Prozess nach Ausschreitungen bei Zweitliga-Spiel 

Fan (21) soll Ordner attackiert haben – aber ein Video verändert die Lage drastisch

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Ein Fußball-Gewalt-Täter hat bei einem Zweitliga-Spiel in Bielefeld einen Ordner mit der Faust geschlagen. 

Nach einem Fußballspiel in Bielefeld wird einem Mann der Prozess gemacht. Er soll einen Ordner angegriffen haben. Der Fall nimmt eine überraschende Wende.

Bielefeld – Die Staatsanwaltschaft warf dem 21-Jährigen gefährliche Körperverletzung vor. Laut Anklage sollte der Fußball-Fan am 27. April 2018 vor einem Zweitliga-Spiel in Bielefeld einen Ordner verprügelt haben. Vor der Schüco-Arena sei es zu der brutalen Tat gekommen. 

In dem Stadion spielte an diesem Tag Arminia Bielefeld gegen den 1. FC Kaiserslautern. Rund um den Austragungsort des Zweitliagaspiels war es bereits zu Fan-Ausschreitungen gekommen. Die Polizei war im Dauereinsatz. Plötzlich wurde ein Ordner tätlich angegriffen, wie owl24.de* berichtet. 

Bielefeld: Video entlastet Krawallmacher 

Die Polizeibeamten, die am Tattag in Bielefeld im Einsatz waren, beteuerten, den 21-jährigen Angreifer nach der Schlägerei wiedererkannt zu haben. Daraufhin wurde der Mann aus Kaiserslautern festgenommen. Die Staatsanwaltschaft klagte ihn wegen gefährlicher Körperverletzung an. 

Vor dem Jugendgericht in Bielefeld musste sich der Angeklagte in einem Prozess verantworten. Die Indizien sprachen gegen ihn. Doch auf einmal tauchten ein Handy-Video und Fotos auf, die Fans vor Ort gemacht hatten. Die Aufnahmen belegten, dass sich der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt nicht in der Nähe des Opfers aufhielt. 

Lesen Sie auch: Ein Mann hat seiner eigenen Ehefrau beinahe den Schädel zertrümmert. Die fünffache Mutter aus Bielefeld ist bis heute nicht ansprechbar. Nun beginnt gegen den 53-Jährigen der Prozess. Er ist wegen versuchtem Totschlag angeklagt, wie owl24.de* berichtet. 

Bielefeld: Freispruch gefordert 

Die Bilder zeigten den mutmaßlichen Angreifer, der eine schwarz-weiß-rote Sportjacke trug. Doch der Angeklagte hatte zum Tatzeitpunkt nachweislich eine rote Jacke getragen. Die Beamten aus Bielefeld gehen davon aus, dass sich der Schläger nach der Attacke blitzschnell umgezogen hat. Aber einen Beweis gibt es dafür nicht. 

Auch in der Hauptverhandlung in Bielefeld sagten die Polizisten gegen den Verdächtigen aus. Sie blieben dabei, dass sie den Angeklagten auf dem Weg zur Einlasskontrolle gesehen hätten. Dort habe er mit der Faust auf sein Opfer eingeschlagen. Die Verteidiger forderten für ihren Mandanten jedoch einen Freispruch.

Lesen Sie auch: In Bielefeld soll ein Familienvater seine Tochter (2) und seinen Sohn (1) erstochen haben. Danach fügte er sich selbst lebensgefährliche Verletzungen zu. Der Fall nahm nun ein dramatisches Ende. 

Bielefeld: Überraschendes Urteil nach Fan-Ausschreitungen 

Auch die Staatsanwaltschaft Bielefeld bekam offenbar Zweifel, nachdem das Beweismaterial in dem Prozess gesichtet wurde. Der Ankläger plädierte schließlich für einen Freispruch. Die Richterin folgte den beiden Anträgen. 

Der FCK-Fan kam wieder auf freien Fuß. Nun muss er nur noch die Niederlage seines Klubs verkraften. In Bielefeld verloren die "Roten Teufel" mit 3:2. Das Ergebnis bedeutete für den Verein der Abstieg in die dritte Liga. 

Am Landgericht Bielefeld musste sich ein 30-Jähriger verantworten. Ihm wurde vorgeworfen einen Mann mit einem Messer getötet zu haben. Alles fing mit einem harmlosen Ratespiel an. Doch als das Opfer eine Frage falsch beantwortete, soll der Angeklagte auf ihn losgegangen sein. 

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