Entwarnung

Hamsterkäufe wegen Coronavirus: Leere Regale in OWL – Vorsicht oder Panik?

Das Coronavirus Sars-CoV-2 sorgt in vielen Supermärkten für leere Regale. Auch in Bielefeld und OWL kaufen die Menschen nun auf Vorrat. Doch wie sinnvoll sind Hamsterkäufe zum jetzigen Zeitpunkt?

  • Hamsterkäufe wegen des Coronavirus finden auch in OWL und Bielefeld statt.
  • Vielerorts sind die Regale leer.
  • Menschen beginnen, sich Sorgen um Engpässe zu machen

Bielefeld – Die Menschen beginnen mit Hamsterkäufen, um sich auf den Ernstfall vorzubereiten. Sollte es so weit kommen, dass die Bundesregierung die Bevölkerung unter Quarantäne setzt und die eigenen vier Wände nicht mehr verlassen werden dürfen, wollen die Bürger gewappnet sein. Zugegeben, wer jetzt hamstert, fühlt sich erst einmal sicher. Doch ist diese Sorge überhaupt berechtigt? 

"Nein", sagt dazu die Bundesregierung. Die Supermärkte in der Region sollen auf jeden Fall geöffnet bleiben. Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers (ARD) hat wegen des Coronavirus eine Alternative zu Hamsterkäufen vorgestellt und auf Instagram ein Foto gepostet. 

Coronavirus: Hamsterkäufe in Bielefeld und OWL noch nicht nötig

So viel vorweg: Der Handelsverband OWL sieht keinen Anlass für Hamsterkäufe durch das Coronavirus Sars-CoV-2. Zwar könnten die Regale in Bielefeld und OWL ohne große Probleme wieder aufgefüllt werden, stellenweise seien Engpässe jedoch durchaus möglich. Der Mediziner Nils Hübner aus Greifswald sieht in unnötigen Hamsterkäufen eine Gefahr.:

Zum einen werden viele der unnötig gekauften Lebensmittel langfristig wieder weggeworfen, was eine große Verschwendung bedeutet. Zum anderen greift hier ein nicht zu unterschätzender psychologischer Effekt: "Wenn die Menschen vor leeren Regalen stehen, führt das wieder zu Hamsterkäufen. Das ist ein selbstverstärkender Prozess." Die Angst vor dem Virus COVID-19 wächst offenbar in der Bevölkerung. Wegen des Coronavirus wurde in Minden nun eine mobile Notaufnahme für Verdachtsfälle errichtet. 

Große Handelsketten berichten wegen Coronavirus von erhöhten Verkäufen

Eine Umfrage der Deutschen Presse Agentur bei den großen Handelsketten des Landes bestätigt: Die Verkäufe steigen. Vor allem lange haltbare Lebensmittel finden wegen der Angst vor dem Coronavirus COVID-19 höheren Absatz. So kann es auch in Bielefeld und OWL passieren, dass die Regale mit Reis, Nudeln und Konserven zwischenzeitlich leer stehen. Aber auch Desinfektionsmittel, Klopapier und andere Hygieneartikel sind gefragt. 

Höhere Absätze aufgrund von Hamsterkäufen bei den genannten Produkten melden Rewe, Aldi (Nord/Süd) und Lidl. Kaufland gab an: "Bei stark nachgefragten Produkten kann es kurzfristig zu Engpässen kommen." Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt jedoch, ebenso wie der Handelsverband OWL, vor Panik wegen des Coronavirus: Die Lieferstrukturen seien "effizient und gut vorbereitet, sodass die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet ist."

Hamsterkäufe wegen Coronavirus COVID-19: Keine Panik

Die Behörden sind sich also einig. Noch besteht kein Grund zur Panik. Die großen Supermärkte sind gut auf Engpässe vorbereitet und auch in Bielefeld und OWL in der Lage, die Regale wieder zu füllen. Zwar kann niemandem verboten werden, sich auf einen Ernstfall vorzubereiten, jedoch besteht momentan kein Grund zu Hamsterkäufen. Die zuständigen Behörden treffen derzeit alle Maßnahmen, um das Coronavirus so gut wie möglich einzudämmen. So gibt es in Bielefeld bislang noch keinen Infektions-Fall.

Unabhängig vom Coronavirus rät die Bundesregierung jedoch ausdrücklich dazu, sich einen Vorrat anzulegen, der im Notfall das Überleben für mindestens zehn Tage sichert. Dazu gibt es auf der Seite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) einen Notfallratgeber mit allen wichtigen Dingen, die man braucht. 

Das Coronavirus in OWL und Bielefeld

Eine Familie aus Büren steht im Verdacht, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben. Deshalb wurden dort vorsichtshalber zwei Schulen geschlossen. Ob es sich wirklich um einen Infekt mit COVID-19 handelt, ist noch unklar. In Bielefeld wurde ein Lehrerpaar ebenfalls auf das Virus getestet. In diesem Fall konnte jedoch bereits Entwarnung gegeben werden. 

Sollte es trotz aller Vorsichtmaßnahmen dennoch zu einem Ausbruch kommen, ist man in der Stadt vorbereitet: Das Klinikum Bethel Bielefeld hat an zwei Standorten Sonderambulanzen für das Coronavirus aufgebaut. Im Notfall wären diese Zeltstädte innerhalb weniger Stunden einsatzbereit.

Auch der Tourismus muss sich im Augenblick mit der Lungenkrankheit beschäftigen. Auf Teneriffa sitzen wegen des Coronavirus zahlreiche Urlaube fest und auch ein Ehepaar aus Bielefeld befindet sich dort in Quarantäne

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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