Prozessbeginn am Landgericht Bielefeld

Patientinnen vergewaltigt? – Weitere schwere Vorwürfe gegen Arzt aus Gütersloh

Symbolbild von Händen mit einem Stethoskop vor weißem Kittel
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In Bielefeld beginnt nun der Prozess gegen einen Arzt aus Gütersloh (Symbolbild)

Der Fall erregt bis heute die Gemüter: Mitte Dezember 2020 kamen im Gütersloher Sankt-Elisabeth-Hospital schwere Vergewaltigungsvorwürfe gegen einen Arzt auf. Nun beginnt der Prozess in Bielefeld.

Bielefeld/Gütersloh – Die ersten Vorwürfe gegen den damals 42-jährigen Arzt Nils T. aus Oelde, der zu dieser Zeit noch am Sankt-Elisabeth-Hospital in Gütersloh tätig war, kamen im Dezember 2020 auf. Damals warf ihm eine 36-jährige Patientin vor, sich an ihr vergangen zu haben, als sie nach einer Operation in Narkose befunden hatte (owl24.de berichtete). Ab dem 16. Dezember befand sich der Arzt dann bereits in Untersuchungshaft. Die Klinik teilte damals mit, an einer lückenlosen Aufklärung der Vorfälle interessiert zu sein.

Weitere schwere Vorwürfe gegen Arzt aus Gütersloh

Bereits Ende Dezember 2020 wurden weitere Vorwürfe gegen den Arzt laut. Eine Frau meldete sich bei der Polizei und gab an, im Oktober 2020 ebenfalls von dem Arzt vergewaltigt worden zu sein. Daraufhin wurde ein weiteres Strafverfahren eingeleitet. Am 16. April 2021 wurde dann seitens der Staatsanwaltschaft Bielefeld Anklage gegen Nils T. erhoben. Insgesamt werden vier Fälle der mutmaßlichen Vergewaltigung an drei Patientinnen im Zeitraum zwischen dem 21. September und dem 15. Dezember 2020 verhandelt. Doch es stehen weitere schwerwiegende Vorwürfe im Raum.

Bei der Festnahme von Nils T. am 16. Dezember soll der Arzt laut dem Landgericht Bielefeld nämlich auch „im Besitz zahlreicher Kinder- und jugendpornografischer Foto- und Filmdateien gewesen sein.“ Doch auch Drogen fanden die Ermittler im Haus des 46-Jährigen, wie es in einer Mitteilung heißt:

Bei einer Hausdurchsuchung am 16.12.2020 in dem von den Angeklagten bewohnten Wohnhaus in Oelde soll Marihuana mit einem Wirkstoffgehalt von insgesamt knapp 140 g THC sichergestellt worden sein. Dieses sollen die Angeklagten von in sogenannten Grow-Zelten gezüchteten Marihuana-Pflanzen geerntet und mit entsprechendem Equipment getrocknet haben.

Landgericht Bielefeld

Zusätzlich wiegt ein weiterer Vorwurf schwer gegen den Arzt: Das Medikament, welches er den Frauen zur Betäubung verabreicht haben soll, sei laut Gericht „insbesondere in der vorgenommenen Verabreichungsform geeignet gewesen [...], zu Wirkungen am Herzen und am Respirationstrakt und damit auch zum Tod zu führen.“

Prozessbeginn in Bielefeld: Arzt aus Gütersloh wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor Gericht

Nun beginnt also am Mittwoch (2. Juni) der Prozess am Landgericht Bielefeld gegen den mittlerweile 43-jährigen Arzt. Insgesamt sind 20 Prozesstage geplant, der letzte soll Ende September stattfinden. Die Verhandlungen beginnen immer um 9 Uhr und finden in der II. Strafkammer, Saal 2 statt.

  • 2., 21., 23., 24. und 29. Juni
  • 6. und 30. August
  • 3., 6., 8., 13., 15., 17., 20., 22., 24., 27., 29. und 30. September

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