Heimstätte des DSC

Einst Acker, jetzt moderne SchücoArena: Alle Infos zum Stadion von Arminia Bielefeld

Nicht nur die Fans von Arminia Bielefeld sind hier zu Hause: Der Bundesligist trägt seine Heimspiele in der SchücoArena aus. Hier gibt es alle Infos zur Spielstätte der Ostwestfalen.

Bielefeld – „Nur zu Hause ist der Mensch ganz. In der Heimat wurzeln, O welche Zauber, liegen in diesem kleinen Wort: Daheim.“ Die Zeilen des Dichters Emanuel Geibel treffen vermutlich auf die meisten Anhänger von Arminia Bielefeld zu, wenn sie an das Stadion ihres geliebten Vereins denken: Die SchücoArena – von den Fans auch Bielefelder Alm genannt.

Die SchücoArena befindet sich auf der Melanchthonstraße 31a, im Stadtgebiet Mitte von Bielefeld, und ist das größte Stadion in der Region Ostwestfalen-Lippe*. Der Bundesligist Arminia Bielefeld trägt hier seine Heimspiele aus – seit März 2020 aufgrund der Coronavirus-Pandemie jedoch ohne seine Fans im Rücken. Alles Wichtige zur Spielstätte des DSC erfahren Sie hier.

NameSchücoArena
AdresseMelanchthonstraße 31a
EigentümerBündnis Alm GmbH
Erstes Spiel1. Mai 1926
Kapazität26.515 Plätze

Geschichte: Anfänge und Entwicklung der heutigen SchücoArena

Die heutige SchücoArena war nicht das erste Stadion, in dem Arminia Bielefeld nach seiner Gründung im Jahre 1905 seine Spiele austrug. Zunächst wurde auf dem Kesselbrink im innerstädtischen Park gekickt. Nach einem kurzen Intermezzo auf der Kaiserstraße ging es danach auf das Gelände am Sportplatz Pottenau. Mitte der 1920er Jahre stellten die Handballer des DSC schließlich den Kontakt zu einem Bauern namens Lohmann her, durch den der Verein eine Pacht für eine bis dato landwirtschaftlich genutzte Fläche für die kommenden 100 Jahre erwarb. Das heute moderne Stadion der Ostwestfalen glich damals noch einem Acker.

„Hier sieht es ja aus wie auf der Alm!“

Clubmitglied Heinrich Pehle über den damaligen Zustand des Stadions von Arminia Bielefeld

Das erste Spiel von Arminia Bielefeld auf der Alm, das die Blauen vor 2000 Zuschauern mit 1:5 gegen Viktoria Hamburg verloren, wurde am 1. Mai 1926 ausgetragen. Angesichts der unebenen Spielfläche soll Clubmitglied Heinrich Pehle damals gesagt haben: „Hier sieht es ja aus wie auf der Alm!“. Daher rührte damals auch der Name der Spielstätte, den die Fans des DSC bis heute noch lieber zu sagen pflegen als „SchücoArena“.

Die Stadt Bielefeld beschloss im Jahre 1954, die Alm als „Zwischenstadion“ auszubauen. Sie erwarb dafür ein weiteres Stück Land, auf dem zwei neue Plätze erstellt wurden. Des Weiteren wurde in der heutigen SchücoArena neuer Rasen eingesät und auf den Tribünen des Stadions Betonstufen errichtet. Nach der Herbstmeisterschaft in der Regionalliga-Saison 1966/1967 wurde gemunkelt, der Verein müsse demnächst ins Jahnstadion nach Herford weichen, da die Alm damals nicht erstligatauglich erschien. Doch der Umzug blieb aus, stattdessen wurde die Südtribüne auf 3000 Plätze ausgebaut.

Aufstieg von Arminia Bielefeld und Ausbau der SchücoArena

1970 stieg Arminia Bielefeld erstmals in die Bundesliga auf. Das Stadion an der Melanchthonstraße wurde nach dem Erfolg grundlegend ausgebaut. Neben einer überdachten Haupttribüne auf der Westseite wurden auch Stahlrohrkonstruktionen auf der Ostseite der heutigen SchücoArena errichtet. Das Fassungsvermögen der Bielefelder Alm wurde dadurch auf 30.000 Zuschauer erhöht. Das erste Flutlicht des Stadions wurde am 4. Dezember 1970 im Spiel gegen Hertha BSC eingeweiht.

