Bielefelds Geschäftsführer

Sollten nur Geimpfte in die Stadien? Das sagt Arminia-Boss Markus Rejek dazu

Wie geht es im Deutschen Fußball weiter? Arminia Bielefelds Geschäftsführer Markus Rejek wurde zu dem Thema befragt. Zudem äußerte er sich zur Frage, ob nur Geimpfte in die Stadien dürfen.

Bielefeld – Fußballfans in den Stadien – es wirkt dieser Tage wie ein antiquiertes Relikt aus schöneren Zeiten. Aufgrund der seit einem Jahr grassierenden Coronavirus*-Pandemie sind die Arenen in Deutschland seit vielen Monaten verwaist. Nicht nur kommt dadurch bei den Spielen keine Stimmung auf, für viele Vereine, auch für Arminia Bielefeld, bedeutet dies einen herben finanziellen Verlust.

Für die Zeit nach dem bereits seit zwei Monaten andauernden Lockdown wird momentan viel über Lockerungen debattiert. Am kommenden Mittwoch (3. März) tagen Bund und Länder erneut zum Corona-Gipfel. Dass es bei der Runde auch um die kurzfristige Rückkehr der Fans geht, ist aufgrund stagnierender Neuinfektionen eher unwahrscheinlich. Doch wie geht es weiter? Dazu äußerte sich jetzt Markus Rejek, Geschäftsführer von Arminia Bielefeld.

VereinArminia Bielefeld
Gründung3. Mai 1905
StadionSchücoArena

Arminia Bielefeld: Zeitpunkt der Fan-Rückkehr ungewiss

Der DSC-Boss war zu Gast beim täglichen Videocast „19 – die DUB Chefvisite“ mit dem Essener Klinikchef Prof. Jochen Werner. Wann die Zuschauer wieder in die Stadien zurückkehren können, wurde der 52-Jährige gleich zu Beginn gefragt. „Wir brauchen momentan Hoffnung und Kommunikation, die Hoffnung macht“, so Markus Rejek. Wann die Fans von Arminia Bielefeld auch wieder zur SchücoArena reisen dürfen, wollte und konnte der Geschäftsführer jedoch auch nicht genau sagen.

Es sei zunächst wichtig, so Markus Rejek, dass das normale Leben wieder Fahrt aufnimmt. Ein wichtiger Bestandteil dabei sei die schrittweise Öffnung von Schulen und Kitas in NRW gewesen*. „Irgendwann wird dann auch der Fußball wieder dran sein“, ist sich der Geschäftsführer von Arminia Bielefeld sicher. Der Fußball werde sich jedoch in Sachen Lockerungen nicht vordrängeln, betonte er.

Markus Rejek (Arminia Bielefeld) gegen Privileg für Geimpfte

Der gebürtige Mühlheimer sprach sich im Interview zudem strikt dagegen aus, bei der Rückkehr der Fans nur geimpfte Personen in die Stadien zu lassen. Der Konzertveranstalter Eventim hatte diese Vorgehensweise vor Kurzem angekündigt. „Der Fußball hat die große Kraft, alle Menschen miteinander zu verbinden. Wenn wir nur die Geimpften in die Stadien ließen, hieße das ja, dass wir die Hälfte draußen lassen würden“, sagte Markus Rejek, der seit 2017 die Geschicke von Arminia Bielefeld leitet. Das Ziel des Deutschen Fußballs müsse lauten: „Entweder alle oder keiner.“

Die leere SchücoArena schmerzt derzeit nicht nur die Fans, sondern vor allem auch den Verein. Wie lange ein Club wie Arminia Bielefeld ohne zahlende Zuschauer aushalten könne, wurde Markus Rejek ebenfalls gefragt. „Emotional gar nicht“, sagte er. „Wir spielen dieses Spiel für Zuschauer, für Emotionen.“ Dennoch zeigte er sich demütig, dass seine Branche ihren Beruf, im Gegensatz zu vielen anderen Menschen in Deutschland, ausüben dürfe.

Solche Bilder erhofft sich Arminia Bielefeld bald schon wieder im eigenen Stadion.

Lage für Arminia Bielefeld prekär

Dennoch werde es für Arminia Bielefeld, wie auch für viele andere Unternehmen, so langsam „eine enge Kiste“. Der Aufsteiger aus Ostwestfalen* versuche es derzeit noch, ohne jegliche Darlehen, wie zum Beispiel der FC Schalke 04, hinzukriegen. Dennoch sei die Lage zum jetzigen Zeitpunkt prekär.

„Wir sind mittlerweile in einer Situation, in der wir es alleine nicht mehr steuern können. Selbst unsere sehr konservative Planung geht nicht mehr auf. Wir können unternehmerisch derzeit nicht planen“, betonte Markus Rejek. Der Verein Arminia Bielefeld befinde sich im „Blindflug“ ohne zu wissen, wie viel Erlöse erzielt werden, beziehungsweise wie viel davon wieder zurückgezahlt werden müssten. Auf die Bundesliga werden wohl noch einige harte Wochen zukommen. (*msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

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