Zeichen gegen rechten Terror 

Demos in OWL – Menschen gedenken der Opfer von Hanau

In Bielefeld, NRW und ganz Deutschland wurden nach den Anschlägen in Hanau Mahnwachen abgehalten. Die Menschen brachten ihre Trauer und Wut zum Ausdruck.

  • In Hanau (Hessen) ist es zu einer Bluttat mit elf Toten gekommen. 
  • Der mutmaßliche Schütze hinterließ ein Bekenner-Schreiben und handelte offenbar aus rechtsradikalen Gründen. 
  • In Bielefeld versammelten sich die Menschen spontan auf den Straßen und demonstrierten gegen Rechtsterrorismus.  

Update: Freitag (21. Februar), 10.31 Uhr. Etwa 300 Bielefelder haben sich gestern an der Demo in der Innenstadt beteiligt. Nach Angaben der Polizei Bielefeld bleib es dabei friedlich. Wie bereits berichtet, hatten sich die Bewohner der Stadt vor dem alten Rathaus getroffen, um den Opfern von Hanau zu gedenken. 

Sie wollten dabei aber auch ein Zeichen gegen Rassismus setzen. Am heutigen Freitag stellt das Bündnis "Wir sind mehr" eine weitere Veranstaltung in Bielefeld auf die Beine. Jeder der an der Demo gegen den rechten Terror mitwirken möchte, ist daher herzlich eingeladen, um 17 Uhr zum Hauptbahnhof zu kommen.  

Erstmeldung: Freitag (21. Februar), 8.33 Uhr. Die Einwohner von Bielefeld sind fassungslos über das, was sich in Hanau zugetragen hat. Bei den Anschlägen, die offenbar von einem Rechtsterroristen verübt worden waren, kamen elf Menschen zu Tode. 

Spontane Demo in Bielefeld nach den Anschlägen in Hanau 

In Bielefeld sowie in ganz Deutschland trauern die Menschen am Donnerstag (20. Februar 2020) um die Opfer. Am Mittwochabend (19. Februar 2020) gegen 22 Uhr hat ein Mann in zwei Shishabars in der Innenstadt von Hanau Schüsse abgegeben. Mehrere Passanten ausländischer Herkunft wurden kaltblütig erschossen. Anschließend soll der mutmaßliche Täter eine Mutter und dann sich selbst getötet haben. Wegen Terrorverdachts übernahm der Generalbundesanwalt die Ermittlungen. 

Mit Maschinenpistolen bewaffnete Einsatzkräfte der Polizei vor einem Kiosk am Tatort in Hanau-Kesselstadt.

Gravierende Indizien sprechen dafür, dass es sich bei der Bluttat in Hanau um einen rassistischen Hintergrund gehandelt hat. Aus diesem Grund kamen in Bielefeld hunderte Menschen zusammen. Die Einwohner der Stadt versammelten sich zu Mahnwachen. Im Zuge einer Demo haben sie ein Zeichen gegen den Rechtsterrorismus zu setzen. Auch das Licht an der Sparrenburg blieb an diesem Abend aus. 

Bielefeld: Oberbürgermeister Pit Clausen tief betroffen 

"Wir wollen damit unsere Trauer zum Ausdruck bringen und ein Zeichen für eine Gesellschaft und ein Miteinander ohne Hass setzen", sagte Oberbürgermeister Pit Clausen. Die Demo gegen den Rechtsradikalismus fand am frühen Donnerstagabend vor dem Rathaus in Bielefeld statt. Das Bündnis "Wir sind mehr" hatte zu dieser Veranstaltung aufgerufen. 

Am heutigen Freitag (21. Februar) soll es in Bielefeld eine weitere Veranstaltung geben. Die Mitglieder des Bündnisses kündigten auf Facebook an, dass sie sich am späten Nachmittag gegen 17 Uhr am Hauptbahnhof treffen wollen. Der Demonstrationszug soll schließlich wieder am Rathaus enden. 

Bundespräsident Frank Walter Steinmeier legte gestern in der Stadt Hanau einen Kranz nieder und sprach den Familien der Opfer sein Mitgefühl aus. Nicht nur in Bielefeld, sondern in ganz Deutschland sind weitere Mahnwachen geplant. Unter anderem sollen in Dortmund zwei Demos stattfinden. Außerdem hat NRW-Innenminister Reul bis morgen an allen öffentlichen Gebäuden in Nordrhein-Westfalen Trauerbeflaggung angeordnet. 

Rubriklistenbild: © Fotomontage: dpa

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