Nach dem zweiten Bundesliga-Aufstieg 1978 wurde die Kapazität der Alm auf 35.000 erhöht. Das bis heute bestbesuchte Spiel von Arminia Bielefeld fand im November 1978 gegen den 1. FC Kaiserslautern statt, das damals 35.000 Fans sahen. Nicht nur sportlich ging es für die Arminen danach bergab, auch der Zustand des Stadions verschlechterte sich immer mehr. Die ohnehin nur als Provisorium gedachten Stahltribünen verrosteten und auf der Südtribüne herrschte Einsturzgefahr. Daraufhin eingeleitete Maßnahmen verringerten das Fassungsvermögen der Alm zunächst auf 18.5000 Zuschauer.

Als sich Mitte der 90er Jahre der Durchmarsch des damaligen Drittligisten in die Bundesliga abgezeichnet hatte, wurde auch über die Modernisierung und den Ausbau des Stadions debattiert. Nachdem zunächst eine neue Haupt- und Nordtribüne entstanden war, kam 1999 der Neubau der Südtribüne sowie zwei Jahre später eine neue Geschäftsstelle hinzu. Am 13. Januar 2004 erwarb die in Bielefeld ansässige Bauunternehmen Schüco International KG die Namensrechte der Alm. Seitdem trägt Arminia Bielefeld seine Heimspiele in der SchücoArena aus. Heute passen 26.515 Zuschauer ins Stadion – 8005 finden auf den Stehrängen Platz. Das bislang letzte Spiel vor heimischen Fans bestritt Arminia Bielefeld am 2. Spieltag der Saison 2020/2021 gegen den 1. FC Köln. Seitdem müssen Fans aufgrund der Corona-Pandemie draußen bleiben.

Die SchücoArena – Spielstätte von Arminia Bielefeld.

Verkauf der SchücoArena 2018

Arminia Bielefeld gab am 12. November 2018 bekannt, dass die SchücoArena an die Bündnis Alm GmbH verkauft wurde, unter der sechs regionale Unternehmen firmieren – darunter auch die in Bielefeld ansässige Dr. August Oetker KG. Zunächst wurde mit den Käufern ein Mietvertrag für 15 Jahre abgeschlossen, der eine einseitige Verlängerungsklausel von zweimal fünf Jahren beinhaltet. Der Verein verfügt zudem über ein Rückkaufsrecht sowie ein exklusives Vorkaufsrechts des Stadions.

Anfahrt zur SchücoArena in Bielefeld

Viele Wege führen nicht nur nach Rom, sondern auch zur SchücoArena nach Bielefeld. Per Stadtbahn ist das Stadion der Arminia über die Linien 3 und 4 erreichbar. Wer den Weg vom Bahnhof zur Arena macht, kann die unterirdisch gelegene Station der Stadtbahn gegenüber des Bahnhofgebäudes nutzen. Von dort aus fahren die Stadtbahn-Linien zur Alm. Darüber hinaus können Fans auch den Jahnplatz mit Bus und Bahn anvisieren und von dort aus zur Melanchthonstraße laufen.

Zuschauer, die in den Blöcken 1-4 (Südtribüne) und M bis T (Osttribüne) sitzen, nehmen die Stadtbahn-Linie 4 in Richtung Universität/Lohmannshof bis zur Rudolf-Oetker-Halle. Kartenbesitzer der Blöcke B bis J (West-/Nordtribüne) fahren mit derselben Linie bis zur Haltestelle Graf-von-Stauffenberg-Straße. Gästefans erreichen die SchücoArena mit der Linie 3 Richtung Babenhausen Süd und steigen an den Haltestellen Wittekindstraße oder am Nordpark aus.

Mit dem Auto kann die SchücoArena über die A2 aus Richtung Hannover erreicht werden, wenn die Ausfahrt Bielefeld-Ost genommen wird. Von Richtung Dortmund aus nehmen Autofahrer die Ausfahrt Bielefeld am gleichnamigen Autobahnkreuz. Von dort aus geht es auf die A33 in Richtung Osnabrück bis zur Abfahrt Bielefeld-Zentrum. Dies gilt auch für Zuschauer, die den Weg von Paderborn aus auf sich nehmen.

Fans von Arminia Bielefeld – während der Corona-Pandemie mussten sie daheim bleiben.

Parken an der SchücoArena

Wer zum Heimspiel von Arminia Bielefeld mit dem Auto fährt, dem steht unweit der SchücoArena eine begrenzte Anzahl an Parkplätzen zur Verfügung. Die Parkplätze P1 und P2 befinden sich in unmittelbarer nähe des Stadions. Es wird jedoch empfohlen, die Parkplätze an der Universität Bielefeld zu nutzen (Universitätsstraße 25). Von dort aus sind es knapp 1,5 Kilometer zu Fuß zur Alm.

