Vorzeitiges Aus?

Rapper will Netflix-Serie "Skylines" stoppen: Landgericht Frankfurt äußert sich

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Frankfurt als Kulisse für Netflix: „Skylines“ startet am 27. September. 

Vor dem Start der Netflix-Serie „Skylines“ hatte ein Frankfurter Rapper versucht, das gerichtlich zu verhindern. Jetzt äußert sich das Landgericht Frankfurt.

Update vom Dienstag, 15.10. 2019, 12 Uhr: Das Landgericht Frankfurt hat am Dienstag den Antrag des Frankfurter Rappers Jan Lehmann auf Unterlassung der Verbreitung der Frankfurter Netflix-Serie "Skylines" abgelehnt. Wie die Sprecherin des Landgerichts in Hessen Isabel Jahn auf Nachfrage mitteilte, hatte Lehmann das beantragt , weil er seine Persönlichkeitsrechte verletzt gesehen hatte. Diein Frankfurt gedrehte Serie spielt in der Hip-Hop-Welt. "Die Kammer des Landgerichts hat die Ähnlichkeiten seines Lebens mit den fiktiven Charakteren der Serie nicht als ausreichend angesehen ", so die Sprecherin. 

Frankfurt: Netflix-Serie „Skylines“: „Es überwiegt die Kunstfreiheit“

Und auch wenn Lehmanns Plattenfirma wie das fiktive Label der Serie Skyline Records heißt, sei das in einer Stadt wie Frankfurt kein besonders origineller Name, so dass auch das letztlich kein Grund sei, die Serie nicht mehr zu zeigen. "Insgesamt hat die Kunstfreiheit überwogen.“

Update vom Donnerstag, 26. September, 14.26 Uhr: Morgen startet die in Frankfurt spielende Serie "Skylines" des Streaming-Dienstes "Netflix". Die Serie könnte gut 150 Millionen Menschen in 190 Ländern erreichen. Gestern bereits stieg die Premiere von "Skylines". 

Netflix-Serie „Skylines“: Premiere im Henninger-Turm in Frankfurt  

Vor dem Henninger-Turm war kein Roter, sondern ein Lila Teppich ausgelegt. Zu den Stars und Sternchen dieser sechsteiligen Serie zählen unter anderem Erdal Yildiz, Sahin Eryilmaz, Carol Schuler, Kim Riedle ,Jasmin Minz, Yasemin Cetinkaya, Regisseurin Soleen Yusefund die Rapper Olexesh, Azzi Memound Booz. Allerdings waren die Protagonisten ziemlich allein, denn Publikum oder Fans waren nur wenige vor Ort.

„Skylines“: Edin Hasanovic schon öfter in Frankfurt 

Hauptdarsteller Edin Hasanovic kennt Frankfurt, weil er hier schon einige Male gedreht hat - unter anderem an der Seite von Moritz Bleibtreuin "Nur Gott kann mich richten". Er hat die komplette Serie schon mehrmals gesehen. "Das erste Mal aber allein", sagt er. Generell ist Frankfurt ein beliebter Standort für Film- und Serienproduktionen*. 

Auch Schauspielerin Peri Baumeisterhat alle Episoden schon gesehen. "Das erste Mal im Urlaub", erinnert sie sich. "Ich muss schon zwei- bis dreimal schauen, um mir eine objektive Meinung zu bilden", sagt Peri Baumeister, die schon einmal in Frankfurt gedreht hat. Ziemlich gut kennt der Frankfurter Rapper Azadseine Stadt. Filmen mache ihm Spaß "und es war schön, mal etwas anderes zu machen", so Azad Azadpour, wie er mit bürgerlichem Namen heißt.

"Skylines"-Premiere: "Ziemlich geflasht" von Frankfurt 

Viel gedreht hat in diesem Jahr auch Anna Herrmann, die aus Serien wie "Hinter Gittern" oder "Homeland" bekannt ist. Sie sei "sehr gespannt" darauf, "wie die Serie ankommt. Ich lasse aber alles einfach auf mich zukommen", sagt die Berlinerin, die sich nach "Skylines" weitere Angebote erhofft. Von Frankfurt, das sie vorher nicht kannte, sei sie "ziemlich geflasht" gewesen.

Update vom Mittwoch, 25. September, 14.01 Uhr: Kurz vor dem weltweiten Start der Netflix-Serie „Skylines“ zeigt sich der Hauptdarsteller Edin Hasanovic im Interview aufgeregt: „Es ist einerseits eine große Ehre für mich als Schauspieler, gleichzeitig versuche ich, mich von der Vorstellung nicht erdrücken zu lassen.“ 151 Millionen Menschen in 190 Ländern könnten „Skylines“ ab Freitag (25.09.2019) theoretisch gleichzeitig gucken.

