Talkshow im ZDF

Maskenpflicht „Vermummungsgebot“?: Bielefelder Arzt sorgt für Eklat bei Markus Lanz

Die Maskenpflicht in Bielefeld ist zum Alltag geworden – nun sprach sich Klaus Reinhardt, der Chef der Bundesärztekammer, bei Markus Lanz im ZDF dagegen aus. 

Klaus Reinhardt ist der Präsident der Ärztekammer in Deutschland. Am Mittwoch (21. Oktober) war der 60-Jährige aus Bielefeld in der Talkshow von Markus Lanz (ZDF) zu Gast. Im Gespräch drehte sich alles um das Coronavirus und die erneut ansteigenden Zahlen. Dabei tätigte der Arzt einige Aussagen, die den Moderator fassungslos machten.

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Maskenpflicht in Bielefeld soll die Ausbreitung von Corona verhindern

Seit rund einem halben Jahr besteht in geschlossenen Räumen in der Öffentlichkeit für alle Menschen eine Maskenpflicht. Diese wird jetzt, in der zweiten Welle der Coronavirus-Pandemie, in Risikogebieten wie Bielefeld auch auf die Innenstädte ausgeweitet. Die Masken sollen dabei helfen, die Ausbreitung der Infektion zu verhindern.

Schon seit einigen Monaten ist klar, dass die Masken in den meisten Fällen zum Selbstschutz nicht viel beitragen können. Das Coronavirus Sars-CoV-2* kann auch durch die Schutzschicht aufgenommen werden. Jedoch, und das ist der Punkt, können Menschen, die eine Maske tragen, größtenteils sicherstellen, dass sie selbst keine Erreger weitergeben.

Bielefeld: Chef der Bundesärztekammer zweifelt Sinn von Maskenpflicht an

Klaus Reinhardt sieht die Maskenpflicht kritisch. Er sprach bei Markus Lanz von einem „Vermummungsgebot“ und zweifelt den tatsächlichen Nutzen der Mundschutze an. Es gebe keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass die Maßnahme wirklich hilfreich sei. Jedoch sprechen die Zahlen, die über die Sommermonate auch in Bielefeld stark rückläufig waren, eine andere Sprache. Auch Markus Lanz war über diese Aussage fassungslos: „Hier sitzt gerade der Präsident der Bundesärztekammer und sagt, es gibt keine Evidenz für Masken – ich halte das noch einmal fest“.

Klaus Reinhardt findet die Maskenpflicht übertrieben.

Karl Lauterbach (SPD) legte dem Ärztekammer-Chef aus Bielefeld nach dem problematischen Auftritt den Rücktritt nahe. Auf Twitter schreibt er: „Der Ärztekammerpräsident kann nicht die Position der führenden Fachgesellschaften der deutschen Ärzteschaft und die aktuelle Studienlage öffentlich für falsch erklären. Als Amtsträger beschädigt er die Arbeit seiner Kollegen“. Klaus Reinhardt hat zu der Forderung bislang keine Stellung bezogen.

Ärztekammer-Chef aus Bielefeld trifft bei Markus Lanz fatale Aussage

Besonders fatal: Mit seinen Aussagen könnte Reinhardt, der gebürtig aus Bielefeld stammt, die Bevölkerung verwirrt haben. Susanne Johna, die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marbuger Bund, kritisiert die Ausdrucksweise des Kammer-Vorstehers deutlich: Sie betont, dass Alltagsmasken sehr wohl dabei helfen, die Coronavirus-Pandemie einzudämmen und dass auch die Studienlage die Sinnhaftigkeit der Maskenpflicht unterstütze. (*msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes)

Rubriklistenbild: © dpa / Gregor Fischer

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