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Astrazeneca-Stopp: Wie steht es um die Corona-Impfung in Bielefeld?

Das Bundesgesundheitsministerium stoppte die Corona-Impfungen mit Astrazeneca. Viele Impftermine in Bielefeld fallen aus. Der Fahrplan gerät völlig durcheinander.

Update: 31. März. In Verbindung mit Corona-Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca ist es erneut bei einigen Personen zu starken Nebenwirkungen gekommen. Brandenburg, Berlin und NRW ordneten ereneut einen sofortigen Impfstopp an. Kurz darauf hat die ständige Impfkommission (Stiko) eine neue Impfempfehlung für den Wirkstoff aus dem Vereinigten Königreich herausgegeben. Wie es nach dem Astrazeneca-Aus bei Personen unter 60 Jahren mit der Corona-Zweitimpfung weitergeht, lesen Sie bei owl24.de.

Corona-Impfstopp bei Astrazeneca – Impftermine in ganz Deutschland verschoben

Erstmeldung: 16. März. Aus medizinischen Gründen hat die Bundesregierung am Montag (15. März) entschieden, den Corona-Impfstoff von Astrazeneca vorläufig aus dem Verkehr zu ziehen. Sämtliche Impftermine in ganz Deutschland müssen nun auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Auch in Bielefeld reagierten die Verantwortlichen umgehend.

Die Corona-Impfung mit dem Wirkstoff von Astrazeneca wurde auch im Corona-Impfzentrum Bielefeld gestoppt. Die Betreiber bitten alle Patienten, die bereits einen Termin hatten, zu Hause zu bleiben. Sowohl die Erst- als auch die Zweitimpfung wurde ausgesetzt. Die Immunisierung mit dem Serum von Biontech soll hingegen fortgesezt werden.

UnternehmenAstrazeneca
CEOPascal Soriot (1. Okt. 2012–)
HauptsitzCambridge, Vereinigtes Königreich

Astrazeneca: Bielefeld vom Impfstopp überrascht – Krisenstabsleiter spricht von Vertrauensverlust

Aktuell infizieren sich in der Bundesrepublik wieder immer mehr Menschen mit dem Coronavirus*. Laut Robert Koch-Institut (RKI) stieg die 7-Tages-Inzidenz in Deutschland am Dienstag (16. März) auf 84. In Bielefeld ist der Inzidenzwert aktuell vergleichsweise niedrig, dennoch warnen Virologen und Mediziner wie beispielsweise Karl Lauterbach (58) vor einer dritten Corona-Welle. Auf Twitter nannte der SPD-Politiker den Impfstopp mit Astrazeneca „einen Fehler“.

Ingo Nürnberger, der die Krisenstabsleitung in Bielefeld innehat, war von der Entscheidung der Bundesregierung überrascht: „Das wirft uns zweifellos gewaltig in unserer Impfkampagne zurück und kostet viel Vertrauen bei den Bürgerinnen und Bürgern“, teilte er dem Westfalen-Blatt mit. Der Krisenstabsleiter hoffe, dass die Überprüfung des Astrazeneca-Impfstoffs so überzeugend ausfalle, dass man diesen anschließend weiter verwenden könne. Sonst müsste auch die angedachte Corona-Impfung beim Hausarzt*, die für nach Ostern angedacht war, verschoben werden.

Wirbel um Astrazeneca bringt Corona-Impftermine in Bielefeld durcheinander

Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)* habe man sich dazu entschlossen die Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca zu stoppen, da mehrere Berichte über Komplikationen aufgetaucht waren. Es ginge konkret um die Bildung von Blutgerinnseln. Nach etwa 1,7 Millionen Astrazeneca-Impfungen in Deutschland sei es in sieben bekannten Fällen zu einer sogenannten Hirnvenenthrombose gekommen, so Spahn.

Mit der Entscheidung des Astrazeneca-Impfstopps* folgt Deutschland nicht nur anderen Ländern, sondern auch einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI). Der Gesundheitsminister betonte jedoch, dass es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme handle: „Wir setzen aus, um zu überprüfen. Das Ergebnis der Überprüfung ist offen.“ Schon jetzt ist klar, dass viele Impf-Termine in der Bundesrepublik vorerst ausfallen müssen.

Zwei Impfstraßen im Impfzentrum Bielefeld sollen ab Dienstag (16. März) nur noch in Teilen besetzt werden. Die Reihenfolge beim Impfen gegen das Coronavirus könnte sich nun noch einmal ändern. Lehrer, Erzieher und andere Berufsgruppen, die jetzt eigentlich mit Astrazeneca immunisiert werden sollten, müssen weiterhin auf ihre Spritze warten.

Bielefeld setzt Impfungen mit Astrazeneca vorsorglich aus.

Impfstopp bei Astrazeneca bedeutet für Bielefeld erhebliche Verzögerungen

Die übrigen Corona-Impfstoffe* können zwar in Deutschland weiterhin verimpft werden. Jedoch sind die geplanten Impfungen in Arztpraxen ohne den Wirkstoff von Astrazeneca erstmal nicht umzusetzen. Das Serum zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass es sich beispielsweise im Vergleich zum Corona-Impfstoff von Biontech* einfacher lagern ließe. Auch die geplanten Mobile Impfteams können ihre Arbeit in Bielefeld noch nicht aufnehmen.

Die neuen Erkenntnisse zu dem Astrazeneca-Impfstoff könnten sich auch auf die Zulassung auswirken. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) brauche nun Zeit, „die jüngsten Vorfälle zu überprüfen“, erklärte Jens Spahn. Bereits in mehreren europäischen Ländern wurden die Corona-Impfungen pausiert, darunter die Niederlande, Irland, Dänemark, Norwegen und Island. Auch Frankreich stoppte die Impfungen kurz nach der Entscheidung in Deutschland. Italien und Österreich stoppten die Verwendung von bestimmten Chargen. (*msl24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Chaiwat Subprasom/dpa

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