Haftstrafe in Bielefeld (NRW)

Aus JVA entlassen: Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck ist frei

Über zwei Jahre war Ursula Haverbeck in Bielefeld in Haft. Nun ist die Holocaust-Leugnerin wieder auf freiem Fuß – doch für wie lange?

Update: 5. November, 11.30 Uhr. Wie ein Sprecher der JVA Bielefeld-Brackwede bestätigte, wurde die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck heute aus dem Gefängnis entlassen. Doch fraglich bleibt, wie lange die 92-Jährige die Freiheit genießen darf. In Berlin und Hamburg warten bereits weitere Verfahren wegen Volksverhetzung auf sie.

StadtBielefeld
Bevölkerung333.090
BundeslandNRW

Bielefeld (NRW): Haftstrafe von Ursula Haverbeck läuft aus

Erstmeldung: Bielefeld – Mit ihren mittlerweile 92 Jahren ist sie zur Galionsfigur der rechten Bewegung geworden. Von der Szene wird sie wie eine Art Märtyrerin verehrt: Ursula Haverbeck. Ihr Ansehen in der rechten Szene ist so hoch, dass die Partei „Die Rechte“ sie zur Spitzenkandidatin für die Europawahl 2019 ernannt hatte. Haverbeck leugnet den Holocaust und saß deshalb eine zweijährige Haftstrafe in der JVA Bielefeld-Brackwede ab. Doch nun kommt die Witwe des nationalsozialistischen Publizisten und ehemaligen Mitgliedes der NSDAP-Reichsleitung, Werner Georg Haverbeck, wieder auf freien Fuß, wie owl24.de* berichtet.

Kommt im November aus der JVA in Bielefeld frei: Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck (92).

Bielefeld (NRW): Haftstrafe endet für Ursula Haverbeck

Ursula Haverbeck aus Vlotho in Ostwestfalen* leugnete bereits mehrfach den Holocaust – unter anderem im NDR-Fernsehen. Deshalb wurde sie immer wieder wegen Volksverhetzung angeklagt. Zuletzt wurde Haverbeck vom Landgericht Detmold zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt, ebenso vom Landgericht Vreden. Die beiden Urteile wurden zusammengelegt und im Mai 2018 trat sie ihre Haftstrafe in Bielefeld an.

Diese Strafe endet nun im November 2020. In der ersten Hälfte des Monats darf Ursula Haverbeck die JVA in Bielefeld* verlassen. Doch, wie lange die 92-Jährige auf freiem Fuß bleibt, ist fraglich. Auf sie warten zwei Berufungsverfahren gegen frühere Urteile in Berlin und Hamburg. Bei diesen Verhandlungen geht es um weitere 16 Monate Haft. In Berlin leugnete Haverbeck den Holocaust 2016 auf einer Veranstaltung im Ortsteil Lichtenrade. In Hamburg geht es um den bereits erwähnten Vorfall im NDR: In der Sendung Panorama bezeichnete sie den Holocaust als „nachhaltigste Lüge der Geschichte“.

Haft von Ursula Haverbeck: Rechte Demos in Bielefeld

Die Haftstrafe von Ursula Haverbeck in der JVA Bielefeld-Brackwede hat in den vergangenen Jahre bereits zweimal zu rechten Demos in der Stadt geführt. Anhänger von „Die Rechte NRW“ wollte sich mit der inhaftierten Holocaust-Leugnerin solidarisch zeigen und marschierte durch Bielefeld*. Doch die Gegenbewegung stellte sich als deutlich stärker heraus: Den etwa 230 Rechten standen laut offiziellen Zahlen etwa 14.000 Gegendemonstranten gegenüber.

Die rechten Demos, die 2018 und 2019 in Bielefeld stattfanden, zogen in beiden Jahren nicht nur beispiellose Einsätze der Polizei nach sich, sondern bedeuteten auch für die Bewohner der Stadt den Ausnahmezustand: Die komplette Innenstadt musste gesperrt werden, Busse und Bahnen fielen aus, Läden mussten schließen. Nach der Demo Rechtsextremer 2019 kam es in Bielefeld zu Übergriffen*. Ob die Stadt in Zukunft durch die Freilassung oder eventuelle Verlegung von Ursula Haverbeck von derlei Aufmärschen verschont bleibt, wird sich zeigen. (*Owl24.de und msl24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.)

Rubriklistenbild: © AFP

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