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Fahrrad statt Auto: ADAC empfiehlt Radschnellwege als Alternative für Pendler

Fahrrad statt Auto: ADAC empfiehlt Radschnellwege als Alternative für Pendler
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Radschnellwege sollen vor allem Berufspendler zum Umstieg aufs Fahrrad motivieren.

Der ADAC sieht Radschnellwege als geeignete Alternative für Berufspendler. Ein Ausbau soll diese zum Umstieg vom Auto aufs Fahrrad bewegen.

  • In Deutschland können wir uns nicht über ein schlechtes Autobahn-Netz beklagen.
  • Staus lassen sich trotzdem nicht immer vermeiden - besonders zu Stoßzeiten.
  • Um für eine Entlastung der Autobahnen zu sorgen, sieht der ADAC den Ausbau von Radschnellwegen als geeignete Maßnahme.

Zu Stoßzeiten müssen Berufspendler mit viel Verkehr auf den Straßen rechnen. Der Weg zur Arbeit und zurück kann so nicht nur viel Zeit, sondern auch Nerven kosten. Aus diesem Grund sieht der ADAC den Ausbau von Radschnellwegen in Deutschland als empfehlenswerte Maßnahme, die Autofahrer zum Umstieg aufs Fahrrad oder E-Fahrrad bewegen sollen.

Radschnellwege: Die Vorteile der "Fahrradautobahnen"

Demnach soll dies gerade für Pendler sinnvoll sein, die Entfernungen zwischen 5 und 15 Kilometern zurücklegen müssen. Aus diesem Grund hält der ADAC vor allem Strecken geeignet, die Städte mit umliegenden Ortschaften verbinden, aber auch Stadt-Stadt-Verbindungen. Um für eine Entlastung auf den Autobahnen aber auch des ÖPNV zu sorgen, sollen die "Fahrradautobahnen" im selben Korridor wie die Straßen und Schienen entlang führen. Innerstädtisch seien Radschnellwege schwieriger zu realisieren, da hier ein höherer Aufwand notwendig wäre.

Doch auch für den Ausbau der Schnellstraßen außerorts müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Radschnellwege nur da, wo sie auch genutzt werden

Radschnellwege kosten viel Geld. Aus diesem Grund sollen nur dort welche entstehen, wo eine hohe Nutzung erwartbar ist. Idealerweise sollten dort täglich mindestens 2.000 Fahrradfahrer unterwegs sein. Daher würden sich Einzugsbereiche eignen, in denen viele Arbeitsplatzschwerpunkte, Einkaufszentren, Gewerbegebiete und Hochschulen vorzufinden sind.

Der ADAC geht auch näher auf die Qualitätsstandards ein, die Radschnellwege erfüllen müssen. Es muss demnach gewährleistet werden, dass zwei Radfahrer* nebeneinander fahren können und dass ein Dritter trotzdem noch ausreichend Platz hat, sie zu überholen. Dafür müssten die Straßen im Einrichtungsverkehr mindestens drei Meter und im Zweirichtungsverkehr vier Meter breit sein. Die Mindestlänge der Radschnellwege soll fünf Kilometer betragen. Durch die Vermeidung von Ampeln, Brücken und Unterführungen soll es zudem möglich sein, dass Radfahrer ein durchschnittliches Tempo von 20 km/h erreichen können. Ebenfalls wichtig sei, dass die Fahrbahn aus einem hochwertigen Belag besteht und für eine ausreichende Beleuchtung gesorgt ist.

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Radschnellwege: Vorbild Niederlande

Die Niederlande gelten als Vorreiter in Sachen Radverkehr. Dort hat der Ausbau der Radschnellwege bereits jahrelange Tradition. Laut ADAC führen derartige Bemühungen dort in der Regel dazu, dass bis zu 15 Prozent der Autofahrer auf das Fahrrad umsteigen.

Einige erfolgreiche Beispiele von Radschnellwegen gibt es auch bereits in Deutschland: die Nordbahnstraße Wuppertal, den eRadschnellweg Göttingen oder die Veloroute 10 in Kiel.

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ök

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