Spanner-Videos im Internet

Reportage deckt auf: Bielefelder filmt jahrelang Frauen auf der Toilette

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Eine STRG_F-Reportage deckte einen skandalösen Spanner-Fall in Bielefeld auf.

Eine aktuelle Reportage auf YouTube deckt Unglaubliches auf: Ein Mann aus Bielefeld filmte heimlich Frauen auf der Toilette und stellte die Videos dann online.

  • Ein Spanner aus Bielefeld hat mehrere Frauen beim Toilettengang gefilmt.
  • Nun deckte eine Reportage den Fall auf.
  • Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt gegen den Täter. 

Bielefeld – Am 17. Januar dieses Jahres hat das Team von STRG_F eine Reportage bei YouTube veröffentlicht, die den Zuschauer fassungslos zurücklässt. Es geht um Menschen (zumeist Männer), die andere Menschen (zumeist Frauen) heimlich auf der Toilette filmen. Allein dies ist schon illegal. Doch dann werden diese Videos auch noch auf Pornoseiten hochgeladen, getauscht und sogar teuer verkauft. Im Laufe der Recherchen sprach Reporterin Patrizia Schlosser nicht nur mit zwei Opfern aus Bielefeld, sondern auch mit einem der Spanner.

Bielefeld: Spanner war gut mit seinem Opfer befreundet

Kurz zusammengefasst: Mit einem eigenen Account und dem Hochladen eines eigenen Videos von sich auf der Toilette erschleicht sich STRG-F-Reporterin Patrizia Schlosser das Vertrauen der Spanner auf einer Pornoseite. Über die persönlichen Nachrichten, Fotos und Videos kommt sie zwei besonders aktiven Tätern auf die Spur. Einer von ihnen heißt auf der Plattform BuBu36, ist laut eigenen Angaben 39 Jahre alt und kommt aus Bielefeld.

Seine Opfer: Ihm bekannte Frauen. Der Tatort: Die Toilette in seiner Wohnung. Doch auch auf offener Straße und in Cafés fotografiert BuBu36 Frauen und augenscheinlich minderjährige Mädchen. Auch diese Bilder stellt er ins Internet. Reporterin Schlosser schafft es, eine Frau ausfindig zu machen, die besonders oft auf den Videos und Fotos zu sehen ist. 

Besonders pervers: Der Spanner lädt auch Videos hoch, auf denen er auf die Fotos dieser Frau onaniert. Sie gibt an, schon lange mit dem Mann befreundet zu sein und ist schockiert über die Taten. Sie erstattet Anzeige bei der Polizei Bielefeld. Doch zunächst lässt die gewünschte Reaktion auf sich warten.

Nach Spanner-Videos: Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt

In mehreren E-Mails beschreibt das Opfer den Beamten die Taten und schickt sogar Links auf die Videos mit. Doch erst einmal passiert nichts. In den E-Mail-Verläufen, die den Reportern vorliegen, wirken die Ermittler aus Bielefeld eher genervt. 

Eines der hochgeladenen Bilder, die darauf hinwiesen, dass der Täter aus Bielefeld kommt.

Doch eine gezielte Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld macht klar, dass diese den Fall aufgenommen hat. Eine Hausdurchsuchung bei dem 39-Jährigen wurde vorgenommen. Der aktuelle Stand der Ermittlungen ist nicht bekannt. Die Arbeit der Reporter hat also in diesem Fall tatsächlich dazu geführt, dass ein Spanner, der sich im Internet sicher gefühlt hat, überführt wurde. Den ahnungslosen Opfern bot sich so die Möglichkeit, gegen den Täter vorzugehen.

Auch auf dem Fusion-Festival wurden Frauen heimlich gefilmt

Auch auf dem Juicy Beats in Dortmund kam es zu einem schlimmen Zwischenfall. Eine junge Frau aus Höxter wurde dort mutmaßlich vergewaltigt. Bislang tappen die Ermittler in dem Fall im Dunkeln. Eine ähnliche Situation mit einem Spanner ereignete sich vor einiger Zeit in Lage: Ein Mann fotografierte Mädchen in der Umkleide eines Schwimmbades. Eines der Opfer reagierte sofort.

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