Nachforschungen

Coronavirus: Suche nach neuen Mutationen an der Uni Bielefeld

Forscher an der Uni Bielefeld sind auf der Suche nach Coronavirus-Mutationen. Proben aus ganz Deutschland werden überprüft. Erste Ergebnisse gibt es schon.

Bielefeld – Jeden Tag werden an der Universität in Bielefeld im Durchschnitt bis zu 100 Coronavirus-Proben aus ganz Deutschland genaustens unter die Lupe genommen. Die Forscher halten Ausschau nach Mutationen. In mehreren Fällen wurden sie bereits fündig.

StadtBielefeld
Einwohner334.195 (31. Dezember 2019)
BundeslandNRW

Bielefeld: Forscher an der Uni stoßen auf Coronavirus-Mutation aus Großbritannien

Die Forscher an der Uni Bielefeld befassen sich seit März 2020 mit dem Virus SARS-CoV-2. Das Zentrum für Biotechnologie ist für die Sequenzierung von Corona-Proben zuständig. Im Klartext: In den Laboren stellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fest, wie sich der Erreger verändert. Sobald sie etwas Gefährliches feststellen, schlagen sie Alarm.

In Bielefeld sind die Wissenschaftler bereits in drei Fällen auf die Coronavirus-Mutation aus Großbritannien gestoßen. Täglich können weitere aber auch andere Mutanten hinzukommen, denn das Ergebnis der Proben erhalten die Forscher der Uni bereits am Folgetag. Die einzelnen Variationen des Virus unterscheiden sich immer ein wenig.

Bielefeld: Coronavirus-Mutation aus Großbritannien soll ansteckender sein

Über die Coronavirus-Mutation*, die sich in Großbritannien rasend schnell ausgebreitet hat, konnten die Forscher an der Uni Bielefeld bereits herausfinden, dass sie zwar nicht tödlicher, aber deutlich infektiöser ist. Wenn die Menschen mit dem Erreger in Kontakt kommen, stecken sie sich also deutlich schneller an und können in der Folge an Covid-19 erkranken.

Um einen sogenannten „Super-Virus“ handelt es sich bei der Coronavirus-Mutation aus England und Irland zwar nicht. Dennoch wächst in Deutschland die Angst vor einem erneuten exponentiellen Wachstum durch das mutierte Virus. Auf die schwierige Situation machte auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Pressekonferenz der Bundesregierung am Donnerstag (21. Januar) noch einmal aufmerksam. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn hatte wegen der Corona-Mutation erst kürzlich eine Verordnung unterschrieben* und sich zu der aktuellen Lage geäußert.

Bielefeld: Können die Coronavirus-Mutationen noch gefährlicher werden?

Bei ihren Forschungen zum Virus SARS-CoV-2 stehen die Wissenschaftler nicht mehr ganz am Anfang. Mittlerweile konnte den ersten Menschen der Corona-Impfstoff von Biontech mit dem mRNA-Serum* verabreicht werden und auch weitere Hersteller haben in Deutschland eine Zulassung für ihren Wirkstoff erhalten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wirkt dieser auch gegen die Coronavirus-Mutationen, die bisher aufgetreten sind.

„Wie weit sich die britische Virusvariante in Deutschland bereits verbreitet hat, ist schwer zu beantworten, da in Deutschland bisher nur selten eine Sequenzierung wie im Bielefelder Labor durchgeführt werde“, äußerte ein Forscher der Uni Bielefeld gegenüber dem WDR. Eine Kombination von Coronavirus*-Mutationen könne jedoch unter Umständen dazu führen, dass sich ein Mensch zum zweiten Mal infiziert. Die Wissenschaftler wollen ihre Technik auch kleineren Laboren zur Verfügung stellen, damit die Nachforschungen bald möglichst flächendeckend in der Bundesrepublik vorgenommen werden können. (*Msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Daniel Cole/AP/dpa

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