Wende im Fall aus Bielefeld

Kein rassistischer Angriff: Angebliche Attacke war frei erfunden

Ein Stromkasten mit einem aufgespruehten Hakenkreuz.
+
In Bielefeld stellte sich ein rassistischer Angriff als unwahr heraus (Symbolbild).

In Bielefeld soll ein Mann von Neonazis brutal überfallen worden sein. Bei der Polizei hat das mutmaßliche Opfer schwere Vorwürfe geäußert. Doch die Beamten waren offenbar zu Recht skeptisch.

Update: 16. November. Am Wochenende hat sich die anfängliche Skepsis der Ermittler in dem vermeintlich rassistischen Überfall in Bielefeld bestätigt. Der 19-jährige Iraner, der angab, am 11. November in Brackwede von einer Gruppe rechter Personen angegriffen worden zu sein, hat sich die Geschichte offenbar ausgedacht.

Bei dem Angriff sollen vier bis fünf Männer auf ihr Opfer losgegangen sein. Mit einem Messer sollen sie dem jungen Mann ein Hakenkreuz auf die Brust geritzt haben. Am späten Freitagabend kam er jedoch in Begleitung seiner Familie auf die Polizeiwache Nord in Bielefeld und gestand, dass der Überfall nie stattgefunden habe.

Er gab an, sich die Verletzungen, auch das geritzte Hakenkreuz, selbst zugefügt zu haben. Zu seinen Beweggründen schreibt die Polizei Bielefeld: „Als Grund für die Vortäuschung gab er an, er habe durch die anschließende öffentliche Bekanntmachung des Sachverhalts Aufmerksamkeit erregen wollen.“ Nun erwartet den 19-Jährigen ein Strafverfahren wegen Vortäuschens einer Straftat.

StadtBielefeld
Einwohner334.195 (Stand: Dezember 2019)
BundeslandNRW

Bielefeld: Weitere Details zu mumaßlich rassistischem Angriff

Update: 13. November, 16.24 Uhr. Die Polizei Bielefeld hat nun weitere Details zu der mutmaßlich rassistisch motivierten Tat veröffentlicht. Demnach soll ein iranischer Staatsbürger am Mittwoch (11. November) gegen 19.25 Uhr im Bereich Niemöllershof in Brackwede von mehreren augenscheinlich rechten Personen überfallen worden sein.

Nach Angaben des jungen Mannes, die laut Polizeiangaben anfangs teils voneinander abwichen, sei der 19-Jährige beim Joggen von vier bis fünf Personen überfallen worden, die vereinzelt Nazi-Symbole an ihrer Kleidung getragen haben sollen. Sie sollen ihrem Opfer eine Schnittwunde in Form eines Hakenkreuzes auf der Haut zugefügt haben, heißt es zu dem Vorfall aus Bielefeld weiter. Der junge Mann wurde daraufhin im Krankenhaus behandelt.

Die Beamten suchen nun nach den mutmaßlichen Tätern aus Bielefeld. Der 19-Jährige beschrieb die Täter als deutschsprachig und knapp 1,80 Meter groß, schlank und athletisch. Alle Personen sollen Mützen oder Masken getragen haben – bei einer soll es sich um eine „adidas“-Maske gehandelt haben. Einer der Verdächtigen hatte anscheinend einen roten Pullover an.

Unmittelbar nachdem der Vorfall gemeldet worden war, leitete die Polizei eine Fahndung in Bielefeld ein, die bislang jedoch erfolglos blieb. „Auch die Tatortaufnahme sowie die Absuche im Bereich des Tatortes mit einem Diensthund erbrachten keine weiteren relevanten Erkenntnisse zu dem angezeigten Sachverhalt“, heißt es in der jüngsten Mitteilung zu den Geschehnissen vom Mittwoch.

Das Opfer soll bereits im Januar dieses Jahres einen ähnlichen Vorfall bei der Polizei gemeldet haben – die Ermittlungen blieben auch hier jedoch erfolglos. Die Polizei Bielefeld ermittelt derzeit in alle Richtungen und schließt nicht aus, dass die Tat einen politisch motivierten Hintergrund gehabt hat oder sich anders zugetragen haben könne. Zweifel an der Version des 19-Jährigen werden durch die Untersuchungen der Rechtsmedizin geschürt.

Wie die Polizei berichtet, sollen die Verletzungen des Iraners nicht mit dessen Angaben übereinstimmen. Der 19-Jährige hatte über den Fall auf seinem Social-Media-Kanal berichtet und dabei Vorwürfe der Nötigung gegen die Beamten aus Bielefeld erhoben. Diese Vorwürfe wurden nun an die Staatsanwaltschaft zur weiteren Klärung übermittelt.

Die Ermittlungen zum mutmaßlichen Überfall in Brackwede dauern weiter an. Daher bittet die Polizei um Hinweise von Zeugen, die den Vorfall in Bielefeld am Mittwoch beobachtet haben. Angaben können unter der Rufnummer 0521/54 50 weitergeleitet werden.

