Bielefeld

Polizeieinsatz am Impfzentrum: Wurde die Corona-Impfung sabotiert?

Ein Mann soll im Impfzentrum Bielefeld mehrere tausend Impftermine gebucht haben. Der Zwischenfall löste einen Polizeieinsatz aus.

Bielefeld – Gegen einen Mann erhebt die Kripo in Bielefeld* schwere Vorwürfe: Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, Monate im Voraus mehrere tausend Impftermine im Impfzentrum Bielefeld* gebucht zu haben. Wollte er die Immunisierung gegen das Coronavirus* sabotieren?

OrtImpfzentrum Bielefeld
Kapazitätenbis zu 1000 Corona-Impfungen möglich
AdresseWilly-Brandt-Platz 1, 33602 Bielefeld (Stadthalle)

Bielefeld: Mann meldet etwa 3000 Corona-Impflinge unter falschen Namen an

Der Leiter des Bielefelder Impfzentrums Theodor Windhorst zeigte sich angesichts der Vorkommnisse tief betroffen. Gegenüber der Neuen Westfälischen nannte er die vorsätzliche Blockade von Corona-Impfterminen am Sonntag (28. März) „Sabotage“. Unternehmen, Arztpraxen und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen konnten bislang über einen Computer des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Bielefeld Termine für die Corona-Impfung bekommen, wie owl24.de* berichtet.

Nach einer Buchung schickt das Portal von ASB jedoch keine Bestätigungs-E-Mail an den Impfling. Diese Lücke machte sich der mutmaßliche Täter offenbar zunutze. Der Mann konnte so rund 3000 Impftermine blockieren. Er soll dafür Profile von Personen verwendet haben, die es in Wahrheit gar nicht gibt, erklärte eine Pressesprecherin der Stadt Bielefeld. Die Polizei wurde umgehend alarmiert, nachdem die Falsch-Buchungen im System aufgefallen waren.

Möglicher Sabotage-Fall am Impfzentrum Bielefeld löst Polizeieinsatz aus

Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass die gefakten Termine über dieselbe IP-Adresse gebucht worden waren. Der Beschuldigte konnte so identifiziert werden. Da das Buchungsportal Impf-Termine auf Monate hinaus vergeben hatte, konnte der Angriff auf das Impfzentrum in Bielefeld überhaupt aufgedeckt werden.

Mitarbeiter des Impfzentrums löschten schließlich sämtliche Namen aus der Liste, dessen Termine mit der verdächtigen IP-Adresse gebucht worden waren. Wegen des Vorfalls in Bielefeld kam es bei den Corona-Impfungen zu Verzögerungen. Ob gegen den Beschuldigten ein Strafverfahren eingeleitet werden kann, muss noch geprüft werden. Als „Hacking“ wird der Fall nicht eingestuft, berichtete das Westfalen-Blatt am Montag (29. März)

Bis zu 1000 Corona-Impfungen sollen im Impfzentrum Bielefeld täglich möglich sein, wenn genügen Impfstoff vorhanden ist.

Aufgrund steigender Infektionszahlen hat Bielefeld die Corona-Notbremse gezogen* und ab Dienstag (30. März) gelten in der Stadt strengere Schutzmaßnahmen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt hier laut Robert Koch-Institut (RKI) 115,2. Auch in einem benachbarten Kreis sieht die Lage ähnlich aus. Der Kreis Gütersloh griff zur Notbremse mit Testoption* und umgeht so teilweise strengere Corona-Regeln*. (*msl24 und owl24 sind Angebote von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Friso Gentsch

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