Sie muss herausfinden, welche Behörde, zu welchem Zeitpunkt, was und wann über die Übergriffe gewusst hat. "Wir haben klare Hinweise darauf, dass die Überlastung in den Jugendämtern enorm ist. Hier muss die Politik handeln", sagte er dem WDR. Es dürfe in diesem Bereich nicht mehr gespart werden, forderte er. 

Die Bundesregierung sieht vor allem Internetanbieter in der Pflicht. Rörig fordert eine Meldepflicht für alle Portale, wenn diese auf kinderpornografisches Material stießen. Auf einem Zeltplatz in Lügde wurden mindestens 23 Kinder sexuell missbraucht. Die Übergriffe wurden gefilmt und ins Netz gestellt. Möglicherweise gab es weitere Opfer. Die neunköpfige Ermittlungskommission "Camping" steht bei ihren Untersuchungen noch ganz am Anfang.

Zum mehrfachen Kindesmissbrauch kam es auf dem Campingplatz Eichwald in Lügde. 

Lügde: Missbrauchsopfer jetzt in Sicherheit – Zeugen gesucht 

Update: 30. Januar, 15.53 Uhr. "Bei der Auswertung der sichergestellten Beweismittel und bei den Anhörungen der Kinder kamen perfide Einzelheiten zu Tage, die mich und die anderen Kolleginnen und Kollegen noch lange nach Dienstende beschäftigen", beschreibt der Leiter der Ermittlungskommission, Kriminalhauptkommissar Gunnar Weiß, die Untersuchungen in Lügde. 

Nachdem die Missbrauchsfälle an die Öffentlichkeit geraten sind, wird nun auch das Verhalten der zuständigen Ämter im Kreis Hameln / Pyrmont und im Kreis Lippe genau analysiert. Nach Angaben der Beamten sind die 23 Kinder nun in Sicherheit. Umfangreiche Opferschutzmaßnahmen wurden eingeleitet. Die Ermittler suchen nach Zeugen, die Angaben zu den Vorfällen in Lügde machen können. Hinweise werden unter 05231 / 609 - 30 56 entgegengenommen. 

Lügde: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen drei tatverdächtige Männer. 

Lügde: Nach Missbrauchsskandal – Ermittlungen gegen Behörden

Update: 30. Januar, 13.33 Uhr. Haben die Behörden ihre Fürsorgepflicht verletzt? Der 56-Jährige mutmaßliche Haupttäter hatte eine Pflegetochter. Auch diese soll er mehrfach in Lügde zum Sex gezwungen haben. Außerdem stellte er mit ihrer Hilfe den Kontakt zu späteren Opfern her. 

Die Staatsanwaltschaft gestand am Mittwoch, dass es bereits 2016 Hinweise auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung in Lügde gegeben hatte. Allerdings hatte es damals keine Anzeige gegeben. Nun wird überprüft, ob die Behörden ihre Pflichten verletzt haben. 

Missbrauch in Lügde: Emotionale Pressekonferenz geht zu Ende 

Update: 30. Januar, 11.56 Uhr. Die schrecklichen Taten, die sich auf einem Campingplatz in Lügde zugetragen haben, lassen auch die Ermittler nicht kalt, wie aus der Pressekonferenz, die soeben vorbei ist, deutlich wurde. 

"Das ist auch für uns nichts Alltägliches", sagte ein Pressesprecher der Polizei. Sichtlich gerührt, schilderte er die Vorkommnisse in Lügde. Der Haupttäter, Andreas V., wurde am 6. Dezember verhaftet. Er soll sich bereits 2008 an einem Kind vergangen haben.   

Die beiden anderen Verdächtigen wurden Anfang Januar 2019 in Stade und Steinheim von der Polizei festgenommen. Die beiden Männer (48 und 33 Jahre alt) sollen auch an der Erstellung und Verbreitung kinderpornografischer Inhalte beteiligt gewesen sein. Das Material erstellten die Männer von ihren Opfern selbst und veröffentlichten die Aufnahmen im Internet. 

Daten mit einem Speichervolumen von 14 Terabyte wurden in Lüdge beschlagnahmt.  

Lügde: Ermittlungskommission eingerichtet

Update: 30. Januar, 11.30. Mit etwas Verspätung begann soeben die Pressekonferenz zu den Missbrauchsvorfällen in Lügde. Polizei und Staatsanwaltschaft gaben bekannt, dass sie eine Ermittlungskommission mit dem Namen "Camping" eingerichtet haben. 

