Disziplinarverfahren in NRW eingeleitet

Rassismus-Vorwürfe gegen Paderborner Polizisten

Die Polizeibehörde Paderborn (NRW) ermittelt aktuell gegen einen Beamten. Kollegen hatten ihn wegen rassistischer Äußerungen gemeldet.

  • Die Polizei Paderborn kämpft aktuell mit einem Fall von Rassismus in den eigenen Reihen.
  • Ein Streifenpolizist soll sich dementsprechend geäußert haben.
  • Gegen ihn wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

Paderborn – Wie die Kreispolizeibehörde Paderborn (NRW) jüngst bekannt gab, läuft aktuell ein Strafverfahren gegen einen ihrer Beamten. Der 45-jährige Streifenpolizist war offenbar durch rassistische Äußerungen aufgefallen. Diese seien im internen Bereich gefallen. Mehrere Kollegen des Mannes wollten dies offenbar nicht hinnehmen und meldeten die Vorfälle Anfang August 2020 einem Vorgesetzten, wie owl24.de* berichtet.

StadtPaderborn
BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Einwohner 151.633 (2019)

Paderborn: Polizist nach rassistischen Äußerungen strafversetzt

Der Fall um die Rassismus-Vorwürfe gegen den Polizisten gelangte über den Vorgesetzten umgehend an die Behördenleitung in Paderborn*. Die erste Reaktion war eine Strafversetzung des 45-Jährigen in den Innendienst. Mittlerweile wurde auch ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet.

Die Staatsanwaltschaft Paderborn wertet aktuell aus, inwiefern der Polizeibeamte strafrechtlich belangt werden kann. Laut Mitteilung der Polizei werde die Situation von allen Beteiligten sehr ernst genommen, da rassistische Äußerungen in den Reihen der Polizei nichts zu suchen hätten. Der Fall aus Paderborn kommt zu einem brisanten Zeitpunkt ans Licht. Momentan stehen Rassismus und Gewalt bei der Polizei nicht nur in den USA auf dem Prüfstand: Auch in Frankfurt und Düsseldorf müssen sich die Polizeibeamten den Vorwürfen von unverhältnismäßiger Gewalt stellen*.

Düsseldorf: Die Aufnahme einer Festnahme sorgt für Aufsehen.

Paderborn: Landrat Manfred Müller zu den Rassismus-Vorwürfen

Auch der Landrat des Kreises Paderborn, Manfred Müller (CDU) äußerte sich bereits zu dem brisanten Sachverhalt innerhalb der Polizeibehörde. In einem Statement findet er klare Worte: „Unsere Kolleginnen und Kollegen dulden keinen Rassismus. Weder untereinander noch gegenüber Bürgerinnen und Bürgern. Den jetzt vorliegenden Sachverhalt werden wir im Disziplinarverfahren aufarbeiten. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, hat der Betroffene die beamtenrechtlichen und gegebenenfalls auch strafrechtlichen Konsequenzen zu tragen.

Zusätzlich zu den entsprechenden Vorgesetzten stünden den Polizeibeamten in Paderborn auch unabhängige Extremismus-Beauftragte zur Verfügung. An diese könnten sich die Beamten jederzeit wenden, um rassistische Vorkommnisse oder Aussagen zu melden. Auch, wenn Polizisten oder andere Mitarbeiter der Behörde selbst von Rassismus betroffen seien, könnten sich diese sich an die Beauftragten wenden.

Erst kürzlich warteten ganz andere Herausforderungen auf die Polizei in Paderborn, als am Wochenende in der Stadt übermäßig viele Ruhestörungen und illegale Partys trotz Corona stattfanden*. Aktuell gibt es einen Großeinsatz der Polizei in Büren. Die Schule im Kreis Paderborn musste wegen eines Sprengkörpers evakuiert werden*. (*Owl24.de und Merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes)

Rubriklistenbild: © picture alliance/Matthias Balk/dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare