Ungelöste Kriminalfälle

„Aktenzeichen XY“: Alle Infos zur Fahndungssendung im ZDF

Mord, Betrug, Einbruch – mit diesen Themen beschäftigt sich die Fahndungssendung „Aktenzeichen XY“ des ZDF. Ermittler präsentieren wahre Verbrechen, bei deren Aufklärung die Zuschauer helfen können.

Wahre Verbrechen faszinieren die Menschen – das ist spätestens seit der ersten Folge von „Aktenzeichen XY“ bekannt. Die Sendung, die der Polizei dabei helfen soll, reale Kriminalfälle mittels Hinweisen von Zuschauern zu lösen, ist eines der ältesten Formate des ZDF.

ShowAktenzeichen XY... ungelöst?
SenderZDF
ModeratorRudi Cerne
Erstausstrahlung1967

True Crime bei „Aktenzeichen XY“: So funktioniert das Konzept der Fahndungssendung

Seit der Erstausstrahlung im Jahr 1967 verzeichnet die Sendung, die zum Genre „True Crime“ zählt, hohe Quoten. „Aktenzeichen XY“ wird derzeit vom Journalisten Rudi Cerne moderiert. Die Sendung, die ein Mal im Monat live ausgestrahlt wird, befasst sich mit drei bis sechs Kriminalfällen, die entweder in einem nachgestellten Film von rund zehn Minuten Länge gezeigt oder als Studiofall von einem Ermittler erklärt werden.

Während der Sendezeit und auch noch darüber hinaus bis 1.30 Uhr in die nachfolgende Nacht hinein haben die Zuschauer die Möglichkeit, im Studio anzurufen oder sich an eine Polizeidienststelle in der Nähe wenden. Am Ende der Folge gibt es einen Zwischenstand, der von Alfred Hettmer vom LKA Bayern erklärt wird. Dabei wird besprochen, wie viele Hinweise bei „Aktenzeichen XY“ eingegangen sind und ob schon etwas Verwertbares dabei war. Die Sendung wird im ZDF-Studio in Unterföhring aufgezeichnet.

Nächste Sendung: Wann läuft Aktenzeichen XY im ZDF?

Aktenzeichen XY“ mit Rudi Cerne wird ein Mal im Monat jeweils mittwochs im ZDF ausgestrahlt. Dabei startet die Sendung immer um 20.15 Uhr und dauert rund 90 Minuten. Dies sind die nächsten Sendetermine:

  • 14. Oktober, 20.15 Uhr im ZDF (Folge 559)
  • 4. November, 20.15 Uhr im ZDF (Cold Case Special)
  • 18. November, 20.15 Uhr im ZDF (Folge 560)

„Aktenzeichen XY“ im ZDF: Wo kann ich die Folgen gucken?

Wenn Sie eine Folge von „Aktenzeichen XY“ im ZDF verpasst haben, gibt es die Möglichkeit, sie nachträglich anzuschauen. Rund einen Monat lang wird jede ausgestrahlte Episode online in der Mediathek zum Abruf bereitgestellt. Auch die jeweiligen Fälle und Interviews mit Experten sind dort einzeln verfügbar.

„Aktenzeichen XY“: Ergebnisse und gelöste Fälle der Fahndungssendung des ZDF

Etwa 40 Prozent der Fälle, die bei „Aktenzeichen XY“ gezeigt werden, werden aufgeklärt. Die Sendung nutzt dabei die große Reichweite, um mögliche Zeugen in der Bevölkerung zu finden. Der allererste Fall, der mithilfe von Hinweisen in der Sendung aufgeklärt werden konnte, war 1968 der Mord an Dr. Bernhard Boll.

Der 54 Jahre alte Verleger wurde in seinem Wochenendhaus von einem Einbrecher erschlagen. Durch die Wiedergabe des Falles bei „Aktenzeichen XY“ erkannte ein Zuschauer eine Uhr, die der Täter dem Toten gestohlen hatte, wieder. Sein Sohn hatte diese Uhr erst kürzlich in einem Pfandleihhaus verkauft – und konnte nun des Mordes überführt werden.

In einem regelmäßigen Special von „Aktenzeichen XY“ geht es zudem ausschließlich um gelöste Fälle. Seit Beginn der Sendung bis zum Juli 2020 wurden in dem ZDF-Studio bereits 4791 Fälle behandelt, von denen 1913 aufgeklärt werden konnten. Dabei handelt es sich bei jedem dritten Fall um einen Mord.

Auszeichnung für Zivilcourage: Der XY-Preis des ZDF

Ein Mal im Jahr wird der so genannte „XY-Preis“ vergeben. Dabei handelt es sich um eine Auszeichnung für besondere Zivilcourage. In jeder Sendung von „Aktenzeichen XY“ im ZDF wird eine Person vorgestellt, die die Trophäe verdient hätte. Dafür kann sie etwa ein Verbrechen verhindert oder zur Aufklärung desselbigen beigetragen haben.