In einem Zeitraum von 10 Jahren (2008 bis 2018) soll es zu den Übergriffen in Lügde gekommen sein. Mindestens 23 Kinder sollen sexuell missbraucht worden sein. Außerdem ermitteln die Beamten wegen der Herstellung und Verbreitung kinderpornografischen Materials: 

  • Mehr als 1.000 Einzeltaten festgestellt 
  • 23 Opfer (Zahl könnte noch steigen)
  • Kinder waren zwischen 4 bis 13 Jahre alt
  • 13.000 Dateien mit kinderpornografischem Material sichergestellt
  • Drei Verdächtige festgenommen

Die Ermittlungen wegen schweren sexuellen Missbrauchs in Lügde dauern an. 

Lügde: Weitere Einzelheiten zu den Missbrauchsfällen 

Update: 30. Januar, 9.10 Uhr. Polizei und Staatsanwaltschaft werden am Mittwoch auf einer Pressekonferenz weitere Einzelheiten über die Übergriffe bekannt geben. Auf einem Campingplatz in Lügde sollen rund 20 Kinder sexuell missbraucht worden sein. 

Die gemeinsame Pressekonferenz von Staatsanwaltschaft und Polizei findet im Kreishaus an der Felix-Fechenbach-Straße 5 in Detmold statt und beginnt um 11 Uhr. Der Raum 408 ist für die Sitzung vorgesehen. 

Lügde: Platzwart reagiert geschockt

Update: 29. Januar, 16.30 Uhr. Bereits vor zwei Jahren soll einer der Männer (56) mehrere Mädchen und Jungen auf einem Kindergeburtstag in Lügde angefasst haben. Außerdem bestand der Verdacht, dass er drei Töchter eines befreundeten Paares missbraucht haben könnte. Er bekam eine Anzeige. Die Staatsanwaltschaft konnte ihm kein Verbrechen nachweisen. 

Der Verdächtige ist offenbar Dauercamper auf dem Campingplatz Eichwald in Lügde. Er hatte seit 2016 ein Pflegekind. Das Mädchen soll der Mann ebenfalls missbraucht haben. Mithilfe der Sechsjährigen wollte er offenbar den Kontakt zu weiteren Opfern herstellen.

"Von außen gab es keinerlei Anzeichen", sagte jetzt der Betreiber des betroffenen Campingplatzes im Kreis Lippe. Nachdem bekannt geworden war, dass es auf seinem Gelände zu mehreren Fällen von Kindesmissbrauch gekommen sein soll, reagierte der Mann geschockt. Er habe von all dem nichts gewusst. 

Lügde: Wie viele Verbrechen gab es noch? 

Lügde: Mutmaßliche Täter in Haft 

Erstmeldung: 29. Januar. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft erst jetzt bekannt gaben, wird derzeit gegen drei Männer ermittelt. Ihnen wird vorgeworfen über Jahre hinweg mehrere Kinder in Lügde missbraucht zu haben. Den Ermittlern sind rund 20 Verbrechen bekannt, berichtete der wdr. 

Bereits im vergangenen Jahr kam es zu den Festnahmen. Seitdem untersucht die Staatsanwaltschaft Detmold in Lügde, wie viele Kinder möglicherweise einem Verbrechen zum Opfer fielen. Von rund 20 Mädchen und Jungen aus NRW ist die Rede. Sie waren zum Tatzeitpunkt zwischen 4 und 13 Jahre alt. 

Vermutlich soll sich das Drama auf einem Campingplatz in Lügde abgespielt haben. Genauere Informationen gibt es bislang noch nicht. Am kommenden Mittwoch (30. Januar) wollen die Ermittler auf einer Pressekonferenz weitere Details zu den Vorfällen bekannt geben. Weitere Infos folgen.

Lügde: Auf einem Campingplatz soll es zu den Übergriffen gekommen sein (Symbolbild).

Bei einem Brand in Detmold herrschte Chaos. Die Retter gingen davon aus, dass sich ein Bewohner noch im Gebäude befand. 

Ein 11-jähriges Kind verunglückte in Detmold schwer. Anstatt zu helfen zückte ein Passant sein Smartphone und filmte den Verletzten. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare