Einer der größten Einsätze seit 20 Jahren

Ausnahmezustand wegen Nazi-Demo: Das sollten Bielefelder wissen

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Am Samstag werden in Bielefeld mehrere tausend Demonstranten erwartet. (Symbolbild)

Eine rechte Demo, zehn Gegenveranstaltungen. Für den kommenden Samstag wurden insgesamt elf politische Versammlungen in Bielefeld angemeldet. Es werden tausende Menschen erwartet.

Bielefeld – Am Samstag (10. November) muss sich die Polizei auf einen turbulenten Tag einstellen. Ausgangspunkt ist die Demonstration unter dem Motto "Mit 90 Jahren in Gesinnungshaft: Freiheit für Ursula Haverbeck!", die von der Partei "Die Rechte NRW" angemeldet wurde. 

Die Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck wurde am 7. Mai 2018 in ihrem Haus in Vlotho festgenommen und sitzt seit dem 9. Mai wegen Volksverhetzung in der JVA Bielefeld-Brackwede. Am Donnerstag (8. November) wird Haverbeck 90 Jahre alt. Dies ist der Grund für den Aufmarsch der Rechten durch die Innenstadt bis zum Gericht.

Die Rechten wollen in Bielefeld Solidarität mit Ursula Haverbeck (Foto) demonstrieren.

Die Demo zur Solidarisierung mit Haverbeck ist Grund für mehrere Gegenveranstaltungen im Stadtgebiet. Viele davon finden unter dem Motto "Faschismus und Holocaustleugnung sind keine Meinung sondern ein Verbrechen!" statt und werden unter anderem vom "Bielefelder Bündnis gegen Rechts" organisiert.

Demonstrationen in Bielefeld am Samstag: Eine Übersicht

Motto

Ort

Uhrzeit

Teilnehmer

Veranstalter

Mit 90 Jahren in Gesinnungshaft: Freiheit für Ursula Haverbeck!

Vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt bis zum Gerichtsgebäude

14.00 - 22.00 Uhr

500

Die Rechte NRW

Keine Solidarität mit Holocaust-Leugner*innen!

Bahnhof Quelle bis JVA Brackwede und zurück

Ab 13.00 Uhr

500

Bielefelder Bündnis gegen Rechts

80 Jahre Reichspogromnacht: Gegen Geschichtsrevisionismus und Holocaustleugnung

Mahnmal auf dem Bahnhofsvorplatz

12.00 - 18.00 Uhr

200 - 300

Bündnis 90/Die Grünen

/

Gedenktafel Turnerstraße

13.30 - 18.00 Uhr

10

Deutsch-Israelische Gesellschaft

Faschismus und Holocaustleugnung sind keine Meinung sondern ein Verbrechen!

Rathaus

13.30 - 18.00 Uhr

2000

Bielefelder Bündnis gegen Rechts

Faschismus und Holocaustleugnung sind keine Meinung sondern ein Verbrechen!

Kesselbrink bis Willy-Brandt-Platz

13.30 - 18.00 Uhr

1000

Initiative Geflüchtete willkommen in Bielefeld

Keine Solidarität mit HolocaustleugnerInnen

Jahnplatz

Ab 13.30 Uhr

2000

Deutscher Gewerkschaftsbund

Holocaustleugnung ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen

Siegfriedplatz

13.30 Uhr - 18.00 Uhr

100

Privat

Keine Solidarität mit HolocaustleugnerInnen

Emil-Groß-Platz, Karl-Eilers-Straße, Arndtstraße

13.30 - 18.00 Uhr

1000

Privat

Holocaustleugnung ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen

August-Bebel-Straße / Paulusstraße

Ab 13.30 Uhr

Keine Angabe

Welthaus

Holocaustleugnung ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen

Kreisel vor dem Stadtwerke-Hochhaus

13.30 - 18.00 Uhr

150

ver.di

An diesen Orten in Bielefeld sind große Demonstrationen zu erwarten.

Lesen Sie dazu auch: Massive Einschränkungen: Rechte Demo legt Nahverkehr lahm

Demonstrationen in Bielefeld: Polizei will öffentliche Sicherheit gewährleisten

Alles angemeldeten Demonstrationen und andere Veranstaltungen wurden geprüft und als legitim eingestuft. Sie entsprechen nach der Verfassung dem Recht auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit, weshalb die Polizei verpflichtet ist, die Teilnehmer aller Veranstaltungen schützen. Dazu gehört vor allem, dass versucht wird, ein Zusammentreffen der gegnerischen Gruppen zu verhindern. Der Polizei Bielefeld steht am Samstag der größte Einsatz des Jahres bevor. Dabei kommt es zu massiven Verkehrsbehinderungen im Stadtgebiet.

Am Hauptbahnhof Bielefeld kommen die rechten Demonstranten in der Stadt an.

Zu Ausschreitungen am Hauptbahnhof kam es bereits am vergangenen Sonntag (4. November) vor dem Spiel des FC St. Pauli gegen Arminia Bielefeld. Fans griffen Polizisten an und der Bahnverkehr wurde vorübergehend eingestellt. Auch wenn keine Großveranstaltungen oder Demos stattfinden, kann es im Bielefelder Stadtgebiet immer wieder zu Staus und Verzögerungen kommen. Der Grund sind die vielen Baustellen.

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