"LKW parkt auf Gehweg..."

DHL sucht "Foto des Jahres" und bekommt Fehlverhalten seiner Fahrer aufgezeigt

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Kunden nutzen eine Marketing-Aktion von DHL, um Beschwerden zu äußern.

Eigentlich wollte DHL mit einer Marketing-Aktion die schönsten Bilder der Kunden sammeln. Die erhielt der Zusteller auch - aber nicht so, wie gedacht. 

Im Rahmen einer PR-Kampagne wollte sich DHL eigentlich auf die Suche des DHL-Fotos des Jahres 2019 machen. Kunden sollten ihre Vorschläge auf den sozialen Netzwerken posten, um Chancen bei einem Preisausschreiben zu haben. Die Bilder ließen nicht lange auf sich warten - allerdings dürfte DHL sich das etwas anders vorgestellt haben.

Kunden nehmen DHL-Aktion als Anstoß, Kritik zu äußern

Denn anstatt von tollen Erlebnissen zu berichten oder positive Bilder zu teilen, trat die Aktion eher ein Bashing los. In zahllosen Kommentaren nutzen User nun die Gelegenheit, DHL zu kritisieren und aufs Korn zu nehmen. Insbesondere bemängeln die Kunden, dass DHL-Paketboten nicht auf die Verkehrsregeln achten und Fahrradwege blockieren. "'DHLFanfoto #dhlfotowettbewerb oder wie gefährde ich Radler effektiv, obwohl ich hätte auch in die Lücke fahren können", meint zum Beispiel ein Nutzer.

Ein anderer User teilt ebenfalls ein Bild eines DHL-Fahrzeugs und schreibt: "Hier mal wieder beim Radwegblockieren..."

"LKW parkt auf Gehweg, beschädigt diesen und versperrt die Sicht auf die Straße. Fußgänger müssen sich gefährlich vortasten, um über die Straße zu gehen. Menschen in Rollstühlen, Rollatoren oder mit Kinderwagen kommen nicht vorbei", berichtet ebenfalls ein Nutzer auf Twitter mit Beweisbild.

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Fahrradclub äußert Kritik: So reagiert DHL auf die negativen Kommentare

Sogar der Fahrradclub Köln (ADFC) mischt sich in die Diskussion ein und stellte eine ganze Collage an Bildern zusammen, die DHL-Fahrer zeigt, die auf Fahrradwegen halten.

Dabei will der Fahrradclub gar nicht die einzelnen Fahrer kritisieren, wie er betont, sondern das Geschäftsmodell von DHL. Nach Meinung des Clubs, sei das Falschparken schon einkalkuliert und schlägt deshalb vor, dass der Zusteller in engen Innenstädten mehr auf Microdepots und Lastenräder setzen sollte: "Und die Fahrer bitten wir - wo immer möglich, zumindest so zu halten, dass schwächere Verkehrsteilnehmer (z.B. Schulkinder, Fußgänger, Radfahrer) nicht behindert und gefährdet werden. Also im Zweifel auf der Fahrbahn halten und den Geh- und Radweg freihalten."

Auf die Kritik des Fahrradclubs reagiert DHL mit einem eigenen Tweet und weist darauf hin, dass die Zusteller dazu aufgefordert sind, sich an die geltenden Verkehrsregeln zu halten. Zudem arbeite das Unternehmen schon länger daran, ausgewiesene Lieferzonen mit Kommunalverantwortlichen auszuhandeln.

Bei all der Kritik finden manche Kunden aber auch noch positive Worte für den eigenen DHL-Boten. Eine Userin schreibt: "Nach dem ich mir das ganze Gebashe hier durchgelesen habe, möchte ich einmal Danke sagen an die DHL Fahrer in Kehl. Trotz Unterbezahlung und Dauerstress immer freundlich und zuverlässig."

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