Der Preis wird unter der Schirmherrschaft des Bundesinnenministeriums vergeben. Er ist einerseits eine Belohnung und Anerkennung des lobenswerten Verhaltens. Andererseits soll er die Zuschauern dazu motivieren, in kritischen Situationen ebenfalls zu helfen. Nicht nur Privatpersonen können nominiert werden, sondern auch Organisationen oder Polizeidienststellen. Eine Fachjury entscheidet über den Gewinner des „XY Preises“. Pro Jahr gibt es üblicherweise drei Preisträger.

Von Anfang an bei „Aktenzeichen XY“ dabei: Moderator Eduard Zimmermann

Der Erfinder von „Aktenzeichen XY“ ist Eduard Zimmermann. Er rief die ZDF-Sendung im Jahr 1967 ins Leben. Sie ging aus einer anderen Show hervor, die er moderierte: „Vorsicht Falle – Nepper, Schlepper Bauernfänger“. 300 Folgen hat er moderiert, bevor er sein Amt 1997 abgab. Zimmermann starb 2009 im Altern von 80 Jahren.

Zimmermann war zuvor selbst Opfer eines Betrugs geworden und wollte ein Format ins Leben rufen, das die Zuschauer vor solchen Maschen warnt. Anlässlich der 100. Folge von „Aktenzeichen XY“ erhielt der Journalist im Jahr 1977 das Bundesverdienstkreuz von Bundespräsident Walter Scheel für sein Bemühen zur Verbrechensaufklärung.

Rudi Cerne: Moderator von „Aktenzeichen XY“ seit 2002

Nach Eduard Zimmermann wechselte die Moderation von „Aktenzeichen XY“. Seit 2002 gibt es jedoch wieder einen langjährigen Moderator. Rudi Cerne steht seit 2002 für das True-Crime-Format des ZDF vor der Kamera. Zuvor war er Sportjournalist und kommentierte unter anderen Eiskunstlauf und Tanzturniere.

Inzwischen moderiert Rudi CerneAktenzeichen XY“ bereits seit 18 Jahren. Außerdem ist er seit 2014 Botschafter der „Aktion Mensch“, für die er regelmäßig sonntags die Ziehung der Lose moderiert. Darüber hinaus moderiert er den Sportteil von „ZDF heute“.

„Aktenzeichen XY... ungelöst“: Rudi Cerne spricht in der Fahndungssendung über ungeklärte Verbrechen

„Aktenzeichen XY“-Specials: Wo ist mein Kind, Vorsicht Betrug, Vorsicht Urlaubsfalle und gelöst

Die normalen Folgen von „Aktenzeichen XY“ werden ein Mal im Monat ausgestrahlt. Manchmal gibt es jedoch auch zusätzliche Sendungen, die ein bestimmtes Thema haben. So suchen Eltern in der Folge „Wo ist mein Kind?“ nach ihrem Nachwuchs, der zumeist spurlos verschwunden ist und erhoffen sich so eine Aufklärung des Falls.

In „Vorsicht Urlaubsfalle“ berichten die Ermittler von Verbrechen im Ausland, die Deutschen in den Ferien passiert sind. So werden dort etwa Betrugsmaschen oder Überfälle präsentiert. In einem anderen Special von „Aktenzeichen XY“ mit dem Titel „Vorsicht Betrug“ dreht sich alles um die Maschen von Gaunern. Telefon- und Trickbetrüger, Erbschleicher oder falsche Enkel werden in diesem Format thematisiert. Dies soll auch dazu beitragen, dass die Zuschauer die Maschen solcher Verbrecher schneller durchschauen.

Aktenzeichen XY... gelöst“ ist eine Sondersendung des Formats, in der ausschließlich Verbrechen gezeigt werden, die mithilfe von Hinweisen aufgeklärt werden konnten. Im Juli 2020 etwa stand für ein Special dieser Art die Kriminalpsychologin Lydia Benecke dem Moderator Rudi Cerne Rede und Antwort und hat den Zuschauern einen Einblick in die Psyche der Täter gegeben. Auf diese Weise wurden drei längere Fälle besprochen.

Im November 2020 ist ein Cold-Case-Special von „Aktenzeichen XY“ geplant. Dabei handelt es sich um ältere Fälle, die aufgrund neuer DNA-Hinweise oder anderer Spuren nach Jahren erneut aufgerollt werden. Oft erstellen dafür Ermittler der Operativen Fallanalyse des jeweiligen LKAs ein Profil des Täters.

Rubriklistenbild: © ZDF/ Nadine Rupp

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