Kreis Gütersloh

„Die Leute hat das nicht interessiert“: Ließen Autofahrer sterbenden Mann auf A33 zurück?

Ein tragisches Unglück ereignete sich jüngst auf der A33 bei Gütersloh. Die Polizei erhebt nun schwere Vorwürfe gegen einige Verkehrsteilnehmer.

Steinhagen – Vor etwa zwei Wochen verstarb ein 33-jähriger Lkw-Fahrer auf der A33 im Kreis Gütersloh. Wie die Polizei mitteilt, soll der Mann auf der Autobahn in Fahrtrichtung Fulda in seinem Fahrzeug ums Leben gekommen sein.

Die Kreispolizeibehörde Gütersloh hat nach dem tragischen Vorfall bei Steinhagen ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Die Ermittlungen ergaben nun, dass der Lkw-Fahrer ohne Fremdverschulden ums Leben kam. Ein Unfall auf der A33 bei Steinhagen im Kreis Gütersloh ist dem Versterben des Mannes ebenfalls nicht vorausgegangen.

AutobahnA33
Gebaut1966
Länge106 km

A33 bei Steinhagen: Dramatisches Video zum Unglück aufgetaucht

In den sozialen Medien kursierten in den Tagen nach dem tödlichen Unglück auf der A33 ein Video, mit dem sich jetzt die Polizei Gütersloh beschäftigt. Demnach ist darauf zu sehen, wie einige Verkehrsteilnehmer an dem 33-Jährigen vorbeigefahren sind, ohne ihm Hilfe zu leisten. Die Person, die das Video geteilt hat, versuchte dem Lkw-Fahrer noch zu helfen und andere Autofahrer auf die dramatische Situation aufmerksam zu machen.

Fünf Verkehrsteilnehmer hätten den Mann und dessen Anhaltezeichen jedoch ignoriert. Erst der sechste Fahrer habe angehalten – gemeinsam holten sie den 33-Jährigen aus seinem Führerhaus. Als die Rettungssanitäter auf der A33 bei Gütersloh eintrafen, war er jedoch bereits tot. „Die Leute hat das nicht interessiert, die sind einfach weitergefahren“, berichtete der Macher des Videos nach dem Vorfall in Steinhagen damals.

Tod auf der A33 bei Steinhagen (Kreis Gütersloh): Polizei ermittelt

„Durch die Kreispolizeibehörde Gütersloh wurde ein Verfahren aufgrund des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung eingeleitet“, teilen die Beamten nun mit. Bürger sind dieser allgemeinen Solidaritätspflicht unterstellt, um Menschen in Not Hilfe zu leisten, sofern sich ein Unglücksfall ereignet hat – eben wie kürzlich auf der A33 bei Steinhagen.

Sollte eine unterlassene Hilfeleistung geahndet werden, droht eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. Nach dem Tod des Lkw-Fahrers auf der A33 vor zwei Wochen sucht die Polizei Gütersloh dringend nach Zeugen, die am besagten Tag gegen 19 Uhr auf der Autobahn westlich von Bielefeld unterwegs waren.

Jegliche Hinweise nimmt die Kreispolizeibehörde Gütersloh unter der Telefonnummer 05241/86 90 entgegen. Den Macher des Videos, der die Beerdigung des Verstorbenen besucht hatte, belastet der Vorfall auf der A33 bei Steinhagen noch sehr. „Ich habe noch dran zu knabbern“, sagte er. Auf der A33 bei Gütersloh kam es derweil erst vor wenigen Tagen zu einem schweren Lkw-Unfall.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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