Rache-Mord in Hiddenhausen

Mordprozess in Bielefeld beendet – Brüder müssen ins Gefängnis

Prozessakten liegen im Gerichtssaal des Landgerichts.
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Bielefeld: Vor dem Landgericht wird das Urteil in einem Mordprozess erwartet (Symbolbild)

Am Landgericht in Bielefeld (NRW) ist ein Mordprozess zu Ende gegangen. Zwei Brüder sollen einen Mann auf offener Straße erstochen haben. Das Urteil steht nun fest.

Update: 5. November, 18 Uhr. Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines Deutsch-Libanesen in Hiddenhausen ist das Urteil gefallen. Die angeklagten Männer, die ein Menschenleben auf dem Gewissen haben, wurden am Donnerstagnachmittag vom Landgericht Bielefeld zu langen Haftstrafen verurteilt. Wegen Körperverletzung mit Todesfolge müssen die Brüder achteinhalb beziehungsweise sieben Jahre lang ins Gefängnis.

Bei der verhängten Strafe blieben die Richter etwas unter der Forderung der Staatsanwaltschaft von zehn und neuneinhalb Jahren. Das Gericht in Bielefeld sah es als erwiesen an, dass die beiden Brüder aus Herford und Lüdinghausen Ende Mai 2019 den 30-Jährigen auf offener Straße erstochen haben. Auslöser der Tat soll ein Streit, bei dem es um Geld ging, gewesen sein. Das spätere Opfer habe dem Haupttäter das Nasenbein gebrochen. Dafür soll dieser sich gerächt haben.

Prozess in Bielefeld: Zwei Brüder sollen einen Mann in Hiddenhaus auf offener Straße erstochen haben

Erstmeldung: 5. November. Es war ein spektakulärer Fall, der für viel Aufsehen sorgte. Im Mai 2019 wurde in Hiddenhausen (Kreis Herford) auf offener Straße eine Leiche gefunden*. Untersuchungen ergaben, dass es sich bei dem Toten um einen 31-jährigen Deutsch-Libanesen handelte, auf den mit einem Messer 25 Mal eingestochen worden war und der daraufhin verblutete, wie owl24.de* berichtete.

Damals wurde bei der Polizei Bielefeld eine 15-köpfige Mordkommission unter dem Namen „Eilshausen“ eingerichtet. Sehr schnell, bereits am 1. Juni, gab es in dem Fall einen Ermittlungserfolg und ein damals 30-jähriger Mann wurde festgenommen. Es wurde Haftbefehl wegen Mordes gegen ihn erlassen. Doch relativ schnell stellte sich heraus, dass auch der damals 32-jährige Bruder des Verdächtigen in die Tat verwickelt gewesen sein könnte. Beide beteuerten bis dahin jedoch vehement ihre Unschuld.

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Bundesland NRW

Bielefeld (NRW): Mordopfer war Mitglied verfeindeter Familie

Die Ermittler vermuten, dass der Mord an dem Mann aus Rache geschah. Die Brüder und ihr Opfer wahen Mitglieder verfeindeter Familien. Zwischenzeitlich tauchte ein vermeintliches Bekennerschreiben bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld auf*, welches die Brüder angeblich entlastete. In dem Brief beteuerte der Verfasser, allein gehandelt zu haben. Ob der Brief einen Einfluss auf die Entscheidung des Gerichts haben wird, wird sich zeitnah herausstellen, wenn das Urteil verkündet wird. Es wurde vermutet, dass es sich um eine Fälschung handelt.

Bislang konnte nicht geklärt werden, welcher der beiden Brüder aus Ostwestfalen* die Tat begangen hat. Diese Frage hätte vor dem Landgericht Bielefeld beantwortet werden können, hätte man einen V-Mann der Polizei zu der Angelegenheit gehört. Da dieser jedoch um sein eigenes Leben fürchten musste, verbot das Innenministerium eine Aussage des verdeckten Ermittlers.

Mord aus Rache? Urteil in Bielefeld (NRW) mit Spannung erwartet

Aufgrund der unklaren Sachlage in dem Mordfall aus Hiddenhausen wird das Urteil am Landgericht in Bielefeld* mit Spannung erwartet. Die undurchsichtigen Wendungen spiegeln sich auch in den Forderungen von Anklage und Verteidigung wider: Die Staatsanwaltschaft fordert Strafen von zehn und neuneinhalb Jahren Haft für die angeklagten Brüder. Die Verteidigung plädiert auf Freispruch. Das Urteil wird heute (5. November) im Laufe des Tages erwartet. (*Owl24.de und msl24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.)

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