Organisation unter Druck

Die Tafeln wegen Corona in Not: Zu wenige Spenden – zu viele Bedürftige

Die Tafeln versorgen deutschlandweit Menschen in Not mit Lebensmitteln – auch in Bielefeld. Doch durch die Coronakrise gerät die Organisation unter Druck.

Bielefeld – Die Coronakrise ist in jeder Branche zu spüren. In nahezu jedem Teil der Gesellschaft haben Menschen aufgrund der Pandemie ihre Jobs verloren oder müssen in vielen Fällen mit einem Bruchteil ihres ursprünglichen Lohns auskommen. Diesen Knick spüren besonders die Organisationen, die auf Spenden angewiesen sind. Dazu zählen auch die Tafeln. Bundesweit kämpfen viele Essensausgaben ums Überleben – nun haben auch die Tafeln in Bielefeld ihre Grenzen erreicht, wie owl24.de* berichtet.

StadtBielefeld
Einwohner333.090
BundeslandNRW
Trotz Corona versorgen die Tafeln weiterhin die Menschen mit Lebensmitteln.

Bielefeld: Die Tafeln durch Corona in der Krise

Dass es den Tafeln in der Coronakrise nicht gut geht, ist auch in Bielefeld kein neues Problem. Zwischenzeitlich musste in Deutschland knapp die Hälfte der 949 Tafeln schließen. Die Gründe für die Not der Organisation sind vielfältig. Zum einen wird durch Corona der Bedarf an Spenden höher, da viele Menschen ihren Job verloren haben oder sich am Ende des Monats viel weniger Geld im Portmonee befindet. Durch die Schließungen vieler Schulen und Kitas mussten in den einzelnen Haushalten mehr Personen versorgt werden, was oft ein finanzielles Problem darstellt. Dadurch sind plötzlich Menschen auf die Dienste der Tafeln angewiesen, die es zuvor noch nicht waren.

Zeitgleich führt der erhöhte Eigenbedarf an Lebensmitteln natürlich auch zu weniger Spenden: Wer mehr braucht, kann weniger abgeben. Doch Corona bringt auch ein personelles Problem bei den Tafeln mit sich, welches sich auch in Bielefeld zeigt: Von den 60.000 aktiven Mitarbeitern gehören 90 Prozent zur Risikogruppe der älteren Menschen. Im Wesentlichen stehen die Tafeln also vor drei Hauptproblemen: Mehr Bedarf bei weniger Spenden und weniger Personal.

Die Tafeln in Bielefeld bitten um Hilfe

Momentan hat die Tafel in Bielefeld mitgeteilt, dass keine Neuanmeldungen mehr angenommen werden. Winfried Möllers, Vorstand der Tafeln, hat gegenüber Radio Bielefeld bestätigt, dass die Nachfrage steigt, die Kühlhäuser jedoch „nicht mal halb voll“ seien. Darum bitten die Tafeln dringend um Spenden.

Interessierte können sich bei der Tafel-Suche darüber informieren, wo sich die nächste Tafel in ihrer Nähe befindet. Dort kann man nachfragen, welche Hilfe benötigt wird. Geldspenden nimmt die Organisation online unter ihrem Spendenformular entgegen. (*Owl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Tafel Deutschland e.V. / Monique Wüstenhagen

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