Tödliche Messerattacke 

Starb 17-Jähriger wegen Justizpanne in Bielefeld?

Die Ermittler der Polizei suchten nach der toedlichen Messerattacke in Bielefeld nach der Tatwaffe. 
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Die Ermittler der Polizei suchten nach der tödlichen Messerattacke in Bielefeld nach der Tatwaffe. 

In Bielefeld wurde ein Jugendlicher (17) mit einem Messer tödlich verletzt. Der Tat ging eine Justizpanne voraus - verursacht durch das Coronavirus.

  • Ein Jugendlicher (17) wurde in Bielefeld (NRW) an einer Straßenbahnhaltestelle niedergestochen.
  • Bei der Messerattacke kam das Opfer ums Leben, ein Tatverdächtiger wurde kurz darauf festgenommen. 
  • Das Coronavirus führte zu einer Justizpanne. 

Update: 8. Mai, 9 Uhr. Zu der tödlichen Messerattacke im Stadtteil Baumheide gibt es Neuigkeiten. In einer zweiten Stellungnahme des Amtsgerichts Bielefeld hieß es nun, dass Eduard T. (18) auf freien Fuß gesetzt werden musste. Bisher war man davon ausgegangen, dass sein Prozess wegen des Coronavirus abgesagt wurde. Eine Richterin hatte offenbar Bedenken, dass in dem Gerichtssaal die Abstandsregeln nicht eingehalten werden könnten.  

Die Verhandlung am 3. April fand nicht statt und der 18-Jährige wurde nach rund 5 Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen, obwohl ihm zahlreiche Straftaten vorgeworfen werden. Insgesamt liegen gegen den Mann, der auch den 17-Jährigen in Bielefeld auf dem Gewissen haben soll, sechs Anklagen vor, berichtete das Westfalen-Blatt am gestrigen Donnerstag (7. Mai). Die Taten, darunter Körperverletzung, Verkehrsdelikte, Drogenverstöße und Raubüberfälle, sollen sich zwischen Juni 2018 und September 2019 ereignet haben. 

Tödliche Messerattacke in Bielefeld: Musste ein 17-Jähriger aufgrund einer Justizpanne sterben? 

Erstmeldung: 7. Mai. Bei einer Bluttat in Bielefeld wurde ein 17-jähriger Mann mit einem Messer niedergestochen. Der schreckliche Vorfall ereignete sich an einer Straßenbahnhaltestelle. Ein 18-Jähriger soll den Jugendlichen getötet haben. Das Coronavirus könnte bei der Tat eine entscheidende Rolle gespielt haben. 

Messerattacke in Bielefeld endet für 17-Jährigen tödlich – Tatverdächtiger wegen Coronavirus aus Haft entlassen 

Die Bluttat, bei der der 17-Jährige zu Tode kam, ereignete sich am Donnerstag (30. April). Im Bielefelder Stadtteil Baumheide war das Opfer gegen 23 Uhr mit dem mutmaßlichen Messerstecher in Streit geraten. Der Angreifer wollte ihn ausrauben. Der Jugendliche setzte sich jedoch zur Wehr und erlitt dabei lebensgefährliche Stichverletzungen. Passanten hatten die Bluttat in Bielefeld (NRW) mitbekommen. Sie wurden Zeugen des Messerangriffs und konnten den 18-jährigen Angreifer beschreiben. 

Fahnder der Polizei Bielefeld konnten etwa 300 Meter vom Tatort entfernt den mutmaßlichen Täter festnehmen. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um den 18-jährigen Eduard T., der sich nun wegen Totschlags und versuchten Raubes mit Todesfolge in U-Haft in der Jugend-Haftanstalt Herford befindet. In diesem Gefängnis saß der Mann bereits wegen eines ähnlichen Deliktes. Doch wegen des Coronavirus wurde sein Prozess verschoben und er kam auf freien Fuß. 

Coronavirus in Bielefeld (NRW): Justizpanne machte Bluttat erst möglich 

Die Umstände, die zu dem Tod des 17-jährigen Mannes geführt haben, sind erschütternd. Wie mehrere Medien berichten, hätte es zu der tödlichen Messerattacke in Bielefeld (NRW) niemals kommen dürfen. Doch wegen des Coronavirus war es zu einer schwerwiegenden Justizpanne gekommen. Bereits im Oktober 2019 soll Eduard T. einen anderen Mann mit einem Nothammer aus einer Stadtbahn niedergeschlagen und ausgeraubt haben. Außerdem soll er versucht haben, eine 15-Jährige zu vergewaltigen. 

Ursprünglich sollte ihm am 3. April der Prozess gemacht werden. Doch die vorsitzende Richterin war der Meinung, dass der Mindestabstand, der wegen des Coronavirus natürlich auch im Gerichtssaal gilt, nicht eingehalten werden könnte. Der Verhandlungstermin wurde daraufhin abgesagt und Eduard T. (18) wurde aus der Untersuchungshaft entlassen. Dies war offensichtlich ein großer Fehler, wie sich etwa einen Monat später herausstellte. 

In Bielefeld soll ein Mann (18) einen 17-Jährigen mit einem Messer getötet haben. 

Erst jüngst kam es in der Stadt zu einem tragischen Unfall. In Bielefeld-Brackwede starb ein kleines Mädchen, nachdem es von einem Zug erfasst wurde.

Bielefeld (NRW): Prozess wäre trotz Coronavirus möglich gewesen – Justiz räumt Fehler ein 

Amtsgerichtssprecher Dr. Roland Pohl gestand nach der Bluttat in Bielefeld Fehler ein. "Der Gerichtsaal, in dem das Verfahren hätte stattfinden sollen, wäre aber groß genug gewesen, um die erforderlichen Sicherheitsabstände einzuhalten", wird er in einem Bericht der Bild-Zeitung zitiert. Dietödliche Messerattacke, bei der ein junger Mensch ums Leben kam, wäre somit möglicherweise vermeidbar gewesen. 

Nicht nur in Bielefeld ist es zu einer Bluttat gekommen. In Paderborn (NRW) soll ein Sohn seinen Vater mit einem Messer niedergestochen haben. Der mutmaßliche Täter wurde dem Haftrichter vorgeführt.   

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