Bus und Bahn

Warnstreik in Bielefeld! Starke Ausfälle im Nahverkehr erwartet

Bielefeld ist von dem bundesweiten Warnstreik, zudem die Gewerkschaft ver.di aufgerufen hatte, betroffen. Im öffentlichen Nah- und Fernverkehr gibt es viele Ausfälle.

Update: 29. September, 8.38 Uhr. In Bielefeld mussten sich am frühen Dienstagmorgen mehrere tausende Pendler einen alternativen Weg zur Arbeit oder zur Schule suchen. Aufgrund des bundesweiten Warnstreiks, zudem die Gewerkschaft ver.di aufgerufen hatte, fahren heute weder Busse noch Stadtbahnen. Die rund 600 Angestellte des Verkehrsunternehmens moBiel haben ihre Arbeit niedergelegt.

Auch der Rufbus „Anton“ fährt heute nicht, wie moBiel mitteilte. Das ServiceCenter am Jahnplatz in Bielefeld bleibt ebenfalls heute geschlossen. Von dem bundesweiten Warnstreik sind Subunternehmer ausgeschlossen. Mit dem Protest strebt ver.di einen deutschlandweiten Rahmentarifvertrag an. Aber nicht überall beteiligen sich die Beschäftigten an den Protesten. In Paderborn (NRW) transportiert der PaderSprinter seine Fahrgäste heute trotz des bundesweiten Streiks.

Die Streiks in Bielefeld gehen weiter: Am Mittwoch (30. September) legen Mitarbeiter des Klinikums Mitte die Arbeit nieder.

Verdi ruft zum bundesweiten Warnstreik auf: Fahren heute Busse und Bahnen in Bielefeld (NRW)?

Erstmeldung: 28. September. Als wären Fahrten im Nahverkehr in Zeiten von Corona nicht schon umständlich genug: Am Dienstag (29. September) müssen Fahrgäste in Bielefeld und bundesweit den ganzen Tag mit zusätzlichen Unannehmlichkeiten rechnen. Die Gewerkschaft ver.di kündigte deutschlandweit einen ganztägigen Warnstreik im Nahverkehr an.

Nachdem bereits eine Woche vorher in einigen Städten Deutschlands Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes (ÖD) gestreikt hatten, zieht nun der öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) nach: Vielerorts wird es Ausfälle im Bus- und Bahnverkehr geben – so auch in Bielefeld.

StadtBielefeld
Einwohnerzahl334.195
BundeslandNRW

Warnstreik von ver.di: Bus- und Bahnverkehr in Bielefeld betroffen

Wie moBiel auf ihrer Homepage bekannt gibt, werden in Bielefeld rund 600 Beschäftigte des Unternehmens an dem von ver.di angekündigten Warnstreik teilnehmen. Dort heißt es, es werde zu „massiven Beeinträchtigungen im Bus- und StadtBahn-Verkehr" kommen. Doch nicht alle Busse werden still stehen: Extra beauftragte Subunternehmer sind von dem Streik nicht betroffen. Eine Liste der intakten Busverbindungen in Bielefeld steht bei moBiel zum Download zur Verfügung.

Der Warnstreik wird vermutlich den ganzen Dienstag, andauern. Bis Mitternacht sollen Busse und Bahnen still stehen. Auch das moBiel-ServiceCenter am Jahnplatz bleibt geschlossen. Rufbus „Anton“ ist ebenfalls nicht erreichbar. Die Beschäftigten sind aufgerufen, mit Beginn der Frühschicht die Arbeit niederzulegen. Von dem Streik nicht betroffen sind Regionalzüge der Deutschen Bahn und andere Züge im Nahverkehr. Dennoch sollte mit massiven Ausfällen und Verspätungen gerechnet werden.

Bielefeld: Darum ruft ver.di zum Streik auf

Derzeit befindet sich ver.di im Tarifkampf. Für die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr fordert die Gewerkschaft eine bundesweit einheitliche Regelung – zum Beispiel beim Überstunden-Ausgleich und bei Schichtdienst-Zulagen. Zusätzlich ist die Zukunft der Gehälter im ÖPNV an den aktuellen Tarifstreit im Öffentlichen Dienst gekoppelt, der parallel dazu seit Längerem läuft. Dabei fordert ver.di 4,8 Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten.

Warnstreik auch in Bielefeld – Arbeitgeber kritisieren ver.di

Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Niklas Benrath, spricht in Zusammenhang mit den Warnstreiks von einem „Anschlag auf die Allgemeinheit und die Wirtschaftlichkeit der kommunalen Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs“. Der „Machtkampf“, den ver.di bei den Verhandlungen im Öffentlichen Dienst führe, sei „unverhältnismäßig“.

„Ich halte es für nicht hinnehmbar, dass parallel zu den Arbeitskämpfen in Kitaeinrichtungen und Krankenhäusern die Bürgerinnen und Bürger nun auch im Nahverkehr unter den Warnstreiks der Gewerkschaft leiden müssen", so Benrath in einer Mitteilung des VKA.

Nächste Woche wird der ÖPNV in vielen deutschen Städten bestreikt, unter anderem in Bielefeld und Frankfurt.

Ver.di weist Kritik vehement zurück

Da die Arbeitgeber sich weigerten, über einen bundesweiten Rahmentarifvertrag zu verhandeln, hätten sie damit „den Streik provoziert“, lautet die Begründung von ver.di, die am 29. September auch in Bielefeld zum Warnstreik aufrufen. Laut Frank Werneke, dem Vorsitzenden von ver.di, hätten die Arbeitgeber bislang auch in der zweiten Verhandlungsrunde noch immer kein Angebot gemacht.

„Das ist absolut nicht akzeptabel und es entspricht auch überhaupt nicht dem, was jetzt angemessen ist unter den Bedingungen der Corona-Pandemie. Und es ist respektlos gegenüber den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst“, so Werneke. Auch eine Angleichung der Arbeitszeit zwischen Ost und West würden die Arbeitgeber erst 2025 realisieren wollen – dies sei laut Werneke ein „Schlag ins Gesicht der Beschäftigten in Ostdeutschland.“

Warnstreik in Bielefeld – wo wird sonst noch gestreikt?

Nicht nur in Bielefeld, auch in anderen Städten wird es bundesweit aufgrund der Warnstreiks zu Ausfällen im öffentlichen Nahverkehr kommen. So könnten die Streiks in Dortmund und Bochum zu einem Komplettausfall führen, wie der WDR berichtet. Außerdem werden in Hamm keine Busse fahren, in Unna hofft man auf den Betrieb einzelner Linien und in Hagen sollen die Busse nach dem Nachtplan fahren. Auch im benachbarten Münsterland* finden Streiks statt: Unter anderem in Münster stehen die Busse still*. (*Msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes)

Rubriklistenbild: © Markus Scholz / dpa

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