OVG Münster hat entschieden

Bielefelder Mufflons droht der Abschuss: SPD und Grüne wollen das verhindern

Bielefeld: Das Mufflon (hier auf einem Symbolbild zu sehen) erfreut sich bei den meisten Buergern großer Beliebtheit.
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Bielefeld: Die Mufflon-Herde im Teutoburger Wald wird vermutlich zum Abschuss freigegeben (Symbolbild).

Es geht weiter im langwierigen Hin und Her um die Mufflon-Herde in Bielefeld. Nachdem die Stadt im Januar 2020 einen erneuten Schritt zur Rettung der Tiere unternahm, droht nun offenbar doch der Abschuss.

Bielefeld – Weiter geht‘s in der Akte Mufflon: Seit den 1960er Jahren lebt im Teutoburger Wald bei Bielefeld eine Herde Mufflons, die seit dem die Gemüter erhitzen. Ein Großteil der Einwohner mag die Tiere und will sie mit allen Mitteln schützen. Einem kleineren, aber durchaus einflussreichen Teil sind die Wildschafe ein Dorn im Auge. Der Grund: Sie richten im Wald jährlich einen Schaden von etwa 5000 Euro an.

Deshalb wollen die Besitzer des Waldstücks, welches den Mufflons als Heimat dient, die gehörnten Bewohner lieber gestern als heute loswerden. Die August Klasingsche Familienstiftung aus Bielefeld, der ein Teil des Walds gehört, in dem die Wildschafe leben, fordert deshalb schon seit 2011, dass die Tiere umgesiedelt werden. Andernfalls sollen sie zum Abschuss freigegeben werden.

Petition in Bielefeld soll Mufflons retten

Wie viele UnterstützerInnen die Mufflons jedoch in der Stadt haben, unter ihnen auch Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD), zeigt eine Petition zur Rettung der Tiere. Mittlerweile finden sich dort knapp 100.000 Unterschriften. Zur Eindämmung der Mufflon-Population hatte die Stadt Bielefeld einen Abschussplan vorgelegt, der die Herde auf 12 Exemplare verkleinern sollte. Dennoch hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) NRW in Münster* der Familienstiftung 2019 recht gegeben und diesen Abschussplan für unrechtmäßig erklärt.

Gegen diesen Entschluss legte die Stadt Bielefeld im Januar 2020 Revision ein. Diese ließ das OVG jedoch nicht zu. Dagegen legte die Stadt dann wiederum offizielle Beschwerde ein. Doch auch diese brachte keinen Erfolg und die Revision wurde nun erneut abgelehnt. Ein herber Rückschlag auf dem Weg zur Rettung der Mufflons aus Bielefeld. Doch die Stadt gibt nicht auf, wie OB Pit Clausen gegenüber dem WDR versichert:

Wir prüfen den höchstrichterlichen Beschluss nun erst einmal genau und überlegen, wie wir mit einem erneuten Abschussantrag umgehen können.

Pit Clausen, OB Bielefeld

SPD und Grüne wollen die Mufflons in Bielefeld retten

Wie Radio Bielefeld berichtet, wollen die Grünen einen runden Tisch für den Erhalt der Mufflons, an den sich alle Beteiligten der Causa setzen sollen. Sie appellierten an die Besitzer des Waldstücks, nicht auf dem Abschuss der Herde zu beharren. Die Schäden, die die Tiere im Teutoburger Wald anrichten, sollen unabhängig bewertet werden. Als Lösung könnte ein Spendenfonds zur Enschädigung der Waldbesitzer eingerichtet werden.

Auch die SPD, Partei des OB Pit Clausen, stellt sich auf die Seite der Bielefelder Mufflons. Die eindeutige Aussage: „Eins ist klar: der juristische Kampf geht in die Verlängerung und Pit wird auch in Zukunft nichts unversucht lassen, um unsere Mufflons doch noch zu retten!“

Die letzte Seite in der Akte Mufflon scheint also noch nicht geschrieben. Ein weiteres starkes Zeichen für die Unterstützung der Mufflons setzte übrigens der Bielefelder Shanty-Chor „Shantallica“, indem er der kleinen Herde einen eigenen Song widmete.

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