Covid-19

Bleibt verdammt nochmal zu Hause! Ein Kommentar zum Verhalten der Deutschen in der Corona-Krise

Die Situation mit dem Coronavirus ist für uns alle neu. Doch es offenbart sich nun im Alltag, wer im Sinne aller handelt und wer es nicht versteht. Ein Appell.

  • Das Coronavirus Sars-CoV-2 hält Deutschland nach wie vor in Atem.
  • Eine Ausgangssperre wie in vielen Nachbarländern gibt es noch nicht.
  • Doch sollten die Deutschen ihr Verhalten nicht schnell ändern, wird es hoffentlich so weit kommen.

Die Aufgabe scheint denkbar einfach: Zu Hause bleiben, die persönlichen Kontakte auf ein absolutes Minimum reduzieren, die eigenen vier Wände nur in dringenden Fällen verlassen. Doch scheinbar ist die Umsetzung dieser Appelle schwer. Zu schwer für viele Deutsche.

Der Groschen muss fallen: In der Coronavirus-Krise sind wir alle gefragt

Noch einmal zum Mitschreiben: Das oberste Ziel im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus ist es, die Geschwindigkeit der neuen Infektionen zu drosseln. Dass sich ein Großteil der Deutschen infizieren wird, gilt laut Experten als wahrscheinlich. Deshalb kommt es nun darauf an, diesen Prozess zu verlangsamen. 

Nur so können die Krankenhäuser die Flut von Patienten behandeln und unser Gesundheitssystem wird nicht überlastet. Was passiert, wenn es so weit kommt, zeigt ein Blick nach Italien. Dort werden infizierte Risikopatienten, die zu alt oder vorbelastet sind, nicht einmal mehr behandelt. Kein Platz, keine Kapazitäten. Sie werden als bereits tot angesehen. Schrecklich, aber wahr.

Doch all das scheint viele Mitbürger hierzulande nicht zu kümmern. Der Annahme, sich als Nicht-Risikopatient frei bewegen zu können, da die Krankheit Covid-19 ja locker überstehen werden könne, hält sich hartnäckig. Doch die Gefahr ist eine andere: Egal, wie der eigene Körper auf das Coronavirus reagiert, man kann es dennoch übertragen! Und dann trifft es die Alten und Schwachen, die dann wiederum in den vollen Kliniken um eine ausreichende Behandlung bangen müssen.

Coronavirus hin oder her – ein Eis wäre jetzt schön

Deutschland und die ganze Welt befindet sich Dank des Coronavirus im Ausnahmezustand. Jeder muss sich umstellen, jeder muss zurückstecken und sich anpassen. Das bedeutet: Auch wenn das Kind quengelt, nicht auf den Spielplatz gehen! Auch wenn das Wetter schön ist, nicht in die Eisdiele, den Biergarten oder an den See gehen! Bleibt einfach verdammt nochmal zu Hause. Tut es um unser aller Willen. 

Die Bundesregierung passt sich jeden Tag aufs Neue an die Situation an. So wie wir alle. Eine allgemeine Ausgangssperre wegen des Coronavirus gibt es in Deutschland nicht. Noch nicht. Doch mittlerweile wünsche ich es mir. Die Regierung versucht, durch Auflagen, das öffentliche Leben stillzulegen und appelliert gleichzeitig an unsere Vernunft. Doch es scheint nicht viel zu helfen. Irgendwelche Spezialisten wissen es immer besser oder es ist ihnen einfach egal. Von Panikmache ist noch immer häufig die Rede. Doch das ist es nicht. Es geht um Vernunft und Solidarität

Ausgangssperre wegen Coronavirus? Helge Braun glaubt an die Deutschen – ich nicht

Den Glauben der Bundesregierung, hier in Person von Helge Braun (Bundesminister für besondere Aufgaben), an die deutsche Bevölkerung in allen Ehren. Doch diese hatte ihre Chance, richtig zu handeln – und hat sie vertan. Jetzt müssen klare Verbote und leider auch Strafen her. Ich bin wahrlich kein Freund von Vorschriften. Doch manchmal sind sie notwendig, denn drastische Situationen erfordern drastische Maßnahmen. 

Im Sinne der Solidarität mit den Schwachen der Gesellschaft: Fangt endlich an, die Corona-Krise als das anzusehen, was sie ist: Eine Prüfung für uns alle – weltweit. Nur durch Zusammenhalt können wir der Lage Herr werden. Bleibt zu Hause. Bitte. Ansonsten ist eine Ausgangssperre der einzig sinnvolle Schritt.

