Herford (NRW)

Empörung im Corona-Lockdown: Freikirche hält Gottesdienst ohne Masken ab

Mitten in der zweiten Corona-Hochphase sorgt eine Freikirche in Herford (NRW) für Empörung: Sie veranstaltete einen Gottesdienst mit über 100 Teilnehmern – ohne Masken.

Herford – Die zweite Welle des Coronavirus‘ hat Deutschland mit voller Wucht getroffen. Ein harter Lockdown war die Folge. Mitten in der Weihnachtszeit stand das öffentliche Leben plötzlich still. Einzelhandel und Gastronomie mussten schließen, Weihnachtsmärkte wie der in Bielefeld wurden abgesagt*, das Weihnachtsfest wurde unter strengen Corona-Regeln* gefeiert.

Ein Streitpunkt, der sich bereits seit dem ersten Lockdown durch die Diskussionen von Bund und Ländern zog, waren die Gottesdienste. Sehr zum Unverständnis vieler Bürger wurden Gottesdienste und religiöse Zusammenkünfte nicht dauerhaft verboten, lediglich die Hygienebestimmungen wurden verschärft. Kritik für diese Entscheidung kam von vielen Seiten. Was sich jedoch jüngst eine Freikirche in Herford (NRW) erlaubte, dürfte auch hartgesottenen Kirchgängern sauer aufstoßen.

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Herford (NRW): Über 100 Gläubige feiern Gottesdienst ohne Schutzmasken

Wie owl24.de* berichtet, hielt eine Freikirche in Herford-Falkendiek die aktuell geltenden Corona-Hygieneregeln nicht ein. Demnach gilt ein Mindestabstand von 1,5 Metern, Maskenpflicht am Platz und ein Gesangsverbot. Diese Bestimmungen werden in fast allen Fällen auch strikt befolgt. Doch offenbar sahen die Gläubigen der Kirchengemeinde „Jesu Christie“ es in der erwähnten Messe am Samstag (2. Januar) damit nicht so eng.

Herford (NRW): Auch in Gotteshäusern gelten strenge Corona-Regeln.

Wie die Polizei Herford mitteilt, war von diesen Corona-Regeln in dem Gottesdienst nämlich nichts zu sehen. Als die Beamten gegen 18.20 Uhr die Räume betraten, stellten diese „mehr als hundert Erwachsene und Kinder fest, die weder einen ausreichenden Abstand hielten, noch einen erforderlichen Mund-Nasen-Schutz trugen. Zudem war bereits außerhalb des Gebäudes deutlicher Gesang für die Beamten wahrzunehmen.“

Polizei beendet Gottesdienst in Herford (NRW): Teilnehmer verstecken sich

Die Polizei Herford beendete den Gottesdienst umgehend, nachdem sie mit einem Pastor und einem weiteren Verantwortlichen gesprochen hatten. Zusätzlich erstattete die Polizei insgesamt 111 Anzeigen wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz gegen die Veranstalter und Besucher der Messe. Als die Polizisten durch die Türen des Gottesdienstes hereinkamen, versuchten sich viele der Teilnehmer in anderen Räumen und im Keller zu verstecken.

Der Bürgermeister von Herford, Tim Kähler, fand keine versöhnlichen Worte für das Verhalten der Glaubensgemeinschaft: „Religionsfreiheit hin oder her, dafür habe ich kein Verständnis. Die meisten Menschen halten sich doch an die Regeln, wir alle geben uns alle Mühe.“ Einen Überblick über die Corona-Lage in NRW gibt es im Newsticker der Kollegen von msl24.de und owl24.de*. (*Owl24.de und msl24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.)

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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