Stadionführungen in der SchücoArena

Wer die Spielstätte der Blauen von nahem erleben möchte, kann dies seit der Saison 2015/2016 innerhalb einer Stadionführung tun, die der Verein anbietet. Aufgrund des Coronavirus* sind die Führungen derzeit zwar nicht möglich, werden nach Ende der Pandemie jedoch wieder angeboten. Während der Führung können Fans des DSC unter anderem Fotos mit der Zweitliga-Meisterschale machen, die Arminia Bielefeld mit dem Aufstieg in die Bundesliga gewonnen hat. Die Stadionführung in der SchücoArena kostet 8 Euro für Erwachsene sowie 5 Euro für Kinder bis 14 Jahre. Bezahlt werden kann nur mit Bargeld. Sobald Stadionführungen wieder erlaubt sind, erfahren Fans auf der Homepage des DSC mehr dazu.

Tickets für die Heimspiele von Arminia Bielefeld in der SchücoArena

Die derzeitige Corona-Lage in Deutschland lässt Fans in Stadien nicht zu, auch wenn Arminia Bielefeld bereits ein Konzept für die Rückkehr der Anhänger erarbeitet hat. Daher muss auch der DSC seine Heimspiele momentan in der ersten Bundesliga-Saison seit neun Jahren vor leeren Rängen in der SchücoArena bestreiten. Wer für die Spielzeit 2020/2021 eine Dauerkarte erworben hat, dem bietet der Verein eine Erstattung des Tickets an. Dies erfolgt über das Formular auf der Homepage des DSC. Sobald Fans wieder ins Stadion zugelassen werden, informieren wir Sie hier über die Möglichkeiten des Ticketkaufs.

Der Sitzplan in der SchücoArena in Bielefeld

Die SchücoArena ist in vier verschiedene Tribünen eingeteilt: Nord, West, Süd und Ost. Auf der Südtribüne finden sich die treusten Fans von Arminia Bielefeld ein – darunter auch die Ultras des DSC. Gästefans werden auf der Nordtribüne untergebracht. Für die Pressevertreter sind zwei Blöcke (F und G) auf der Westtribüne reserviert. Über sieben verschiedene Eingänge gelangen Zuschauer zu den jeweiligen Blöcken. Den genauen Sitzplan der Bielefelder Alm sehen Sie hier:

Der Sitzplan der SchücoArena in Bielefeld.

Gibt es eine Webcam in der SchücoArena?

Die Stadtverwaltung hat über die Stadt Bielefeld verteilt mehrere Webcams aufgestellt, die auf der Homepage gesehen werden können. Eine Webcam neben oder in der SchücoArena wurde jedoch nicht platziert. Das Stadion von Arminia Bielefeld kann daher nur im TV oder live vor Ort begutachtet werden.

Neben den Spielen von Arminia Bielefeld: Diese Veranstaltungen finden in der SchücoArena statt

Nicht nur die Heimspiele von Arminia Bielefeld sind und waren Austragungsstätte der SchücoArena. So fanden in der Vergangenheit bereits diverse Länderspiele statt. Am 22. Dezember 1992 spielte die Deutsche U21-Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation gegen Albanien auf der Alm (Endstand 4:0). Beim zweiten Länderspiel der U21 war am 17. Februar 2004 der spätere Weltmeister Bastian Schweinsteiger Torschütze beim 1:0 gegen die Schweiz.

Die Deutsche Frauen-Nationalmannschaft durfte in der SchücoArena ebenfalls bereits kicken. Am 31. März 1994 gab es einen deutlichen 12:0-Erfolg in der Qualifikation zur Europameisterschaft gegen Wales – der bis heute höchste Sieg einer deutschen Frauenauswahl. 2001 trat der ostwestfälische Rivale SC Paderborn zum DFB-Pokal-Spiel gegen den FC Bayern München in der SchücoArena an. Das eigene Stadion war für die Begegnung nicht geeignet. Sieben Jahre später durfte dort der VfB Fichte Bielefeld sein Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach austragen.

Neben Fußballspielen finden in der SchücoArena hin und wieder auch weitere Veranstaltungen statt. Internationale Größen wie Joe Cocker, Roxette und Meat Loaf gaben auf der Alm bereits Konzerte. Am 10. Juni 2005 trat sogar Elton John im Stadion an der Melanchthonstraße in Bielefeld auf. Anlässlich des 111. Geburtstags der Arminia gastierten am 4. Juni 2016 neben den Fantastischen Vier unter anderem auch The Boss Hoss vor 12.5000 Zuschauern auf der Alm. (*msl24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © picture alliance/Friso Gentsch/dpa

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