Polyphasischer Schlaf

Mann dreht wegen Schlaf-Experiment durch - weil er nur vier Stunden am Stück schläft

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Bloß nicht einschlafen: Bei polyphasischem Schlaf sind maximal fünf Stunden täglich erlaubt - allerdings aufgeteilt und nicht am Stück.

Wer polyphasisch schläft, schlummert keine sieben bis acht Stunden am Stück, sondern teilt seinen Schlaf auf. Der Selbstversuch eines US-Amerikaners geht jetzt viral.

Um 23 Uhr ins Bett und um sieben Uhr morgens aufstehen - so sieht der Schlafrhythmus vieler Menschen aus. Es gibt allerdings auch Verfechter eines ganz anderen Schlaf-Konzepts: das sogenannte polyphasische Schlafmodell. Hier schläft man nicht seine sechs bis neun Stunden am Stück, sondern teilt die Schlaf-Episoden über den Tag und die Nacht auf. Sehr ungewöhnlich, dachte sich ein Mitarbeiter eines US-amerikanischen Medienunternehmens und probierte es aus.

Everyman-Selbstversuch: Wie sinnvoll ist polyphasischer Schlaf wirklich?

Ryan Bergara, der für das News-Portal Buzzfeed arbeitet, schläft wie die meisten Menschen "monophasig" - schlummert also seine sechs bis neun Stunden am Stück durch. Als er vom polyphasischen Schlafmuster hörte, war er erst skeptisch: Da gibt es etwa das triphasische Modell, das nur etwa fünf Stunden Schlaf vorsieht - verteilt auf drei Schlafphasen à 1,5 Stunden. Oder noch krasser: das Uberman-Schlafmuster. Uberman steht hier für Übermensch - und das muss man wohl sein, wenn man dieses Modell durchhalten möchte. Uberman-Schläfer bekommen nur zwei Stunden Schlaf - aufgeteilt auf sechsmal 20 Minuten alle vier Stunden. Nebeneffekt des Uberman-Schlafmodells, wenn man es ein Leben lang durchzieht: zwanzig Jahre länger wach als ein Mensch, der "normal" schläft.

Auch das Everyman-Schlafmuster zählt zu den polyphasischen Schlafmodellen. Hier wird rund fünf Stunden geschlafen, aufgeteilt auf drei Phasen. Die Hauptschlafphase dauert etwas mehr als vier Stunden. Dazu kommen noch zwei 20-minütige Tagschlafphasen. Ryan Bergara machte den Realitäts-Check in seinem Artikel für das Portal Buzzfeed und fand im Selbstversuch heraus, wie umsetzbar das Everyman-Modell tatsächlich ist. Dazu informierte er sich bei Jackson Nexhip über die Idee des polyphasischen Schlafens. Der junge Mann teilt seinen Schlaf seit sechs Monaten auf und fühlt sich damit richtig wohl und energetisch.

Zu wenig Schlaf: "Ich konnte mich nicht wirklich konzentrieren und hatte krasse Kicheranfälle"

Bevor der Test starten sollte, kontaktierte Bergara den Schlafspezialisten Dr. Alon Avidan, Direktor des Zentrums für Schlafstörungen an der University of California in Los Angeles (USA). Dieser gab zu bedenken, dass die meisten Menschen mehr Schlaf zur Erholung bräuchten.

Doch Bergara startete seinen Selbtsversuch trotzdem - und musste schon an Tag zwei mit extremer Erschöpfung kämpfen. Er schrieb: "Tag eins und Tag zwei waren besonders schwer für mich. Am zweiten Tag war es schwierig, Energie fürs Training oder einfach nur die täglichen Aufgaben zu mobilisieren." Am fünften Tag begann Bergara dann regelrecht durchzudrehen: "Ich konnte mich nicht wirklich konzentrieren und hatte krasse Kicheranfälle." erinnert er sich. An Tag sieben hielt er es nicht mehr aus und gönnte sich Extra-Schlaf. Sein Fazit: Er würde das Everyman-Modell definitiv niemandem empfehlen.

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Wer nicht mehr als diese Stundenzahl schläft, macht etwas grundlegend richtig.

jg

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