Jan Hofer erklärt Pläne

„Irgendwann muss ja mal Schluss sein“: Tagesschau-Zeitenwende? TV-Urgestein spricht über Aus

Jan Hofer verkörpert die ARD-Tagesschau wie kein Zweiter. Doch wie lange steht der Chefsprecher noch vor der Kamera? Schon bald könnte Schluss sein.

  • Jan Hofer ist seit 2004 Chefsprecher der Tagesschau.
  • Ende des Jahres läuft sein Vertrag jedoch aus.
  • Hört der 70-Jährige dann ganz auf? Dieses Szenario scheint möglich.

Hamburg - Jan Hofer: Sein Gesicht steht für viele Deutsche für die Tagesschau. Seit 1985 ist Hofer bei den ARD-Nachrichten, seit 2004 Tagesschau-Chefsprecher. Den prestigeträchtigen Job macht der 70-Jährige nach eigenen Angaben schon mindestens drei Jahre länger, als es eigentlich geplant war. Sein Vertrag läuft bis Ende des Jahres. Wie geht es dann weiter? Nun spricht Hofer über seine Zukunft.

Tagesschau (ARD): Hört Chefsprecher Jan Hofer auf? „Irgendwann muss ja mal Schluss sein“

„Wir wollen im Juli, August in die nächsten Verhandlungen gehen und dann entscheiden“, sagte Hofer der Bild am Sonntag. Fürs Weitermachen spreche, dass er „wie kein Zweiter“ im Thema drin sei, auch was die Dienstplanung und Organisation im Hintergrund betrifft. „Aber irgendwann muss ja mal Schluss sein, ich kann nicht ewig weitermachen.“ 

Durch die Corona-Krise seien alle gerade so beschäftigt, dass die Verhandlungen nicht erste Priorität hätten. Aber er habe seine eigene Software für Dienstpläne entwickelt - und da müsse sich jemand intensiv einarbeiten. Außerdem sei er in den sozialen Medien gerade sehr erfolgreich „mit unseren Social-Media Accounts wie Facebook, Instagram* und TikTok“, die er mit anderen Kollegen bespiele. „Das macht mir unglaublichen Spaß. Aber für mich gilt: Ganz oder gar nicht. So ein bisschen weitermachen käme für mich nicht infrage.“

Tagesschau (ARD): Corona wirbelt Pläne von Jan Hofer durcheinander 

Die Corona-Krise* bringt derzeit nicht nur die beruflichen Pläne Hofers ins Wanken, sondern auch seine Freizeitgestaltung, wie der Familienvater erzählt. Hofer, dem jüngst während einer Sendung ein Fauxpas unterlief, wollte seinen in Spanien lebenden Bruder für längere Zeit besuchen: „Ich könnte mir gut vorstellen, mal ein halbes Jahr dort bei ihm zu sein, das würde uns sicher beiden viel Spaß machen. Einfach mal die Füße hochlegen.“

Jan Hofer in zivil: Der Chefsprecher könnte die Tagesschau bald verlassen.

Aus diesen Überlegungen wird nun vorerst nichts. In seiner Aufgabe als Tagesschau-Chef bei der ARD* wäre ein halbes Jahr Spanien aber ohnehin nicht möglich gewesen. Wie lange er diesen Posten noch einnimmt, scheint letztlich offen.

Tagesschau (ARD): Jan Hofer über Corona-Maßnahmen: „Bezweifle, ob sich Leute daran halten“

Im Interview sprach der 70-Jährige, der die Fans 2019 mit einem Schwächeanfall vor laufender Kamera schockte, auch über die Corona-Maßnahmen in Deutschland. Das Verhalten einiger Mitmenschen könne er nicht verstehen. 

„Am Anfang habe ich gedacht, man muss mit ganz harten Bandagen dagegen vorgehen. Was man ja auch gemacht und was auch gewirkt hat. Jetzt hoffe ich nur, dass sich die Leute daran halten – ich bezweifele es allerdings. Ich war letzten Sonntag auf meinem Fahrrad an der Alster unterwegs und erstaunt, wie kuschelig eng die Leute da alle zusammengesessen haben.“ Er selbst halte sich strikt an die Hygieneregeln und trage stets Mundschutz*. 

Indessen musste Moderatorin Judith Rakers eine Panne in der Tagesschau ausbügeln: Sie bestätigte später den Verdacht der Zuschauer auf Instgram.

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Rubriklistenbild: © dpa / Christian Charisius

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