Update vom Dienstag, 24. September, 16.10 Uhr: In drei Tagen ist die in Frankfurt gedrehte Serie „Skylines“ auf Netflix zu sehen. Eine Frankfurter Plattenfirma hatte im Vorfeld angekündigt, die Ausstrahlung von „Skylines“ verhindern zu wollen. Laut dem Labelinhaber und Frankfurter Rapper Jan Lehmann alias „Cousin JMF“ verstoße Netflix gegen Markenrechte.

„Eine kleine Lüge“: Eine kluge, bittere, manchmal komische und manchmal tragische Familienserie

Skylines auf Netflix: Rapper Jan Lehmann will jetzt abwarten 

Der Rapper selbst hat nun aber Anfang der Woche mitgeteilt, dass er gemeinsam mit seinem Anwalt entschieden habe, den Start der Serie abzuwarten und gezielt zu schauen, wo es weitere Parallelen gibt*.

Update vom Freitag, 20. September: Eine Woche vor dem Start der neuen Netflix-Serie namens „Skylines“ bleiben die Verantwortlichen beim Streaming-Dienst bezüglich des Rechtsstreits mit einem Frankfurter Rapper gelassen. Laut einem offiziellen Statement habe „man auf den Brief geantwortet und der Gegenseite mitgeteilt, dass wir ihre Ansprüche zurückweisen, da diese unbegründet sind.“

Update vom Dienstag, 17.09.2019, 09.14 Uhr: Nun meldet sich der Anwalt des Kläger auf giessener-allgemeine.de zu Wort. So soll es vonseiten des Streamingdienstes Netflix mehrere Rechtsverletzungen gegeben haben. "Wir sagen nicht, seine Lebensgeschichte wurde nachgedreht. Aber es gibt einige Parallelen, die uns nachdenken lassen", so der Anwalt. 

Bei dem Rechtsstreit geht es vor allem um Patent- und Markenrecht. Laut Anwalt sorgt sich Jan Lehmann um das Image seines Labels. 

Update vom Freitag, 13.09.2019, 19.30 Uhr: Zwei Wochen vor der geplanten Ausstrahlung der in Frankfurt gedrehten Netflix-Serie Skylines gibt es Ärger. Der Frankfurter Rapper Jan Lehmann alias „Cousin JMF“ hat eine Unterlassungserklärung gegenüber Netflix eingereicht. Er will die Ausstrahlung verhindern. 

Geschichte basiert laut Anwalt des Rappers auf dem Leben des Mandanten

Ein Vorwurf: Verstoß gegen Markenrechte. Das in der Serie fiktive Label Skyline Records gibt es nämlich wirklich. Wie Lehmann gegenüber der „Bild“-Zeitung sagte, sei er der Markeninhaber der Namen „Skyline Records“ und „Skylines“. Gegenüber der FAZ sagte zudem der Anwalt des Rappers, die Geschichte basiere in Wahrheit auf dem Leben seines Mandanten. 

Netflix lässt Fall nun prüfen

Netflix bestätigte gegenüber der FR, den Fall zu prüfen. Die Crime-Drama-Serie handelt von der Hip-Hop-, Drogen- und Immobilienszene.

TV-Kritik:  „Was wir wussten – Risiko Pille“: Der Tod schläft mit

Update vom Freitag, 13.09.2019, 11 Uhr: Am 27. September 2019 soll die in Frankfurt gedrehte Serie "Skylines" bei der Streaming-Plattform "Netflix" starten, doch nun gibt es Probleme. Denn die fiktive Plattenfirma "Skyline Records", bei der der Künstler in der Serie einen Vertrag unterschreibt, gibt es offenbar wirklich, und zwar auch noch in Frankfurt. Bemerkt wurde das vor der Produktion wohl nicht.

Wie Bild.de berichtet will der Produzent und Inhaber des Labels, Jan Lehmann, nun rechtlich gegen den Streamingdienst vorgehen und Unterlassungsansprüche durchsetzen. Denn er ist Markeninhaber der Namen "Skyline Records" und "Skylines". Damit könnte er den Serienstart verhindern. 

In Frankfurt gedrehte Netflix-Serie „Skylines“ - Label will Sendestart verhindern

Dass Lehmann erst kurz vor Sendestart auf das Thema aufmerksam wurde, ist einem längeren Urlaub geschuldet. „Ich war länger in Südafrika, habe gar nicht mitbekommen, dass die Serie produziert wird. Das Ganze verärgert mich. Netflix hätte vor der Produktion im Internet suchen können, dann hätten sie meine Firma entdeckt. Wenn Netflix eine Story aus dem Milieu gebraucht hätte, hätten sie mich einfach fragen können. Da wären wir schon zusammengekommen", sagte Lehmann Bild.de. Die Unterlassungsforderung soll schon an Netflix gegangen sein, bislang gab es noch keine Rückmeldung.