Der Fall vom Mittwoch schlägt in den sozialen Medien hohe Wellen. Die Initiative „Rise up for Justice Bielefeld“ hat über den mutmaßlichen Überfall an dem Iraner berichtet und spontan eine Demo gegen rassistische Gewalt angemeldet. Diese soll am Samstag (14. November) um 15 Uhr vor dem Hauptbahnhof stattfinden. Wie die Initiative berichtet, sollen Polizeibeamte dem Vater des 19-Jährigen mit den Worten: „Wenn ihr Sohn lügt, wird Ihre ganze Familie abgeschoben“ gedroht haben.

Antifa Bielefeld äußert sich zur Tat

Update: 13.13 Uhr. Das Antifaschistische Bündnis Bielefeld hat sich per Twitter zu dem mutmaßlichen Überfall auf einen jungen Mann geäußert. Demnach soll sich der Vorfall vor zwei Tagen in Bielefeld-Quelle ereignet haben. Die Person soll Opfer eines rassistischen Angriffs geworden sein. Das Hakenkreuz sei ihm in die Brust geritzt worden, hieß es in einem Tweet. Dem Mann soll es jedoch den Umständen entsprechend gut gehen.

Um ein Zeichen gegen rassistische Gewalt zu setzen, hat das Antifaschistische Bündnis Bielefeld für den kommenden Samstag (14. November) eine Demonstration angekündigt. Die Protestaktion soll am Hauptbahnhof Bielefeld stattfinden und um 15 Uhr beginnen.

Polizei Bielefeld äußert sich zum Überfall – Staatsschutz ermittelt

Update: 13. November, 12.25 Uhr. Nachdem der WDR am Freitagmorgen über einen mutmaßlichen Überfall berichtet hatte, bei dem ein junger Mann zu Schaden gekommen sein soll, hat die Polizei Bielefeld bekräftigt, dass man den Fall sehr ernst nehme. Die Beamten teilten außerdem mit, dass der Staatsschutz noch in alle Richtungen ermittle. Die Staatsanwaltschaft wurde ebenfalls eingeschaltet. Wie bereits berichtet soll dem Opfer ein Hakenkreuz auf den Oberkörper geritzt worden sein.

Bielefeld (NRW): Junger Mann Opfer eines Überfalls? Polizei leitet Ermittlungen ein

Erstmeldung: 13. November. Wurde ein junger Mann im nordrhein-westfälischen Bielefeld beim Joggen überfallen? Mit dieser Frage müssen sich aktuell die Ermittler der Polizei beschäftigen. Das mutmaßliche Opfer äußert öffentlich schwere Vorwürfe.

Mutmaßlicher Überfall in Bielefeld – Foto soll Hakenkreuz zeigen

Ein mutmaßlicher Überfall auf einen jungen Mann beschäftigt derzeit die Polizei in Bielefeld (NRW). Das Opfer gibt öffentlich schwere Anschuldigungen von sich. Ein Foto in den sozialen Medien soll ihn zeigen, wie er auf ein Hakenkreuz deutet, das ihm auf den Oberkörper geritzt worden sein soll, wie der WDR am Freitagmorgen (13. November) berichtet.

Bei der Polizei gab der Mann, dessen Familie aus dem Iran stammen soll, an, dass er Opfer eines Überfalls in Bielefeld geworden sei. Seinen Angaben zufolge wurde er beim Joggen überwältigt. Der oder die möglichen Angreifer könnten für das Hakenkreuz auf seinem Oberkörper verantwortlich sein. Der Mann kam in ein Krankenhaus.

Bielefeld (NRW): Nach mutmaßlichem Überfall – Mann erstattet Strafanzeige

Die Pressestelle der Polizei in Bielefeld (NRW) hat bisher noch keine näheren Angaben zu dem möglichen Überfall auf den jungen Mann gemacht. Das mutmaßliche Opfer soll jedoch Anzeige bei der Polizei erstattet haben. Dies hätten die Ermittler dem WDR bereits bestätigt.

Ob sich die Person die Verletzung auch selbst zugefügt haben könnte, ist unklar. Der Mann soll auch gegenüber Polizeibeamten Vorwürfe geäußert haben. Die polizeilichen Ermittlungen zu dem Vorfall in Bielefeld dauern an. Zeugen soll es bisher offenbar nicht geben. Wir berichten weiter.

In der Stadt beschäftigt aktuell eine ganze Reihe von Überfällen die Polizei. Zuletzt am Donnerstagmittag (12. November) soll in der Innenstadt ein maskierter Mann einen Tedi-Markt an der Jöllenbecker Straße/Ecke Mindener Straße überfallen haben. Mit einer Schusswaffe soll er eine Kassiererin bedroht und Bargeld erbeutet haben. Bei einem weiteren Vorfall kam es in Bielefeld (NRW) zu einem Raubüberfall auf eine Tankstelle, bei dem der Täter eine „Joker-Maske“ trug und den Angestellten ebenfalls mit einer Schusswaffe bedroht haben soll.

Auch interessant

Kommentare