Coronavirus: Mit diesen Tipps vermeiden Sie die Ansteckung

Die Haende sollte jeder regelmaesßig mit Seife waschen und pflegen. (Symbolbild)
Die Hände sollte jeder regelmäßig mit Seife waschen und pflegen. (Symbolbild) © dpa/Peter Steffen
Um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu verhindern, sollte auf Haendeschuetteln verzichtet werden. Haende sollten zudem vom Gesicht ferngehalten werden. (Symbolbild)
Um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu verhindern, sollte auf Händeschütteln verzichtet werden. Hände sollten zudem vom Gesicht ferngehalten werden. (Symbolbild) © picture-alliance/ dpa
Richtiges Husten trägt zur Vemeidung der uebertragung bei: Dazu ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge nutzen. (Symbolbild)
Richtiges Husten trägt zur Vemeidung der Übertragung bei: Dazu ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge nutzen. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Wenn Sie Symptome des Coronavirus bei sich bemerken, sollten Sie sich telefonisch bei Ihrem Hausarzt melden. (Symbolbild)
Wenn Sie Symptome des Coronavirus bei sich bemerken, sollten Sie sich telefonisch bei Ihrem Hausarzt melden. (Symbolbild) © dpa
Wenn sie Symptome haben, sollten Sie einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen wahren. (Symbolbild)
Wenn sie Symptome haben, sollten Sie einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen wahren. (Symbolbild) © picture alliance / Andreas Geber
Auch im Homeoffice gilt: Geschlossene Raeume sollten regelmaeßig gelueftet werden. (Symbolbild)
Auch im Homeoffice gilt: Geschlossene Räume sollten regelmäßig gelüftet werden. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Corona-Krise in Deutschland: Unsere Schuld gegenüber den systemrelevanten Berufen

Nicht nur gegenüber den Alten und Schwachen haben wir die Verpflichtung, uns an die Regeln zu halten. Es gibt Berufe, ohne die unsere Gesellschaft in Zeiten wie diesen zusammenbrechen würde (m/w/d):

  • Ärzte
  • Medizinisches Personal im gesamten Gesundheitssystem
  • Mitarbeiter im Einzelhandel
  • Mitarbeiter im öffentlichen Nahverkehr
  • Lieferanten
  • Mitarbeiter in der Abfallwirtschaft 
  • Viele weitere Berufsgruppen, die den Alltag am Laufen halten.

Diese Menschen geben täglich alles dafür, dass wir mit allem versorgt sind, was wir brauchen und dass wir im Falle einer Infektion (auch abseits von Sars-CoV-2) eine gute Behandlung erfahren. In den sozialen Netzwerken gehen viele Nachrichten herum, dass man diesen Menschen danken solle. Das sollten wir – jeden Tag. Sei es dem Sanitäter, der den 200. Corona-Verdacht behandelt oder der Aushilfe im Supermarkt, die schon Vormittags zum dritten Mal Klopapier nachfüllt (Was haben überhaupt alle mit dem Klopapier?). Einfach mal bedanken und ein Lächeln schenken
Doch unsere Unterstützung muss noch weiter gehen: Indem wir versuchen, die Kurve der neuen Corona-Infektionen möglichst flach zu halten, helfen wir allen, die uns in dieser Krise unterstützen und für uns da sind. Bedenkt das, wenn ihr das nächste Mal überlegt, ins Café zu gehen.

Übrigens: Momentan entwickelt sich ein positiver Trend. Jeden Abend um 21 Uhr applaudieren die Menschen aus ihren Wohnungen und von ihren Balkonen den unzähligen Helfern in der Corona-Krise. Eine schöne Art, "Danke" zu sagen. Mitmachen dringend empfohlen! 

ABER: Solche kleinen Gesten können nicht darüber hinwegtäuschen, was vielen schon lange klar war und was nun noch deutlicher wird. Viele Berufe in der Pflege und medizinischen Betreuung sind katastrophal unterbezahlt. Wenn wir aus dieser Corona-Krise etwas lernen sollten, dann, welche Berufsgruppen für unsere Gesellschaft wirklich wichtig sind und dass sie angemessen entlohnt werden müssen!

Rubriklistenbild: © dpa

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