Frankfurt: „Skylines“-Stars auf dem roten Teppich am Henninger Turm

Update vom Dienstag, 10.09.2019, 13.47 Uhr: Roter Teppich mit Netflix-Helden am Henninger Turm: Am Freitag, 27.09.2019, startet die erste Staffel der in Frankfurt gedrehten Netflix-Serie „Skylines“. Zwei Tage vorher (Mittwoch, 25.09.2019) reist die mit Stars und Sternchen gespickte Cast an, um zu feiern. Und ja, man kann am roten Teppich ab 19 Uhr in Sachsenhausen begeistert losschreien und mit ihnen Selfies machen. 

Angekündigt sind Hauptdarsteller Edin Hasanovic, Murathan Muslu, Peri Baumeister, Erdal Yildiz, Richy Müller, Anna Herrmann, Sahin Eryilmaz sowie Showrunner Dennis Schanz. Aber auch die deutschen Rap-Größen wie Olexesh, Celo & Abdi, Azzi Memo und Nimo, die in der Serie mitspielen, werden am Hainer Weg 72 am Start sein. Die Crime-Drama-Serie handelt von der HipHop-, Drogen- und Immobilienszene. P.S. Leider ist die anschließende Party nicht öffentlich.

Frankfurt als Kulisse für Netflix-Serie „Skylines“

Frankfurt - Drogen, Immobilien - und HipHop: Frankfurt bildet die Kulisse für die neue Netflix-Serie „Skylines“. Es ist die erste Serie des Streaming-Diensts, die in Frankfurt spielt und gedreht wurde. Ab 27. September wird sie ausgestrahlt - und vermutlich werden sich ziemlich viele Menschen ihr ganz eigenes Bild von der Main-Metropole machen, denn Netflix hat mehr als 139 Millionen Abonnenten weltweit. 

Im Mittelpunkt der Serie steht der junge, talentierte Hip-Hop-Produzent Jinn (Edin Hasanovic). Er erhält die Chance seines Lebens, als er bei dem renommierten Frankfurter Label „Skyline Records“ einen Vertrag unterschreibt. Doch die Dinge laufen anders: Der kriminelle Bruder des Labelchefs taucht auf und fordert seinen Anteil. Schon bald übernehmen Gangster das Unternehmen - die Polizei beginnt zu ermitteln.  

„Skylines“: Frankfurt als Symbol für „geldorientierte Gesellschaft“

In sechs Episoden von jeweils 50 Minuten Länge geht es durch die (fiktive) Rap- und Drogenszene der Stadt. Frankfurt stehe als Symbol für eine geldorientierte Gesellschaft, sagen die Macher der Serie. „Arm und Reich treffen nirgends so krass aufeinander in Deutschland.“ 

An 45 Tagen wurde in Frankfurt gedreht, die Szenen spielen am Frankfurter Osthafen, in der Innenstadt, im Bahnhofsviertel, aber auch im Westend. Aber auch in Locations wie größeren Hotels oder dem Tanzhaus West war die Crew unterwegs. Dazu kommen noch Aufnahmen im Offenbacher Einkaufszentrum und in einer Wiesbadener Villa.

Netflix setzt bei „Skylines“ auf bekannte Rapper 

Vor der Kamera standen dabei auch Rapper wie Azad, MC Bogy, Nura, Nimo und Olexesh* - Menschen, die sich in der deutschen Rapszene tatsächlich bestens auskennen und der Serie so zu mehr Authentizität verhelfen sollen. Der Produzent Dennis Schanz hört Hip-Hop, seit er denken kann. „Oft bleibt man aber bei Hip-Hop-Serien oder Filmen unbefriedigt zurück“, sagt er. „Da kann man viel falsch machen, und das wollte ich vermeiden.“ Er habe sich deshalb sofort darum gekümmert, sich „an die Besten zu wenden“.

Überhaupt wird Frankfurt als Drehort für Filme immer beliebter*: Wolkenkratzer, Banken, Fluss, Brücken, Hafen, Rotlichtviertel, Bahnhof, Flughafen und dörfliches Idyll hat die Stadt der Filmindustrie zu bieten. So ist nicht nur Netflix zu Gast.

Übrigens: am Freitag geht die Netflix-Serie, die in Frankfurt spielt, an den Start.

Von Ulrich Weih, Kathrin Rosendorff und Enrico Sauda 

*fr.de, giessener-allgemeine.de und fnp.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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