Ralph Ruthe aus Bielefeld über Fälschungen seiner Bilder

"Nazis haben selbst keine guten Ideen" – Comic-Zeichner wehrt sich gegen rechte Plagiate

Comic-Zeichner Ralph Ruthe aus Bielefeld bezieht Stellung gegen rechts.
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Comic-Zeichner Ralph Ruthe aus Bielefeld bezieht Stellung gegen rechts.

1,2 Millionen Fans bei Facebook, 713.000 Follower bei Instagram: Comic-Zeichner Ralph Ruthe aus Bielefeld ist bundesweit bekannt. Nun äußerte er sich über rechte Plagiate seiner Bilder.

  • Der Comic-Zeichner Ralph Ruthe aus Bielefeld äußert sich zu Nazi-Plagiaten seiner Bilder.
  • Er gibt Tipps im Umgang mit den Fälschungen.
  • Seine Fans feiern ihn für die politische Haltung.

Bielefeld – Ralph Ruthe ist ein bekannter Comic-Zeichner, Autor, Musiker und Filmemacher. Er stammt aus dem westfälischen Bielefeld, ist aber weit über dessen Grenzen hinaus bekannt. Seine Werke zeigen oft wiederkehrende Charaktere wie den Weihnachtsmann, Bäume, Bieber und den Sensenmann, um nur einige zu nennen. 

In seiner Arbeit schreckt er auch nicht davor zurück, sich politisch klar zu positionieren. Sein Zeichenstil ist zwar unverkennbar, dennoch sieht er sich, wie viele andere Cartoonisten auch, immer wieder einem großen Problem gegenüber: Seine Bilder werden verfälscht und mit neuen (oft politischen) Inhalten versehen, die Ruthe als Urheber nicht vertritt. Wie owl24.de* berichtet, macht er in einem Social-Media-Post nun explizit auf dieses Problem aufmerksam.

Ruthe aus Bielefeld: Nazis haben selbst keine guten Ideen

In einem Post, den Ralph Ruthe am 11. Dezember über seinen offiziellen Account bei Instagram und Facebook absetzte, äußert er sich nun klar zu diesen von Nazis verfälschten Comics. Dass im rechten Spektrum immer wieder Bilder des Bielefelders auftauchen, die dann mit verfälschtem Inhalt verbreitet werden, erklärt er sich ganz einfach: "[...]Nazis haben nun mal selbst keine guten Ideen. Und es gibt keinen einzigen begabten Witzbildmaler in ihren Reihen." 

Keine Werbung! Ralph Ruthe aus Bielefeld mit witzigem Vergleich

In dem Post geht Ruthe auch auf das offenbar oft vorgebrachte Argument ein, dass diese Plagiate doch Werbung für ihn als Urheber seien. Dem kontert der Cartoonist aus Bielefeld mit einem ebenso passenden wie lustigen Vergleich: Wenn man einen Kuchen backt und jemand würde diesen ungefragt mit Kotze überschütten, in Katzenstreu wälzen und einen Popel daran schmieren, würde man sich auch nicht als Bäcker dieses Kuchens zu erkennen geben wollen. Touché.

Ruthe und die Fälschungen: Wie geht der Zeichner aus Bielefeld mit den Plagiaten um?

In einem zweiten Teil des recht langen Statements beschreibt Ruthe, wie er mit diesen Nazi-Plagiaten umgeht und gibt seinen Fans Tipps, wie diese reagieren sollen, wenn sie ein solches im Internet entdecken. Er selbst kann nicht gegen alle Fälschungen vorgehen, die im Umlauf sind und möchte das auch gar nicht. Anstatt sich mit Abmahnungen und Anwälten herumzuschlagen, möchte der Bielefelder seine wertvolle Zeit lieber mit seiner Familie nutzen oder neue Comics zeichnen. 

Auch seinen Fans gibt Ruthe aus Bielefeld Tipps zum Umgang mit den Nazi-Fälschungen: Grundsätzlich bittet er darum, nicht auf derartige Inhalte zu reagieren. Also nicht teilen, niemanden markieren. Auch nicht, um Abneigung gegen den Inhalt zu demonstrieren. Jede Reaktion, positiv oder negativ, verschaffe dem rechtsgesinnten Urheber mehr Reichweite. Deshalb rät Ruthe: Den jeweiligen Post bei Facebook oder Instagram melden und darüber hinaus "einfach ignorieren und nicht drüber ärgern.

Fans feiern Ruthe aus Bielefeld für sein Statement

Die vielen Fans des Zeichners finden den Post super und feiern Ruthe dafür, dass er solch eine klare Ansage macht. "Herr Ruthe, sie haben meinen Respekt! Ich wünschte, es gäbe mehr Menschen mit ihrer Einstellung! Danke!", lautet der Kommentar eines Followers unter dem Post. "Tolles Statement Genau so, Ralph!", heißt es da auch oder "Mein Reden: Keine unnötige Aufmerksamkeit schenken!"

Erst vor Kurzem fand in Ruthes Heimatstadt Bielefeld wieder eine Nazi-Demo statt. Doch wie owl24.de* berichtet, war die Zahl der Gegendemonstranten exorbitant höher, sodass sich am Ende knapp über 200 Rechte und 14.000 Gegenprotestler gegenüber standen. Kurz vor der Demo hatten zudem Unbekannte rechte Flyer in der Stadt verteilt. Auch vor dem lokalen Fußballstadion. Deshalb rief Arminia Bielefeld seine Fans spontan zur Aktion "Reinigen gegen Rechts" auf.

*Owl24.de ist teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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