Prozess in Detmold

Kindesmissbrauch per Webcam – Urteil gefallen

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Im Prozess um den hundertfachen Kindesmissbrauch soll in Detmold ein erstes Urteil gesprochen werden. (Symbolbild)

Im Prozess vor dem Landgericht Detmold ist ein erstes Urteil gefallen. Heiko V. soll per Webcam zum schweren sexuellen Missbrauch angestiftet haben.

  • Verhandlung in Detmold
  • Missbrauchsfall Lügde
  • Erstes Urteil gefallen

Update: 19.00 Uhr. Das erste Urteil in Detmold ist gefallen. Der Angeklagte Heiko V. wurde zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Da V. per Webcam auch Kommentare abgegeben hatte, lautete der Vorwurf auf Anstiftung zum schweren sexuellen Missbrauch. Dafür hätte der Angeklagte zu bis zu zehn Jahren Haft verurteilt werden können.

Da die Tat jedoch bereits acht Jahre zurückliegt und Heiko V. in einem stabilen sozialen Umfeld lebt, gingen die Richter nicht davon aus, dass er noch einmal straffällig wird.

Update: 11.26 Uhr. Der Rechtsanwalt von Heiko V. erklärte bereits vor Prozessbeginn in Detmold, dass er für seinen Mandanten eine Bewährungsstrafe fordern will. Schließlich habe der 49-Jährige aus Niedersachsen im Vergleich zu den beiden anderen Angeklagten Andreas V. und Mario S. kein Kind angefasst.

Erstmeldung vom 17. Juli. Detmold – Das Landgericht will am Mittwoch (17. Juli) ein erstes Urteil im Missbrauchsfall Lügde sprechen. Heiko V. Aus Stade hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit direkt am ersten Verhandlungstag in Detmold ein Geständnis abgelegt. Der 49-Jährige soll die beiden anderen Hauptangeklagten über das Internet angestiftet haben.

Detmold: Per Webcam zum Missbrauch angestiftet

Er ist unter anderem wegen Anstiftung zum schweren sexuellen Missbrauch und Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern angeklagt. Im Zeitraum zwischen 2010 und 2011 soll er an mehreren Live-Übertragungen per Webcam beim Missbrauch von Kindern auf dem Campingplatz teilgenommen haben, heißt es in der Anklageschrift. Beginn der Verhandlung in Detmold ist um 17 Uhr.

Prozess in Detmold: Taten seien nicht vergleichbar

Der psychologische Gutachter hatte bei dem Mann aus Niedersachsen "keine pädophile Neigung" festgestellt. Das Gericht hatte das Verfahren im Detmolder Prozess gegen Andreas V. und Mario S. abgetrennt. Grund sei, dass die Taten nicht mit denen der anderen beiden Männer zu vergleichen seien. Heiko V. sei nie vor Ort gewesen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm außerdem vor, 40.000 Dateien besessen zu haben. Die Videos und Bilder zeigen Kinder- und Jugendpornografie.

Mehrere Zuschauer und Journalisten in Detmold

Für die Kleinstadt Detmold handelt es sich in diesem Fall um einen Mammutprozess. Er beschäftigt die Presse bundesweit. Mehrere Zuschauer, Journalisten und Prozessbeteiligte werden an der Paulinenstraße erwartet. Mehrere TV-Übertragungswagen werden geparkt.

Kürzlich gab es im Missbrauchsfall Lügde eine überraschende Entwicklung. Ein Mann aus dem Kreis Höxter ist ins Visier der Polizei geraten. Die Ermittler aus Detmold entdeckten weitere Datenträger.

Außerdem: Obwohl ihre Tochter Opfer von sexuellem Missbrauch geworden ist, soll eine Frau zunächst von einer Anzeige abgesehen haben. Stattdessen habe sie vom Täter Geld gefordert. Nun hat einer der Hauptangeklagten in Detmold Anzeige gegen sie erstattet. Bei einem Unfall wurde ein Motorradfahrer schwer verletzt. Er krachte in Detmold mit einem Pkw zusammen.

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