Bielefeld

NRW-Stadt macht Bürgern Geschenk im Corona-Lockdown

Die Corona-Pandemie: Kontaktverbot und jetzt noch der harte Lockdown. Die Bürger machen zurzeit viel durch – das findet auch die Stadt Bielefeld in NRW und hat sich deshalb etwas ausgedacht.

Bielefeld – Die Menschen sind vom Coronavirus gebeutelt. In der momentanen Lage muss auf vieles verzichtet werden. Einen Besuch bei der Oma überlegt man sich besser zweimal. Mit Freunden treffen? Besser nur über einen Video-Call. In geduckter Haltung huschen die Menschen aneinander vorbei, ein Lächeln wird wegen der Maske nicht gesehen.

Die letzten Hoffnungen auf einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt während der Adventszeit wurden bereits im November erstickt. Und nun der harte Lockdown: Seit dem 16. Dezember sind die Innenstädte ausgestorben, der Einzelhandel ist dicht, wie owl24.de* berichtet. Nun möchte die Stadt Bielefeld in NRW ihren Bewohnern wenigstens eine Sorge nehmen.

StadtBielefeld
Einwohner334.195
BundeslandNRW

Bielefeld (NRW): Keine Knöllchen im Corona-Lockdown

Pünktlich zum Start des bundesweiten harten Lockdowns hat die Stadt Bielefeld verkündet, dass es in dieser Zeit keine Knöllchen geben wird. Dabei macht es keinen Unterschied, aus welchem Grund ein Strafzettel verdient wäre, heißt es in der Mitteilung: „Parkschein abgelaufen? Parkscheibe vergessen? Besuchertagesausweis nicht ausgefüllt? Bewohnerausweis abgelaufen? Höchstparkdauer überschritten? [...] Während des Lockdowns vom 16. Dezember 2020 bis 10. Januar 2021 gibt es dafür kein Knöllchen.

Doch natürlich gibt es Ausnahmen. Der Verkehrsüberwachungsdienst ahndet auch weiterhin sogenannte „sicherheitsrelevante Parkverstöße“. Darunter fallen laut der Stadt Bielefeld* unter anderem „das Parken in einer Feuerwehrzufahrt, im Halteverbot und eingeschränkten Halteverbot, auf Geh- und Radwegen, auf Fahrradschutzstreifen, Behindertenparkplätzen sowie außerhalb von Markierungen.“ Denn bei allem Entgegenkommen gilt auch beim Parken: Sicherheit geht vor.

In Bielefeld (NRW) wird es während des Corona-Lockdowns keine Knöllchen geben. (Symbolbild)

Frei Parken in Bielefeld: Wie sinnvoll ist die Maßnahme? Ein Kommentar.

Natürlich ist das freie Parken eine durchaus gute Geste der Stadt in Ostwestfalen* in den harten Zeiten von Corona. Doch bei genauer Betrachtung bringt die Stadt hier nur ein kleines Opfer. Durch den harten Lockdown reduziert sich der Verkehr und somit auch die Parksituation auf ein Minimum. Im Ballungsgebiet der City von Bielefeld, wo es nahezu keine kostenlosen Parkplätze gibt*, würde die Stadt durch den geschlossenen Einzelhandel ohnehin kaum Parkgebühren einnehmen.

Auch das Kontaktverbot, zu dem das Coronavirus die Menschen zwingt, führt dazu, dass Besuche bei Freunden, Eltern oder Großeltern kaum noch stattfinden. Arbeitnehmer bleiben oft im Homeoffice, das Auto bleibt stehen. Unterm Strich werden also weniger kostenpflichtige Parkplätze und dementsprechend weniger Kontrollpersonal benötigt. Die Maßnahme, die Parkgebühren für eine begrenzte Zeit auszusetzen, spielt also dem Bürger, jedoch ebenso der Stadt Bielefeld in die Karten.

Orte, an denen es trotz Lockdown noch immer zu Menschenaufläufen kommen kann, sind die Apotheken in Bielefeld, wo es wie in ganz Deutschland mittlerweile kostenlose FFP2-Masken gibt*. Bereits am Dienstag (15. Dezember) kam es zum Start der Aktion zu großem Andrang. Vielerorts waren die Masken bereits Vormittags vergriffen. (*Owl24.de und msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.)

Rubriklistenbild: © Christin Klose/dpa-mag

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