Bundesweite Großrazzia

Bielefelder postet rechte Hetze im Internet – plötzlich steht die Polizei vor der Tür

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Zugriff in Bielefeld: Gegen einen 54-Jährigen wird wegen rechter Hetze ermittelt (Symbolbild).

Rechter Hass im Internet: Heute Morgen stand um 6 Uhr der Staatsschutz vor der Tür eines 54-jährigen Bielefelders. Der Vorwurf: Volksverhetzung.

Bielefeld – Um 6 Uhr morgens klingelte der Staatsschutz an der Tür eines 54-jährigen Mannes aus Bielefeld. Erst nach 15 Minuten wurde die Tür geöffnet. Sofort machten sich die Beamten auf die Suche nach Smartphones, Laptops und Tablets. Eben allen Geräten, mit denen man im Internet surfen kann. Denn dem Mann wird Volksverhetzung und Verbreitung verfassungsfeindlicher Kennzeichen der rechten Szene vorgeworfen.

Der Bielefelder ist einer von drei Männern, die in Nordrhein-Westfalen wegen der Verbreitung von Hasskommentaren überprüft wurden. Auch in Dortmund und Lohmar erfolgten Zugriffe. Insgesamt wurde die Aktion unter dem Namen "Action Day" in insgesamt elf Bundesländern durchgeführt. 

Erst kürzlich gab es eine Großrazzia im Kreis Herford und ganz Deutschland. 150 Beamte gingen zeitgleich gegen Schwarzarbeit vor. Bei einem Unternehmen entdeckte man etwas Unerwartetes.

Bielefeld: Handy beschlagnahmt

Bei dem Zugriff in Bielefeld wurde lediglich ein Smartphone konfisziert. Die Auswertung der Daten ist noch nicht abgeschlossen. Aufmerksam wurde man auf den 54-Jährigen, nachdem Mitte 2018 eine Anzeige bei der Landesanstalt für Medien, genauer bei der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC NRW), eine Anzeige einging.

Die ZAC wurde 2016 bei der Staatsanwaltschaft in Köln eingerichtet und ist die größte Einrichtung gegen Cybercrime in Deutschland. Seit 2017 gibt es das Projekt "Verfolgen statt nur Löschen", dass die ZAC gemeinsam mit der Polizei und der Landesanstalt für Medien und Medienunternehmen ins Leben gerufen hat. Im Laufe des Tages wird das BKA eine Bilanz der heutigen Aktion ziehen.

In Bielefeld wurde vor Kurzem eine Leiche entdeckt. Spaziergänger fanden den leblosen Mann im Teutoburger Wald. Mittlerweile konnte die Identität des Toten geklärt werden. Nur wenige Tage vorher fand man in einem Hotel in der Bielefelder Innenstadt ebenfalls einen toten Mann. Offenbar handelte es sich hier um einen verurteilten Doppelmörder, der sich selbst tötete. Bei einem schweren Unfall wurden in Bielefeld zwei Personen verletzt: Ein Autofahrer missachtete die Vorfahrt eines Kleintransporters.

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