Coronavirus

Bielefeld: Inzidenz knapp unter 300 – wie verlässlich sind die Corona-Zahlen?

Die Corona-Zahlen für Bielefeld sind erschreckend hoch – aber sind sie auch verlässlich? Das Gesundheitsamt hat immer noch mit einem Meldestau zu kämpfen.

Bielefeld – 17 weitere Todesfälle werden am Mittwoch (13. Januar) in der kreisfreien Stadt gemeldet. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie 157 Menschen mit dem Coronavirus ums Leben gekommen. Jedoch geben die aktuell vom RKI gemeldet Zahlen zur Sieben-Tages-Inzidenz nicht die Realität wieder.

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Bielefeld: Corona-Zahlen des RKI spiegeln nicht den realen Inzidenzwert wider

Denn immer noch herrscht im Gesundheitsamt ein Meldestau, der dazu führt, dass die Zahlen des RKI für Bielefeld nicht aussagekräftig sind. Laut der Statistik des Instituts liegt der Inzidenzwert am Mittwoch bei 283,1. Für die letzten sieben Tage sind dort ganze 948 Neuinfektionen aufgelistet. Einige dieser Fälle sind jedoch gar nicht neu, sondern konnten von der Stadt erst jetzt übermittelt werden.

Der tatsächliche Inzidenzwert für Bielefeld liegt sogar unter der 200er-Marke, wie Radio Bielefeld berichtet. Demnach beträgt der reale Wert 167,3. Innerhalb der letzten 24 Stunden kamen 66 Neuinfektionen mit dem Coronavirus* hinzu – dem RKI wurden jedoch 254 Fälle gemeldet. Laut der Stadt lag die Sieben-Tages-Inzidenz am Dienstag noch bei 202,9. Damit würde der Wert innerhalb eines Tages drastisch abgenommen haben.

Corona: Ende des Meldestaus in Bielefeld nicht absehbar

Wann der Meldestau abgearbeitet ist und die Zahlen des RKI wieder ohne Verzerrung den Zustand in Bielefeld widerspiegeln, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar. Dennoch werden aktuell 116 Patienten mit dem Coronavirus in Krankenhäusern in Bielefeld behandelt. 40 von ihnen liegen auf der Intensivstation, 31 sind an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Sobald jedoch genügend Impfstoff zur Verfügung steht, kann das Impfzentrum in Bielefeld erste Termine vergeben.

Nun wurde auch deutlich, warum der Bewegungsradius in Bielefeld nicht durchgesetzt wurde, obwohl die Stadt mit einem Inzidenzwert von über 200 als Hotspot gilt. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erklärte, dass die Einführung der Maßnahme zuvor mit den einzelnen Kommunen besprochen wurde. Einigermaßen überraschend für die Bevölkerung wurde am Dienstag über Nacht der Bewegungsradius beispielsweise für den Kreis Höxter eingeführt.

Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) aus Bielefeld ist gegen den Bewegungsradius

Corona: Deshalb kommt in Bielefeld kein Bewegungsradius

Der Bürgermeister von Bielefeld, Pit Clausen, hatte den Bewegungsradius in NRW zuvor bereits kritisiert. Er nannte die Maßnahme unverhältnismäßig und nicht realisierbar. „Die 15-km-Regelung gehört für uns weiterhin nicht zu den wirksamen und verhältnismäßigen Maßnahmen“, schreibt die Stadt Bielefeld auf ihrer Homepage. Im Falle eines drastischen Anstiegs der Zahlen würden in Bielefeld andere Corona-Regeln eingeführt werden.

Da Clausen gegen den Bewegungsradius war, wurde dieser in Bielefeld nicht eingeführt. Ähnliches gilt demnach für Bottrop und Gelsenkirchen. Im Kreis Minden-Lübbecke hingegen gibt es den Bewegungsradius bereits. (*msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes)

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