Es gibt ein Schlupfloch

Maskenpflicht auf Mallorca: Kann ich meinen Urlaub wegen der Coronavirus-Maßnahmen kostenlos stornieren?

Die Maskenpflicht auf Mallorca zur Eindämmung des Coronavirus ärgert viele Reisende. Doch können sie ihren Urlaub dort allein aus diesem Grund stornieren oder abbrechen?

  • Wegen des Coronavirus* gilt auf Mallorca und den Balearen eine Maskenpflicht.
  • Viele Deutsche verbringen ihren Urlaub 2020 auf Mallorca.
  • Ein Reiserechtler erklärt, ob der Urlaub wegen der Maskenpflicht storniert werden kann.

Palma/Hannover - Die Maskenpflicht für Mallorca und die anderen Balearen zur Eindämmung des Coronavirus ärgert viele Reisende. Aber können sie allein wegen dieser Regelung ihren Urlaub im Sommer 2020 abbrechen oder anstehende Reisen kostenlos stornieren? Reiserechtler Paul Degott aus Hannover klärt die wichtigsten Fragen.

InselMallorca
Fläche3640 Quadratkilometer
Einwohner (2019)896.038
Größte GemeindePalma de Mallorca
Bevölkerung (2019)923.608
Bevölkerungsdichte243 Einwohner pro Quadratkilometer

Coronavirus auf Mallorca: Urlaub 2020 trotz Maskenpflicht?

Über die Maskenpflicht auf Mallorca war lange gestritten worden, jetzt ist sie in Kraft getreten. Touristen, die 2020 Urlaub auf der Insel im Mittelmeer machen, müssen nun zur Eindämmung des Coronavirus in der Öffentlichkeit einen Mund-Nasenschutz tragen, berichtet wa.de*.

Nach Anordnung der Maskenpflicht schreckte eine weitere Hammer-Nachricht Wirte und Touristen auf: Die wichtigsten Partymeilen der Insel wurden geschlossen. Das betrifft die Bierstraße und die Schinkenstraße an der Playa de Palma* sowie den Straßenzug Punta Magaluf im Südwesten der Insel. Zu groß ist die Angst der mallorquinischen Regierung vor einer Ausbreitung des Coronavirus.

Coronavirus auf Mallorca: Touristen stornieren wegen der Maskenpflicht

Laut des Hotelverbands der Balearen (ACH) haben die ersten Touristen ihren Urlaub auf Mallorca wegen der Maskenpflicht bereits storniert. Die Schließung des Ballermanns könnte vor allem viele Party-Urlauber abschrecken.

Doch kann ich meinen Urlaub in diesem Sommer auf Mallorca allein wegen der Maskenpflicht kostenlos stornieren oder abbrechen? Reiserechtler Paul Degott aus Hannover erklärt, was möglich ist und was nicht.

Maskenpflicht auf Mallorca: Kostenloses Stornieren möglich?

Ein Recht zum Stornieren von Reisen nach Mallorca, die bereits vor der Einführung der Maskenpflicht gebucht wurden, hätte man nur, „wenn der Aufenthalt, also der Reisevertrag, erheblich beeinträchtigt wäre“, erläutert der Jurist. „Die Grenze zur Erheblichkeit ist mit der schlichten Maskentragepflicht aus meiner Sicht noch nicht erfüllt. Das ist eher ein allgemeines Lebensrisiko, das der Reisende ja auch hätte, wenn er in Deutschland zum Beispiel zum Einkaufen geht.“

Gleiches gelte für den Abbruch einer Reise von Pauschalurlaubern, die bereits auf Mallorca sind, sowie für die Frage eines Minderungsanspruchs. Urlauber können also nicht wegen einer Maskenpflicht Teile ihrer Reisekosten zurückverlangen. Und sie können auch nicht erwarten, dass der Veranstalter sie vorzeitig deswegen zurück nach Deutschland holt.

Maskenpflicht auf Mallorca: Schlupfloch für Pauschalurlauber

Es gibt allerdings ein Schlupfloch für Pauschalurlauber, die bereits wegen anderer Punkte mit ihrem Reiseverlauf auf Mallorca unzufrieden sind - und bei denen eine Maskenpflicht nur die Spitze eines Eisbergs darstellt. Degott nennt Beispiele für mögliche Einschränkungen, die dabei eine Rolle spielen könnten, etwa wenn

  • statt der gebuchten All-inclusive-Verpflegung mit Büfett wegen der Abstands- und Hygienepflichten ein gesetztes Essen angeboten wird und dies zu langen Warteschlangen vor dem Hotelrestaurant führt
  • oder der Spa-Bereich im Hotel ist geschlossen, obwohl man ihn bezahlt hat.

„Wenn sich das kumuliert und dann kommt die allgemeine Maskenpflicht noch obendrauf, dann sind wir deutlich in dem Bereich erhebliche Beeinträchtigung und Rücktrittsrecht“, sagt Degott.

Maskenpflicht auf Mallorca: Pauschalreisende können sich beim Veranstalter beschweren

Das Vorgehen ist dann das Gleiche wie bei Pauschalreisemängeln auch sonst: Zuerst muss sich der Reisende beim Veranstalter beschweren und die bemängelten Punkte am besten mit Fotos dokumentieren. Nun mache es wegen der Maskenpflicht eigentlich wenig Sinn, sich beim Veranstalter zu beschweren, führt der Reiserechtler aus. „Aber trotzdem: Die Rechtsprechung bis hin zum Bundesgerichtshof verlangt, dass man auch bei Sachverhalten, an denen der Veranstalter nichts ändern kann, sich beschwert und Abhilfe verlangt. Wenn es auch nur darum geht, dass der Veranstalter weiß: Da gibt es Ärger.“

Auf Mallorca gilt die Maskenpflicht. Das schreckt viele Reisende ab, ihren Urlaub im Sommer 2020 auf der Insel zu verbringen. Ausnahmen der Maskenpflicht sollen am Strand, am Pool, beim Essen und Trinken sowie beim Sport gelten. (Symbolbild)

Coronavirus auf Mallorca: Ausnahmen der Maskenpflicht

Die weitgehende Maskenpflicht* auf Mallorca und den Balearen sieht seit Montag (13. Juli) das Tragen einer Maske über Mund und Nase praktisch überall außerhalb der eigenen vier Wände vor - auch dann, wenn der Sicherheitsabstand zu Anderen gewahrt werden kann.

Ausnahmen sollen am Strand, am Pool, beim Essen und Trinken sowie beim Sport gelten. Bei einer Missachtung kann ein Bußgeld von 100 Euro fällig sein. In den ersten Tagen soll es jedoch spanischen Medienberichten zufolge zunächst nur Ermahnungen geben.

Vorbild der Regelung ist eine Maskenpflicht in Katalonien und Extremadura. Auch andere spanische Regionen bereiten eine solche Maskenpflicht vor.

Trotz Coronavirus möchten viele Deutsche nicht auf den Urlaub 2020 in verzichten. An Urlaub war in Italien vor einigen Wochen noch nicht zu denken. Das Coronavirus hatte kaum ein anderes Land so getroffen. Doch auch in Italien ist es wieder möglich, Urlaub zu machen. Ein Party-Video vom Goldstrand in Bulgarien sorgte für Aufregung. Touristen aus Deutschland müssen einiges beachten. Die Zahl der Infektionsfälle mit dem Coronavirus in Kroatien steigt wieder an. Die Konsequenz: Auch Kroatien verschärft einige Regeln für Urlauber. - wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa / Clara Margais

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