Lokaler Shantychor feiert gefährdete Herde

Tierischer Ohrwurm: Bielefelder Mufflon-Herde bekommt eigenen Song

+
Bielefeld: Das Mufflon erfreut sich bei den meisten Bürgern großer Beliebtheit.

Das Schicksal der Mufflon-Herde aus Bielefeld bewegt die Gemüter. Nun erfahren die gefährdeten Tiere auch musikalische Unterstützung.

  • 12 Wildschafe in Bielefeld sollen erschossen werden
  • Die Tiere verursachen Schäden an Bäumen im Teutoburger Wald
  • Lokale Musiker zeigen Solidarität durch Mufflon-Lied

Bielefeld – Das Schicksal der 12 Mufflons, die im Teutoburger Wald bei Bielefeld leben, hat die Menschen weit über die Stadtgrenzen hinaus bewegt. Bürger und Bürgermeister bekundeten geschlossene Solidarität und suchen nach Möglichkeiten, die Wildschafe zu retten. Nun kommt auch Unterstützung aus der kreativen Ecke: Der Bielefelder Shanty-Chor Shantallica veröffentlichte jüngst einen Song zur Rettung der Herde.

Totgeweihte Mufflons: Chor aus Bielefeld widmet ihnen einen Song

Shantallica. Das ist ein Kollektiv aus etwa 40 Herren zwischen 30 und 60 Jahren, welches 2009 vom "Käpt’n" Rolf Henrichsmeyer gegründet wurde. Die Idee entstand aus einer Geburtstagsüberraschung für die aus Hamburg stammende Frau des Käpt'ns. Mittlerweile ist der Shantychor aus Bielefeld auf über 50 Bühnen aufgetreten und feiert bereits sein 10-jähriges Jubiläum. 

Shantallica ist Bielefeld eng verbunden und wollte es sich dementsprechend auch nicht nehmen lassen, über das Schicksal der beliebten Mufflon-Herde zu singen. Daraufhin entstand "Mufflon" in Zusammenarbeit mit Jochen Vahle der Bielefelder Kinderrockband Randale, der den Text beisteuerte. Der Song basiert auf der Melodie von Ralph Siegels Mega-Hit "Moskau" der Party-Band Dschingis Khan. Die Live-Premiere des Songs fand am 14. Dezember auf der Radio Bielefeld-Bühne auf dem Weihnachtsmarkt in Bielefeld statt.

Das Schicksal der Mufflon Herde in Bielefeld

Die zwölf Mufflons (Wildschafe), die bereits seit den 60er Jahren im Teutoburger Wald bei Bielefeld leben, haben in den vergangenen Wochen viel Aufmerksamkeit bekommen. Der geplante Abschuss der Tiere wurde in Bielefeld zum Politikum und erhitzte die Gemüter. Die damalige Auswilderung der Herde war umstritten. Die Tiere beschädigen mit ihren Hörnern die Bäume und verursachen den Besitzern des Waldes, der August Klasingschen Stiftung aus Bielefeld, jährlich Kosten in Höhe von etwa 5000 Euro.

Die Stiftung fordert bereits seit 2011 die Umsiedlung der Herde oder eine Freigabe zum Abschuss. Und eben diese wurde nun erteilt: Im November entschied das Oberverwaltungsgericht Münster, dass die Herde weichen muss. Den Tod der Tiere wollen die Bielefelder jedoch nicht hinnehmen. Eine Petition gegen den Abschuss verfügt mittlerweile über 68.000 Unterschriften. Auch Oberbürgermeister Pit Clausen versprach, die Tiere unter allen Umständen zu retten. Mittlerweile fand sich sogar ein Unternehmer, der die Kosten für die Schäden der Herde übernehmen will, bis eine Lösung gefunden worden ist.

Auch ein anderer Waldbewohner scheint sich bei uns sehr wohl zu fühlen: Der Wolf. Nachdem mehrere Tiere dort gesichtet wurden, wurde die Senne zwischen Bielefeld und Paderborn zum Wolfsgebiet erklärt. Doch auch diese Tiere spalten die Meinungen der Anwohner.

Auch interessant

Kommentare