Sicherheitsmaßnahme

Flüchtlingshelferin in Büro eingesperrt: Verfahren eingestellt

Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen die Leiterin der Ausländerbehörde. (Symbolbild)
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Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen die Leiterin der Ausländerbehörde. (Symbolbild)

War es Freiheitsberaubung oder eine Sicherheitsmaßnahme? Eine Flüchtlingshelferin wurde in der Ausländerbehörde in Detmold in ein Büro gesperrt. Die Staatsanwaltschaft hat ermittelt. 

  • Eine Flüchtlingshelferin wurde in der Ausländerbehörde in Detmold eingeschlossen. 
  • Die Maßnahme diente der Festnahme eines Mannes. 
  • Die Frau erstattete jedoch Anzeige wegen Freiheitsberaubung.

Detmold – Eine Flüchtlingshelferin hatte die Leiterin der Ausländerbehörde in Detmold Ende des vergangenen Jahres wegen Freiheitsberaubung und Nötigung angezeigt. Der Kreis Lippe hatte die Vorwürfe gegen die Leiterin in Detmold vehement abgewiesen. Die Staatsanwaltschaft hat daher die Ermittlungen aufgenommen. 

Detmold (NRW): Frau von Leiterin in Büro eingesperrt

Im November 2019 hatte eine Flüchtlingshelferin einen Mann zur Ausländerbehörde in Detmold begleitet. Er war bereits seit vier Monaten ausreisepflichtig. Im Rahmen des Termins wollte die Polizei den Mann festnehmen und abschieben. Da der 30-Jährige jedoch als gefährlich galt, mussten besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. 

Die Leiterin der Ausländerbehörde in Detmold hatte die Flüchtlingshelferin in ein leeres Büro gebeten und nach ihnen die Tür abgeschlossen. Die Maßnahme hatte die Frau daraufhin jedoch auch erklärt. Das Einschließen soll, so ist sich die Staatsanwaltschaft Detmold sicher, sich nicht über einen längeren Zeitraum hingezogen haben und zudem habe die Frau nicht gegen die Sicherheitsmaßnahme protestiert. 

Staatsanwaltschaft Detmold sieht keinen Grund zur Anklage

Nachdem die Festnahme des Mannes ohne Zwischenfälle durchgeführt wurde, öffnete die Leiterin der Ausländerbehörde die Tür sofort wieder. Dass die Sicherheitsmaßnahme begründet war, zeigte sich später: Der 30-Jährige hatte das Fragment einer Rasierklinge bei sich. Damit verletzte er beim anschließenden Transport in Detmold sich selbst und einen Mitarbeiter der Ausländerbehörde. 

Die Flüchtlingshelferin hatte einen Monat nach dem Vorfall gegen die Leiterin der Ausländerbehörde Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft hat sich mit dem Fall aus Detmold befasst, ist jedoch zu dem Schluss gekommen, dass es sich nicht um Freiheitsberaubung handelt.

Vor einigen Monaten musste die Feuerwehr zu einem Flüchtlingsheim in der Region ausrücken – nach dem Brand in Bielefeld kam ein schrecklicher Verdacht auf. Für einen Polizei-Einsatz sorgte kürzlich ein Mann: der 25-Jährige brach in Minden in die Wohnung seiner Ex-Freundin ein. Dann schloss er sich mit ihr im Bad ein, wo er sie misshandelte. 

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