Corona-Pandemie

Bielefeld mit niedrigster Inzidenz in NRW – doch wie lange noch?

Laut Experten befindet sich Deutschland bereits in der dritten Corona-Welle. Bielefeld weist aktuell den niedrigsten Inzidenzwert in ganz NRW auf – doch wie lange kann das so bleiben?

Bielefeld – Experten sprechen schon länger von der dritten Welle in Deutschland. Immer wieder wurde gewarnt, jetzt zu viele Lockerungen durchzusetzen, wo gleichzeitig die Corona-Mutationen* auf dem Vormarsch sind. Nun warnte auch RKI-Chef Lothar Wieler, dass das Land sich bereits in der dritten Welle befände*.

Sogar in Münster*, der Stadt, die lange als strahlendes Vorbild in Sachen Corona-Pandemie*-Management galt, nähert sich der Inzidenzwert wieder der 50er-Marke. Bielefeld hingegen scheint aktuell relativ gut zurechtzukommen. Mit 33,2 weist die Stadt in Ostwestfalen* die niedrigste Inzidenz in ganz NRW auf. Doch wie lange kann das noch so bleiben?

StadtBielefeld
Einwohner334.195
BundeslandNRW

Bielefeld: Impfung beim Hausarzt verzögert sich

Der gesamte Impfprozess in Deutschland gestaltet sich zäh wie Kaugummi. Zu viel Bürokratie und Reglementierung steht einer raschen Durchimpfung des Landes noch immer im Weg. Bislang sind erst knapp über drei Prozent der Deutschen zweimal gegen das Coronavirus geimpft worden. Die Hauptschuld am Impf-Chaos wird Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)* gegeben. Dessen Missmanagement soll bereits mit der Bestellung von zu wenig Impfstoff im Vorfeld begonnen haben. Und diesen Impfstoffmangel merken auch die Hausärzte in Bielefeld.

Denn um die Durchimpfung in Deutschland soll auch dadurch beschleunigt werden, dass die Vakzine nicht nur in den Impfzentren (eine Übersicht aller Impfzentren in OWL finden Sie hier), sondern auch in den Praxen der Hausärzte verabreicht wird. Dies war auch in Bielefeld ursprünglich für Anfang April geplant. Doch aufgrund des mangelnden Impfstoffs wurden die Ärzte bereits auf Mitte April vertröstet. Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung rechnet gar erst mit einem Impfstart ab Mai*.

Hausärzte in Bielefeld sind bereit, gegen Corona zu impfen

„Wir sind bereit“, sagt Dr. Johannes Hartmann, der Sprecher der Initiative Bielefelder Hausärzte. Darin sind rund 130 Ärzte organisiert, was 60 Prozent der Hausärzte in Bielefeld ausmacht. Solange noch nicht genügend Impfstoff vorhanden ist, werde auch bei der hausärztlichen Impfung noch nach Priorisierungsliste vorgegangen. Sobald es jedoch genug Impfdosen für alle gäbe, könne man bis zu 25 Patienten am Tag immunisieren.

Mancherorts werden in Hausarztpraxen bereits Corona-Impfungen verabreicht, wie hier im bayerischen Landkreis Hof.

Rechne man die Impfungen im Impfzentrum Bielefeld und den übrigen Zentren des Landes mit ein, könne man bis August jeden Bundesbürger geimpft haben und „mit der Sache durch sein“, sagt Hartmann gegenüber Radio Bielefeld. Es bleibt zu hoffen, dass die Inzidenz in der Stadt trotz verzögerter Impfung stabil unter 50 bleibt. Denn erst am 11. März gab Bielefeld bekannt, Shopping auch ohne Terminvergabe wieder möglich zu machen. Solcherlei Maßnahmen können schnell wieder zu einem Anstieg der Infektionszahlen führen. Die Impfung wäre der einzige Lichtblick in der dritten Welle. (*Msl24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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