Bielefeld

Trotzig auf den Boden geworfen: AfD-Vertreterin wird aus Rathaus getragen

Im Rathaus von Bielefeld hat eine AfD-Vertreterin für einen Eklat gesorgt. Weil sie keine Schutzmaske tragen wollte, wurde sie des Saales verwiesen. Daraufhin warf sie sich trotzig auf den Boden.

Bielefeld – Am Dienstag (16. Februar) sollte im Ratssaal eine Sitzung des Betriebsausschusses des städtischen Immobilienservicebetriebs (ISB) stattfinden. Daran teilnehmen sollte auch Irina Gross, ihres Zeichens sachkundige Bürgerin der Alternative für Deutschland (AfD) Bielefeld aus Ostwestfalen*.

StadtBielefeld
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Bielefeld: AfD-Vertreterin sorgt für Eklat im Rathaus

Wie das WB berichtet, wurde Gross jedoch des Ratssaales verwiesen, bevor die Sitzung in Bielefeld überhaupt losgehen konnte. Der Grund: Vor Beginn weigerte sich die AfD-Vertreterin trotz mehrfacher Aufforderung, eine Schutzmaske zu tragen. Dies ist überall im Rathaus von Bielefeld Pflicht. Sie gab an, ein ärztliches Attest zu besitzen, welches sie aus gesundheitlichen Gründen von der Maskenpflicht befreie.

Die Vertreterin der AfD, deren Mitglieder laut einer Bertelsmann-Studie zu 29 Prozent klar rechtsextrem eingestellt sind, hatte dieses Attest schon in einer vorherigen Sitzung erwähnt. Jedoch wollte sie es bei beiden Gelegenheiten nicht vorlegen, sondern lediglich einem Richter zeigen. Damit Irene Gross trotzdem an der Sitzung im Rathaus von Bielefeld teilnehmen konnte, war diesmal ein Team vor Ort, um sie auf das Coronavirus zu testen. Doch auch den Covid-19-Schnelltest lehnte sie ab.

AfD-Vertreterin fliegt aus dem Ratssaal in Bielefeld

Der Vorsitzende des Ausschusses in Bielefeld, Sven Frischemeier (SPD), schmiss die AfD-Vertreterin daraufhin aus dem Saal. Vielmehr verwies er sie des Saales. Die Aufgabe, Irene Gross aus dem Saal zu befördern, fiel der Stadtwache zu. Doch Gross machte den Ordnern diese Aufgabe nicht leicht und warf sich trotzig auf den Boden. Sie weigerte sich, mitzukommen und verlangte nach der Polizei.

Als die Polizei Bielefeld dann eintraf, konnten die Beamten die AfD-Vertreterin gemeinsam mit der Stadtwache aus dem Saal tragen. Die Sitzung begann mit etwa 20 Minuten Verspätung. Besonders merkwürdig mutet es an, dass Irene Gross laut Zeugenaussagen am Eingang des Rathauses sehr wohl einen Mund-Nasen-Schutz trug. Ihr Argument, sie könne die Maske aus gesundheitlichen Gründen nicht tragen, scheint also eher unglaubwürdig. Das Tragen von medizinischen Masken ist in öffentlichen Gebäuden in Bielefeld Pflicht. Die medizinische Maskenpflicht wurde vor Kurzem in den Katalog der Coronavirus-Regeln aufgenommen. (*Msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.)

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa/picture alliance

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