Anklage wegen Mordes

Friedhofsmord: Aus diesem Grund tötete das Killer-Pärchen Kadir A.

Polizei und Spurensicherung an einem Tatort in der Natur
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Nach dem Fund einer Leiche auf einem Friedhof konnte die Polizei die Tat aufklären. (Symbolbild)

Immer mehr grausame Details werden im Friedhofsmord von Hannover bekannt. Ein junges Pärchen hatte Kadir A. aus Bielefeld getötet – aus Rache.

  • Im April wurde auf einem Friedhof in Hannover eine Leiche gefunden.
  • Die Polizei konnte den Toten als Kadir A. aus Bielefeld identifizieren.
  • In einem Geständnis berichtete das Pärchen, wie es zur Tat kam.

Hannover/Bielefeld – Im April machte der Mitarbeiter eines Friedhofs in Hannover einen grausigen Fund: Auf einem der Gräber war eine Leiche abgelegt worden. Bei dem Toten handelte es sich um Kadir A. aus Bielefeld. Der 28-Jährige war augenscheinlich gewaltsam aus dem Leben geschieden.

StadtBielelfeld
Bevölkerung339.482
BundeslandNRW

Leichenfund auf Friedhof: Polizei identifiziert vermissten Kadir A. aus Bielefeld

Die Polizei nahm sogleich die Ermittlungen auf und sicherte den Fundort. Dabei wurde schnell deutlich, dass es sich nicht zugleich um den Tatort des Verbrechens handelt. Zunächst klärten die Beamten die Identität des jungen Mannes aus Bielefeld. Dann machten sie sich auf die Suche nach möglichen Tätern.

Insbesondere versuchte die Polizei herauszufinden, wieso das Opfer sich in Niedersachsen aufgehalten hatte. Der Mann aus Bielefeld hatte auf den ersten Blick keine Verbindungen in die Region. Doch dann machten die Ermittler eine wichtige Entdeckung: Eine Frau aus Hannover hatte rund ein Jahr zuvor eine Anzeige wegen Vergewaltigung gegen den Einzelhandelsverkäufer erstattet. Das Verfahren wurde jedoch eingestellt. Dieser Spur gingen die Beamten nach.

28-Jähriger aus Bielefeld erstochen – Killer-Pärchen beging die Tat

Bei der Frau handelt es sich um die 25-jährige Tanja W. Sie hatte Kadir A. über eine Dating-Plattform unter einem Pseudonym kennengelernt. Bei einem Treffen der beiden in Bielefeld kam es dann angeblich zu der Tat. Und noch etwas fiel den Ermittlern auf: Aus dem Haus, in dem die Frau in Hannover lebt, wurde am Tag des mutmaßlichen Mordes ein Notruf abgesetzt.

Tanja W. leidet unter dem Asperger-Syndrom, einer Form des Autismus. Diese Störung verursacht Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion und der Kommunikation. Sie kann außerdem besondere Interessen und Begabungen hervorbringen. Aufgrund der Diagnose lebte die 25-Jährige in einer diakonischen Einrichtung in Hannover, in der sie entsprechend unterstützt werden kann. Hier lernte sie nach dem Treffen mit Kadir A. aus Bielefeld den 23-jährigen Emre A. kennen, mit dem sie eine Beziehung begann.

Killer-Pärchen aus Hannover bringt Verkäufer aus Bielefeld um – aus Rache

Gemeinsam schmiedete das Pärchen einen perfiden Racheplan. Sie lockten Kadir A. im April 2020 unter einem Vorwand nach Hannover und trafen sich mit ihm in der Wohnung von Emre A. Dort stach dieser mit einem japanischen Schwert auf das Opfer aus Bielefeld ein, um es umzubringen. Wenige Tage später platzierten sie den Leichnam auf dem Friedhof im Stadtteil Kirchrode und verscharrten ihn oberflächlich. Der Tote wies zahlreiche Messerstiche auf.

Eine Nachbarin hatte während der Tat Schreie gehört und alarmierte die Polizei. Da Emre A. sich bei der Tötung scheinbar selbst mit dem Messer verletzt hatte, tätigte er ebenfalls den Notruf. Den Sanitätern begegnete er vor der Haustür und ließ sich versorgen. Der ebenfalls eintreffenden Polizei erklärte er, dass er selbst geschrien habe, als er sich bei Kampfübungen mit einem Schwert verletzte, wie die Bild berichtet. Daraufhin zogen die Ermittler wieder ab und der tote Kadir A. aus Bielefeld blieb unentdeckt.

Im Klinikum Bielefeld kam es jüngst zum tragischen Tod eines Patienten: Der junge Mann starb, nachdem ihm die falschen Midekamente verabreicht wurden.

Anklage wegen Mordes – Killer-Pärchen erklärt Tötung an Mann aus Bielefeld mit Notwehr

Um ihre Spuren zu verwischen, sammelte das Killer-Pärchen die persönlichen Gegenstände des Opfers aus Bielefeld sowie die Mordwaffe in einem blauen Koffer. Mit dem Zug transportierten sie diesen nach Bremen, wo sie ihn drei Tage nach dem Leichenfund schließlich abstellten. Dennoch konnte die Polizei die beiden überführen.

Auf einem Friedhof in Hannover legte das Paar die Leiche von Kadir A. aus Bielefeld ab. (Symbolbild)

Nach der Festnahme des Killer-Pärchens waren die beiden geständig – zumindest in Teilen. Beide behaupteten, dass es sich um Notwehr handelte und es nicht von vornherein geplant war, Kadir A. aus Bielefeld umzubringen. Die Staatsanwaltschaft hat dennoch Anklage wegen Mordes erhoben. Sie sieht die Mordmotive Heimtücke und niedere Beweggründe erfüllt.

Im Heimatort des Opfers scheint sich ein Missbrauchsfall aufzutun: In Bielefeld erstattete ein mutmaßliches Opfer nun Anzeige gegen einen 67-Jährigen wegen schweren Kindesmissbrauchs.

Mord: Immer wieder Fälle von Selbstjustiz in NRW und Deutschland

Nicht nur das Killer-Pärchen aus Hannover verübte durch den mutmaßlichen Mord Selbstjustiz. In Deutschland gibt es mehrere bekannte Fälle:

Eine andere Tat in der OWL-Region soll nach wie vor aufgeklärt werden: Der Mord an Frauke Liebs aus Paderborn ist bereits 14 Jahre her. Ein Unternehmer setzt sich nun aber für die Lösung des Falles ein.

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